Cholera

Krankheitsbild

Die Cholera ist eine schwere Durchfallerkrankung, die dem Körper innerhalb weniger Stunden viel Flüssigkeit und Salz entziehen kann. Erbrechen und Bauchschmerzen sind häufig. Ohne Behandlung sterben viele der schwer Erkrankten an den Folgen der starken Austrocknung.
Erkennung und Behandlung Ärzte erkennen eine Cholera meist anhand der Krankheitszeichen. Mit Hilfe einer Stuhlprobe kann der Erreger im Labor nachgewiesen werden. Wichtigstes Behandlungsziel ist es, den Verlust an Wasser und Mineralien wieder auszugleichen.
Übertragung und Vorkommen Cholera-Bakterien werden hauptsächlich durch Trinkwasser oder Lebensmittel übertragen, die mit Fäkalien verunreinigt wurden. Cholera kann weltweit vorkommen, insbesondere in Regionen mit ungenügenden sanitären Verhältnissen und Krisengebieten.
Vorbeugung

Touristen aus Europa wird empfohlen, auf eine konsequente Nahrungsmittel- und Sanitärhygiene zu achten. Wasser sollte abgekocht werden. Obst sollte geschält und auf andere rohe Speisen (Salate, Meeresfrüchte) sollte verzichtet werden. Außerdem regelmäßig und gründlich Hände waschen.
Eine Impfung kann für Personen in Frage kommen, die länger in Risikogebieten bleiben, z.B. Entwicklungshelfer.

Impfstoff Totimpfstoff als Schluckimpfung.

 

Unser Rat für Sie:
Erkundigen Sie sich vor Fernreisen nach dem Cholera-Risiko vor Ort und halten Sie sich sehr genau an die Hygieneregeln.

Wenn Sie noch mehr hierzu wissen möchten, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder an die Experten der Universitätsklinik Mainz.

Krankheitsbild
Symptome und Verlauf

Erste Krankheitszeichen treten innerhalb weniger Stunden bis Tage auf, nachdem der Keim in den Körper aufgenommen wurde.

Vorherrschende Symptome sind akuter Durchfall und Erbrechen. Der Körper verliert viel Flüssigkeit und trocknet aus. Bei schwerem Verlauf können die voluminösen, wässrigen Durchfälle (Reiswasserstühle) dem Körper innerhalb von wenigen Stunden oder Tagen soviel Flüssigkeit und Salze entziehen, dass es zu tödlichen Komplikationen wie Kreislauf- oder Nierenversagen kommen kann.

Rund 80 Prozent der Menschen, die mit dem Cholera-Erreger infiziert sind, entwickeln keine Krankheitszeichen, scheiden aber dennoch Erreger aus. Unter den Erkrankten haben etwa 80 Prozent milde bis mäßig ausgeprägte Krankheitszeichen. Eine schwere, unbehandelte Cholera ist in bis zu 60 Prozent der Fälle tödlich. Bei geeigneten Behandlungsmaßnahmen sterben weniger als 1 Prozent.

Wer schon einmal Cholera hatte, ist leider trotzdem nicht vollständig und lang anhaltend gegen den Erreger und das von ihm produzierte Gift (Toxin) immun. Eine spätere Infektion kann daher erneut zu schwerer Krankheit führen.

 

Erkennung und Behandlung

Ärzte erkennen eine Cholera meist anhand der Krankheitszeichen. Es ist aber ganz wichtig, Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin mitzuteilen, dass Sie sich in einem Cholera-Gebiet aufgehalten haben bzw. gerade von einer Fernreise zurückgekehrt sind. Mit Hilfe einer Stuhlprobe kann der Erreger im Labor nachgewiesen werden.

Wichtigstes Ziel der Behandlung ist es, den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt durch Trinken oder durch Zufuhr direkt in die Vene rasch auszugleichen. Bei schweren Verläufen werden zusätzlich Antibiotika gegeben, um die Dauer der Erkrankung abzukürzen. Zudem sind strenge Hygienemaßnahmen erforderlich.

 

Übertragung und Vorkommen

Cholera wird meist durch Trinkwasser oder Lebensmittel übertragen, die mit Fäkalien verunreinigt wurden, selten auch durch direkten Kontakt zu Erkrankten. Das Risiko, auf einer Reise an Cholera zu erkranken, ist sehr gering, sofern die Maßnahmen zur Vorbeugung beachtet werden und kein enger Kontakt mit Erkrankten, z.B. in Krankenhäusern, stattfindet.

Cholera tritt vor allem in Regionen mit niedrigen Hygienestandards, insbesondere mit schlechter Abwasserentsorgung und in Krisengebieten auf. In den letzten Jahren wurden Cholera-Ausbrüche vor allem in Afrika und Asien sowie in Mexiko, Kuba, Haiti und der Dominikanischen Republik bekannt (siehe Karte). In Europa kommt es nur zu vereinzelten Erkrankungen, die von Reisenden eingeschleppt werden.

Im Jahr 2013 wurden weltweit aus 47 Ländern 129.064 Cholera-Fälle gemeldet, 2.102 Patienten starben. Schätzungen gehen jedoch von einem Vielfachen aus. In Deutschland kam es seit 2001 nur zu vereinzelten Erkrankungen, die von Reisenden eingeschleppt wurden.

 

Vorbeugung

Zur Verhütung der Cholera ist eine gute Hygiene am wichtigsten.

Besonders in Endemiegebieten, d.h. wo die Krankheit ständig vorkommt, gilt:

  • nur abgekochtes Wasser oder Mineralwasser trinken
  • roh verzehrtes Obst und Gemüse nur frisch geschält essen
  • auf Salate verzichten, die möglicherweise mit verunreinigtem Wasser in Kontakt gekommen sind
  • rohe Meeresfrüchte und Rohmilchprodukte meiden
  • regelmäßig und gründlich Hände waschen und gegebenenfalls desinfizieren

Zur weiteren Vorbeugung gegen Cholera sind Impfstoffe verfügbar. Sie haben aber nur einen begrenzten Effekt und können das Einhalten von Hygieneregeln nicht ersetzen.

Impfung
Impfstoff

Der Schluckimpfstoff enthält ganze, abgetötete (inaktivierte) Cholera-Bakterien. Außerdem enthält er ein ausgewähltes Teilstück des Cholera-Toxins.

 

Anwendung des Impfstoffs

Der Cholera-Impfstoff wird in einem Glas Wasser aufgelöst und getrunken. Etwa eine Stunde vor und nach der Schluckimpfung sollten Geimpfte nichts anderes zu sich nehmen.

Zur Grundimmunisierung sind bei Erwachsenen und Kindern ab sechs Jahren zwei Impfungen erforderlich. Kinder zwischen zwei und sechs Jahren sollten drei Dosen erhalten. Die Impfdosen sind in Abständen von mindestens einer Woche zu verabreichen. Wenn zwischen den Dosisgaben mehr als sechs Wochen liegen, muss die Grundimmunisierung von vorn begonnen werden. Dazu, wie Kinder unter einem Alter von zwei Jahren sowie Jugendliche und Erwachsene geschützt werden können, berät Sie Ihr Impfarzt/Ihre Impfärztin.

Die Schutzwirkung tritt etwa eine Woche nach der Impfung ein. Um einen kontinuierlichen Schutz gegen Cholera zu erreichen, wird für Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren eine Auffrischungsimpfung innerhalb von sechs Monaten, bei Kindern ab sechs Jahren und bei Erwachsenen innerhalb von zwei Jahren empfohlen.

 

Wirksamkeit des Impfstoffs

Die Wirksamkeit der Impfung liegt bei rund 85 Prozent, variiert aber je nach Alter. Rund drei Viertel der Kinder ab sechs Jahren und Erwachsenen sind nach der Impfung geschützt, die Schutzrate sinkt jedoch im Verlauf von zwei Jahren auf 60 Prozent ab. Bei jüngeren Kindern beträgt der Impfschutz nahezu 100 Prozent, hält allerdings nur etwa sechs Monate an.

 

Wer geimpft sein sollte

Für gewöhnliche Urlaubsreisende ist das Risiko, an Cholera zu erkranken, sehr gering. Eine Impfung sollte nur Personen empfohlen werden, die ein erhöhtes Infektionsrisiko haben. Dazu zählen Touristen mit engem Kontakt zu Einheimischen, die in abgelegene Gebiete reisen, wo Cholera endemisch vorkommt und denen der zeitnahe Zugang zu medizinischer Versorgung nicht möglich ist, sowie Mitarbeiter aus der Flüchtlings- und Katastrophenhilfe während Cholera-Epidemien.

 

Wer nicht geimpft werden sollte

Bei akuter Magen-Darm-Erkrankung oder fiebriger Erkrankung sollte die Cholera-Impfung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Impfstoffbestandteile darf nicht geimpft werden.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter "Besondere Situationen & Erkrankungen".

 

Nebenwirkungen des Impfstoffs

Mögliche Lokal- und Allgemeinreaktionen

Gelegentlich kommt es nach der Cholera-Impfung zu Magen-Darm-Beschwerden wie Leibschmerzen, Bauchkrämpfen und Durchfall sowie zu Kopfschmerzen. Selten werden auch Schwindel, Fieber und Beschwerden an den Atemwegen beobachtet.

Alle diese Erscheinungen sind nur vorübergehend.

Mögliche Komplikationen

Es gibt sehr selten Berichte über allergische Reaktionen.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter "Mögliche Nebenwirkungen".

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