Wie lange sollten Stützräder am Rad bleiben?

Mit den ersten warmen Frühlingstagen werden auch die Fahrräder aus der Garage geholt. Kinder setzen sich zum ersten Mal aufs Rad und üben für den ersten Familienausflug. Stützräder sind dabei  hilfreich, aber wie lange sollten sie dran beiben?

Forscher des Instituts für Psychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin interessierten sich dafür, wie Tennisspieler, Eiskunstläufer oder Biathleten lernen, komplizierte Arm- und Beinbewegungen möglichst perfekt auszuführen. Dafür haben sie Versuchspersonen mehrere Aufgaben in kleinen Schritten oder als Gesamtpaket lernen lassen. Das Ergebnis: Im Gesamtpaket lernt der Mensch besser. Es ist wichtig, einzelne Bewegungsabläufe nicht zu spät zusammenzufügen.

Auch um Fahrradfahren zu können, muss ein Mensch ein ganzes Paket von Aufgaben bewältigen. Gleichgewicht und Tretbewegungen müssen aufeinander abgestimmt werden, Steine auf der Fahrbahn müssen berücksichtigt werden und vieles mehr. Manche Kinder lernen zunächst mit so genannten Laufrädern, andere mit Stützrädern und wieder andere nur mit der elterlichen Hand am Gepäckträger.

Tipp für Eltern: Stützräder so kurz wie möglich
"Das Gehirn ruft komplexe Arm- und Beinbewegungen als Gesamtpaket aus dem Gedächtnis ab. Optimal wäre es daher, wenn Fahrradfahren ganz ohne Stützräder erlernt würde, oder wenn diese so kurz wie möglich dran blieben", erläuterte Dr. Tilo Strobach, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Psychologie der Humboldt-Universität zu Berlin.

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Quellen:
Pressemitteilung der Humboldt-Universität zu Berlin vom 09.01.2014 (http://idw-online.de/de/news569451)
Strobach T et al.: Memory and Cognition, The specificity of learned parallelism in dual-memory retrieval (http://link.springer.com/article/10.3758/s13421-013-0382-x)

Veröffentlichung: 13.02.2014 / HTR
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