Impfung nach einer möglichen Ansteckung

Ihr Kind wird nicht sofort krank, wenn es sich mit einem Krankheitserreger infiziert hat. Oft vergehen bis zum Ausbruch der Krankheit einige Tage bis Wochen. Diese Zeit nennen die Mediziner "Inkubationszeit". Manche Krankheitserreger vermehren sich so langsam, dass eine Impfung in die Inkubationszeit hinein die Krankheit noch verhindern kann.

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Diese Art von Impfung heißt dann eine "postexpositionelle Impfung" – eine Impfung nach Kontakt mit dem Erreger. Sie kennen sie sicher in Form der Tetanus-Impfung, die nach einer größeren Verletzung gegeben wird oder auch als Tollwut-Impfung nach dem Biss eines tollwutverdächtigen Tieres.

Schutz vor schwerer Krankheit und oft sogar lebensrettend ist auch die Impfung gegen Hepatitis B bei Neugeborenen. Diese Leberentzündung wird oft unter der Geburt von einer chronisch infizierten Mutter auf das Neugeborene übertragen. Chronische Infektionen, Leberzirrhose, Leberkrebs und ein verkürztes Leben sind die Aussichten für 90% der infizierten Kinder. Deshalb werden Neugeborene von Müttern mit Hepatitis-B Infektion innerhalb von 12 Stunden nach der Geburt geimpft.

Nicht nur dem eigenen Schutz dienen die Inkubationsimpfungen gegen Masern, Mumps und Röteln und gegen Windpocken. Sie helfen unter anderem, große Ausbrüche zu verhindern. Wenn Ihr Kind einen Kindergarten oder eine Schule besucht, in dem ein anderes Kind an einer dieser Infektionen erkrankt ist, wird es sich sehr wahrscheinlich anstecken, wenn es nicht bereits ausreichend gegen diese Krankheiten geimpft ist. Nun stellen Sie sich noch vor, es handelt sich um ein älteres Geschwister, das z.B. die Masern – noch unbemerkt – mit nach Hause bringt, wo es Ihr Jüngstes ansteckt, das in den Kindergarten geht...

Alle nicht oder nur einmal geimpften Kinder in einer betroffenen Schule oder anderen Kindereinrichtungen sollten deshalb ihren Impfschutz schnellstmöglich vervollständigen ("Riegelungsimpfung").

08.02.2017 / MK
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