Dauer des Impfschutzes gegen Meningokokken B?

2. November 2018

Stimmt es das der Impfschutz gegen Meningokokken B nur einige Monate vorhält?

Nach Einschätzung der Ständigen Impfkommission STIKO am Robert Koch-Institut kann die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe B vor schweren (invasiven) Erkrankungen durch einen Großteil der in Deutschland zirkulierenden MenB-Stämme schützen. Neben anderen Daten fehlen der STIKO zufolge jedoch noch ausreichende Angaben zur Dauer des Impfschutzes und es können noch keine Aussagen zur längerfristigen Impfwirksamkeit gemacht werden.

Angesichts der niedrigen und rückläufigen Erkrankungszahlen empfiehlt die STIKO daher die Impfung gegen Meningokokken B bislang nicht als Standardimpfung, sondern nur für besonders gefährdete Risikogruppen. Im Einzelfall können jedoch Impfungen über die allgemeinen Empfehlungen hinaus sinnvoll sein. Die STIKO rät Eltern, die ihr Kind gegen Meningokokken B impfen lassen möchten, zu beachten, dass die Krankheitslast in den ersten beiden Lebensjahren am höchsten ist. Daher ist es sinnvoll, die Impfung gegen Meningokokken B so früh wie möglich zu verabreichen, das heißt bei Säuglingen ab dem Alter von zwei Monaten (weitere Infos unter rki.de/…/faq_ges.html?nn=2375548).

Auf der Basis von Immunogenitätsstudien werden für verschiedene Altersgruppen unterschiedliche Impfschemata empfohlen. Zur klinischen Wirksamkeit liegen nur begrenzte Daten vor. Als Korrelat für den Schutz vor Meningokokken-B-Erkrankungen gilt der Nachweis von Impfantikörpern, die diverse Meningokokken-B-Stämme neutralisieren.

Nach Abschluss der Impfserie bilden bis zu 100 % der Geimpften schützende Antikörper. Daten aus verschiedenen Studien, in denen die Antikörper 12, 36 oder 48 Monate später bestimmt wurden, zeigen, dass es zu einer deutlichen Abnahme des Anteils Geimpfter mit schützenden Antikörpertitern kommt. In Studien mit Meningokokken-B-Impfstoff, der ab dem Alter von zwei Monaten zugelassen ist, sank der Anteil der Geimpften, die schützende Antikörper aufwiesen, nach 12 Monaten auf 15 bis 82 Prozent und nach drei Jahren auf 11 Prozent. In einer Studie mit Meningokokken-B-Impfstoff, der ab dem Alter von 10 Jahren zugelassen ist, wurden nach 12 Monaten bei 29 Prozent und nach 48 Monaten bei 19 Prozent der Geimpften schützende Antikörpertiter nachgewiesen (weitere Informationen im Epidemiologischen Bulletin 3/2018, rki.de/…/epid_bull_form.html). Wie lange der Impfschutz individuell bei einem Geimpften vorhält, lässt sich daraus nicht ableiten.

Bitte lassen Sie sich vor einer Impfung gegen Meningokokken B individuell von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin beraten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.