Impfungen - wem Impfen nützt

Impfungen richten sich gegen schwere Krankheiten, gegen die auch die moderne Medizin nur stark eingeschränkte oder gar keine Behandlungsmöglichkeiten hat. Impfstoffe sind in diesem Fall die fortschrittlichste Medizin, die wir besitzen.

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© Robert Kneschke

Gründe für eine Impfung

Die Gründe für eine Impfung können sehr verschieden sein:

Der Mensch gewinnt durch Impfungen Gesundheit, Freizügigkeit und Geld.

Gewinn an Gesundheit

Wie viel Sicherheit und Lebensfreude wir mit Hilfe der Schutzimpfungen gewonnen haben, kann nicht hoch genug bewertet werden.

Wenn Ihr Kind Halsschmerzen hat, brauchen Sie nicht zu fürchten, es leide an einer lebensgefährlichen Diphtherie. Auch droht nicht bei jeder kleinen Wunde ein Wundstarrkrampf, und Sie können sicher sein, dass Ihr Kind nicht durch Polio gelähmt wird.

Weder moderne Medizin noch unser hoher Lebensstandard können bleibende Schäden oder Todesfälle durch Infektionskrankheiten wie die Masern wirksam verhindern:

  • Der größte Masern-Ausbruch in den vergangenen Jahren fand in Frankreich statt. Etwa die Hälfte der rund 30.000 Masernfälle, die 2011 aus 29 europäischen Ländern gemeldet wurden, stammten von dort. An einer Masern-Enzephalitis litten insgesamt 26 Patienten, 8 Patienten starben, einer davon in Deutschland.
  • Durch den Masern-Ausbruch 2006 in Nordrhein-Westfalen stieg die Gesamtzahl der Masernfälle in Deutschland in jenem Jahr auf 2.308. Das waren etwa drei Mal mehr als im Jahr zuvor.
  • Rund 3.600 Masernfälle traten zwischen 2006 und 2009 in der Schweiz auf, 260 Patienten mussten ins Krankenhaus, 8 litten unter Hirnentzündung, 1 Patient starb. Fast ausschliesslich waren Menschen ohne Impfung betroffen oder mit nur einer Impfung. Nur die zweifache Masernimpfung gibt ausreichenden Schutz

Keine andere medizinische Maßnahme kann nur annähernd im gleichen Ausmaß "Gesundheit produzieren" wie Impfungen. Das zeigt auch ein Blick in die Vergangenheit:

  • Anfang der 60er Jahre gab es in Deutschland noch mehr als 4.000 Fälle an Kinderlähmung (Poliomyelitis). 2010 waren es rund 1.000 weltweit!
  • Wie Stefan Winkle in seinem Buch "Geisseln der Menschheit, Kulturgeschichte der Seuchen" beschreibt, rechnet man damit, dass im 18. Jahrhundert, als sich die Pocken in Europa weit verbreitet hatten, allein in Westeuropa jedes Jahr 400.000 Menschen daran starben. Weiter heisst es dort, dass Ende des 18. Jahrhunderts in London und Paris etwa zwei Drittel der Blinden ihr Augenlicht durch Pocken verloren hatten. Zum Glück ist dies Vergangenheit. Mittlerweile sind dank der Impfung die Pocken ausgerottet und somit auch die Impfung überflüssig geworden.
  • Bezüglich der Diphtherie schreibt das Robert Koch-Institut in seinem "Ratgeber Infektionskrankheiten": In Deutschland klang eine große Diphtherie-Epidemie, die 1942-1945 ihren Höhepunkt erreicht hatte, bis in die 60er Jahre hinein aus (1958 sank die Erkrankungszahl unter 10.000, erst 1964 unter 1.000). In den 50er Jahren starben noch 4.302, in den 60er Jahren noch 273 Menschen an Diphtherie. Seit 1984 kommt es – bei hohen Impfraten im Kindesalter – nur noch zu Einzelfällen.

Gewinn an Freizügigkeit

Auf Mallorca am Strand liegen, die Pyramiden besichtigen, Bergwandern in Nepal oder Strandurlaub in Montevideo oder auch nur die Städtereise am Wochenende, alle diese schönen Reisen könnten Sie ohne Schutzimpfungen nicht so unbeschwert geniessen. Vor allem die Flugreisen haben unsere Welt kleiner gemacht – und Krankheitskeime reisen immer mit.

Impfungen sind deshalb die Grundlage für ein geordnetes Zusammenleben auf dem heutigen Niveau der Mobilität. Sie geben uns allen Bewegungsfreiheit.

Finanzieller Gewinn

Impfungen sparen Geld, auch Ihnen persönlich. Direkt, indem sie z.B. Ihre Arbeitskraft erhalten, indirekt indem sie Sie z.B. vor erhöhten Beitragszahlungen an die Krankenkassen bewahren. Unser ganzes Gesundheitssystem profitiert von Impfungen.

Nach Angaben der Weltbank sind Impfungen die wirksamste Maßnahme zur Sicherung eines wirtschaftlichen Standortes.

08.02.2017 / MK
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