Japanische Enzephalitis
(Hirn- bzw. Hirnhautentzündung)

Krankheitsbild

Die Japanische Enzephalitis (Hirn- bzw. Hirnhautentzündung) beginnt mit Fieber, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden. Später kommen Bewegungs- und Bewusstseinsstörungen hinzu, die bis zum Koma und zum Tod führen können. Spätfolgen sind möglich.

Erkennung und Behandlung

Eine Untersuchung von Blut oder Rückenmarksflüssigkeit sichert die Diagnose des Arztes/der Ärztin. Die Behandlung kann nur die Symptome lindern.

Übertragung und Vorkommen

Das Japanische-Enzephalitis-Virus (JEV) wird durch Stechmücken übertragen.

Es ist in Ost- und Südost-Asien und Südasien bis in die Nordspitze Australiens je nach Jahreszeit mehr oder weniger stark verbreitet.

Vorbeugung

Neben einem möglichst guten Schutz vor Mückenstichen bietet nur die Impfung einen Schutz vor der Krankheit.

Impfstoff

Impfstoff zur Injektion (in der Spritze)

 

Unser Rat für Sie:

Erkundigen Sie sich vor Fernreisen, ob eine Impfung gegen Japanische Enzephalitis ratsam ist.

Wenn Sie noch mehr hierzu wissen möchten, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder an die Experten der Universitätsklinik Mainz.

Krankheitsbild

Symptome und Verlauf

Die meisten Infektionen verlaufen mild oder ohne Krankheitszeichen. Nur etwa einer von 250 Infizierten erkrankt an Hirnentzündung (Enzephalitis). Dabei treten 5 bis 15 Tage nach der Ansteckung die ersten Beschwerden auf. Es kommt zu plötzlichem Fieber mit starken Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und Lähmungserscheinungen. Bewusstsein und Sprache sind gestört. Schließlich können die Patienten ins Koma fallen.

Bis zu 30 Prozent der Erkrankten mit Hirnentzündung sterben. Von denen, welche die Infektionskrankheit überleben, behalten 30 bis 50 Prozent einen Nervenschaden oder Verhaltensprobleme zurück, wie beispielsweise Krampfanfälle, Lähmungen oder Sprachstörungen.

 

Erkennung und Behandlung

Leiden Sie während oder nach einem Aufenthalt in den betroffenen Regionen an den Beschwerden, wie sie im Krankheitsbild beschrieben sind, sollten Sie umgehend einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen. Weisen Sie unbedingt auf Ihre Fernreise hin. In Speziallabors können das Virus selbst oder die gegen das Virus gebildeten Antikörper nachgewiesen werden.

Eine ursächliche, gegen das Virus wirksame Behandlung ist nicht bekannt. Unterstützende Behandlungsmaßnahmen haben zum Ziel, die Krankheitszeichen zu lindern und den Patienten zu stabilisieren.

 

Übertragung und Vorkommen

Das Japanische-Enzephalitis-Virus ist in Ost- und Südost-Asien und Südasien bis in die Nordspitze Australiens je nach Jahreszeit mehr oder weniger stark verbreitet (siehe Karte). Es wird durch den Stich infizierter Culex-Mücken übertragen. Sie sind vor allem in der Regenzeit von Mai bis September abends und nachts aktiv, aber auch zu anderen Jahreszeiten.

In den Risikogebieten findet sich das Virus vorwiegend in ländlichen Gegenden, in der Regel in Reisanbaugebieten, wo Schweine und Wasservögel dem Virus als "Reservoir" dienen.

Das heißt, das Virus vermehrt sich in diesen Tieren, kann aber durch Mücken auch auf den Menschen übertragen werden.

Jedes Jahr treten weltweit schätzungsweise 68.000 Fälle von Japanischer Enzephalitis auf.

Urlauber und Reisende haben ein sehr geringes Risiko, an Japanischer Enzephalitis zu erkranken. Das Infektionsrisiko erhöht sich jedoch, wenn die Reise in ländliche Gebiete führt, von längerer Dauer ist und während der mückenreichen Jahreszeit stattfindet.

 

Vorbeugung

Zusätzlich zum Schutz vor Mückenstichen stellt die Impfung die einzig wirksame Vorbeugungsmaßnahme gegen die Japanische Enzephalitis dar.

Impfung

Impfstoff

Weltweit stehen verschiedene Impfstoffe zur Verfügung, die lebende oder abgetötete Viren enthalten.

In Deutschland ist ein Totimpfstoff für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab einem Alter von zwei Monaten zugelassen. Der Impfstoff enthält abgetötete (inaktivierte) Viren des Stamms SA14-14-2.

 

Anwendung des Impfstoffs

Der in Deutschland zugelassene Totimpfstoff wird meist in den Muskel des Oberarms gespritzt, bei Säuglingen ist auch eine Impfung in die Oberschenkelmuskulatur möglich. Die konventionelle Grundimmunisierung besteht aus zwei Dosen im Abstand von 28 Tagen. Eine Reiseimpfung sollte mindestens eine Woche vor Abreise abgeschlossen sein.

Kleinkinder unter 3 Jahren erhalten die halbe Dosis. Bei erneutem Ansteckungsrisiko sollten Erwachsene 12 bis 24 Monate nach der vollständigen Grundimmunisierung eine Auffrischimpfung erhalten. Bei fortbestehendem Infektionsrisiko sollte die Auffrischung nach 12 Monaten erfolgen. Zur Auffrischimpfung bei Kindern und Jugendlichen liegen keine Daten vor.

Es kann gleichzeitig gegen Hepatitis A oder Tollwut geimpft werden.

 

Wirksamkeit des Impfstoffs

Die Schutzwirkung des in Deutschland zugelassenen Impfstoffs tritt etwa eine Woche nach der zweiten Dosis ein. Mehr als 95 Prozent der Erwachsenen und 99 Prozent der Kinder, die beide Dosen erhielten, entwickeln schützende Antikörper.

Es liegen bislang keine genauen Erkenntnisse darüber vor, wie lange der Impfschutz anhält. Sind Sie ein bis zwei Jahre nach der ersten Impfung erneut einem Infektionsrisiko ausgesetzt, berät Sie Ihr Arzt/Ihre Ärztin, ob eine Wiederimpfung sinnvoll ist.

 

Wer geimpft sein sollte

Empfohlen wird die Impfung für Reisende, die sich längerfristig, mit häufigerem Kontakt zu Stechmücken (z.B. Reise in der Regenzeit) oder in ländlichen Gebieten solcher Länder aufhalten, in denen die Japanische Enzephalitis gehäuft auftritt.

 

Wer nicht geimpft werden sollte

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Impfstoffbestandteile darf nicht geimpft werden. Bei ernsthaften fieberhaften Erkrankungen muss die Impfung verschoben werden. Während der Schwangerschaft und auch in der Stillzeit sollten diese Impfungen möglichst vermieden werden.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter "Besondere Situationen & Erkrankungen".

 

Nebenwirkungen des Impfstoffs
Mögliche Lokal- und Allgemeinreaktionen

Bei einer Impfung mit dem in Deutschland zugelassenen Totimpfstoff kommt es bei mehr als der Hälfte der erwachsenen Geimpften zu Reaktionen an der Impfstelle wie Rötungen, Schmerzen oder Schwellungen. Sehr häufig treten Kopf- und Muskelschmerzen und Müdigkeit auf. Grippeähnliche Symptome und Fieber sind häufig.

Bei Kindern unter drei Jahren waren sehr häufige Nebenwirkungen Fieber, Durchfall, grippeähnliche Erkrankung und Reizbarkeit, bei Kindern über drei Jahren Schmerzen an der Injektionsstelle und Fieber.

Alle diese Erscheinungen sind nur vorübergehend.

Mögliche Komplikationen

Bislang wurden keine schweren Nebenwirkungen bekannt.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter "Mögliche Nebenwirkungen".

08.02.2017 / MK
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