Warum gibt es Kita- und Schulverbote bei Masern?

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Wenn möglich, vermeiden wir es lieber, uns bei anderen Menschen anzustecken. Das gilt schon für eine einfache Erkältung und noch einmal mehr für unangenehme Parasiten wie Läuse oder Krätze. Ganz besonders gilt das aber für schwere Krankheiten wie zum Beispiel Scharlach, Hepatitis oder Masern.

Allerdings können wir uns vor einigen Krankheiten allein nicht ausreichend schützen. Ebenso wie Trinkwasser und Lebensmittel überwacht werden, gehört auch der Schutz der Bevölkerung vor schweren ansteckenden Krankheiten zu den staatlichen Aufgaben. Im Infektionsschutzgesetz ist geregelt, in welchen Fällen der Staat eingreifen soll, um die gesunde Bevölkerung davor zu schützen, sich bei Erkrankten anzustecken. Neben Pest und Cholera stehen darin auch vermeintlich „harmlose Kinderkrankheiten“ wie Keuchhusten, Masern, Meningokokken-Infektionen, Mumps, Windpocken u.v.m.

Masern: Hoch ansteckend und gefährlich

Die Masern können nicht nur schwer krank machen. In etwa einem von 500 bis 1.000 Fällen verlaufen sie außerdem tödlich. Sie gehören deshalb zu den Krankheiten, bei denen schon der Verdacht innerhalb von 24 Stunden an das örtliche Gesundheitsamt gemeldet werden muss. Zudem sind Masern-Viren hoch ansteckend. Für Ungeschützte reicht es schon, sich mehrere Meter entfernt von einer infektiösen Person im selben Raum aufzuhalten, um mit nahezu 100prozentiger Sicherheit selbst zu erkranken. Hinzu kommt, dass Patienten bereits drei bis fünf Tage vor Ausbruch der sichtbaren Krankheit den Masern-Erreger weitergeben.

Das Gesundheitsamt in Aktion

Sobald in einer Schule oder einem Kindergarten ein Masernfall bekannt wird, prüft das Gesundheitsamt die Impfpässe und wer Kontakt zum Patienten hatte. Alle Personen mit unzureichendem Impfschutz dürfen die Einrichtung erst wieder besuchen, wenn sie geschützt sind. Häufig kann die Impfung noch schnell nachgeholt werden, oft genug aber auch nicht. Dann muss bis zu 14 Tage zu Hause abgewartet werden, ob die Masern ausbrechen. Solche „Schul-“ oder „Kitaverbote“ regelt ebenfalls das Infektionsschutzgesetz.

Was Sie tun können

  • Schauen Sie gleich heute im Impfpass Ihrer Kinder und im eigenen Impfpass nach, ob Sie zwei Impfungen gegen Masern erhalten haben. Meist wurden sie kombiniert als Masern-Mumps-Röteln(-Windpocken)-Impfung gegeben.
  • Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie Ihre Arztpraxis.
  • Fragen Sie Lehrer und andere Eltern, ob sie selbst und ihre Kinder zweimalig geimpft sind.

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam.

Empfehlen Sie uns weiter!

Lassen Sie sich von unserem Erinnerungsservice an alle wichtigen U-Untersuchungen und Impfungen für Ihr Kind erinnern.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

Quellen:

Infektionskrankheiten vorbeugen: Masern

Infektionsschutzgesetz §34

Hinweise des Robert Koch-Instituts zur Wiederzulassung an Gemeinschaftseinrichtungen (Juli 2006)

Veröffentlichung: 10.04.2017 / HTR
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