Impfabstände bei Fünffach-Impfung

5. Juni 2018

Guten Tag! Der Arzt meiner Tochter hat keine 5-Fach impfung mehr wegen Lieferengpass. somit bin ich zu einem anderen Arzt, welcher mir sagte dass die immunisierung nicht gewährleistet sei wenn er die impfung jetzt machen würde, da es zu früh sei. (Beim anderen arzt hätte ich aber bereits vor einem monat die impfung erhalten müssen. Nun wäre ich froh wenn ich wüsste wann die impfung ertwas bringt und wann nicht mehr...
Ihr Alter: fast 22 Monate
Erste impfung mit 12 monaten
Zweite impfung mit 14 monaten
Und nun?
Ich wäre sehr dankbar um ihre hilfe, da ich nun nicht mehr weiss ob meine tochter geschützt ist/sein wird...
Liebe grüsse

Für einen der zugelassenen Fünffach-Impfstoffe (Infanrix-IPV+Hib) gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten (Pertussis), Kinderlähmung (Poliomyelitis) und Haemophilus influenzae Typ b (Hib) besteht nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts derzeit ein Lieferengpass für Einzel-Abpackungen, 10er-Packungen sind jedoch verfügbar (Stand 4. Juni 2018, pei.de/…/listen-node.html). Grundsätzlich sollte eine Impfserie mit dem Impfstoff abgeschlossen werden, mit dem sie begonnen wurde. Es ist jedoch möglich, bei einem Lieferengpass vergleichbare Impfstoffe zu verwenden .

Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt zur Grundimmunisierung gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio und Hib vier Impfungen, die bereits im Alter von 2, 3 und 4 Monaten sowie mindestens sechs Monate später im Alter von 11 bis 14 Monaten erfolgen sollten (3+1-Schema), um in einem möglichst frühen Alter einen zuverlässigen Schutz aufzubauen. Fehlende Impfungen sollten sobald wie möglich nachgeholt werden. Bitte achten Sie darauf, dass auch der weitere Impfschutz Ihrer Tochter - und der ganzen Familie - gemäß Impfkalender der STIKO komplett ist (gesundes-kind.de/…/).

Laut Fachinformationen zum Fünffach-Impfstoff Infanrix-IPV+Hib ist neben dem 3+1-Schema auch ein 2+1-Schema möglich, bei dem die ersten beiden Impfungen im Abstand von mindestens vier Wochen und die Auffrischimpfung frühestens sechs Monate später gegeben werden. Beide Impfschemata führen Studiendaten zufolge nach Abschluss zu einer vergleichbaren Antikörperbildung (Anteil der Kinder mit Antikörpertitern gegen die einzelnen Impfstoffantigene zwischen 99,2 und 100 Prozent). Die Fachinformationen sind zu finden unter portal.dimdi.de/…/Gate;jsessionid=8C29D2E57B0B045E2155614A0C2D49FE).

Eine Unterschreitung der empfohlenen Impfabstände sollte nicht erfolgen, da sonst die Wirksamkeit des Impfstoffs nicht gewährleistet ist. Eine Überschreitung der Abstände ist in der Regel nicht problematisch, verzögert aber den Aufbau der Immunität (rki.de/…/FAQ04.html?nn=2391120).

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir nur allgemeine Hinweise, aber keine individuelle Impfempfehlung geben können und besprechen Sie Ihr Anliegen nochmals mit Ihrem Kinderarzt.

Mit freundlichem Gruß
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.