Impfung gegen Meningokokken B?

3. Dezember 2018

Meine Tochter (3,5 Jahre) hat alle Impfungen nach Plan bekommen und zusätzlich die Meningokokken B Impfung. Die letzte Spritze sollte Sie im April bekommen. Aus Gesundheitlichen und Terminlichen Gründen ist dies bisher noch nicht geschehen. Auch den Termin im Dezember müssen wir verschieben weil sie aktuell an Scharlach erkrankt ist. Ich habe jetzt gehört und gelesen das die Wirkung der Impfung nicht sehr lange anhält. Macht es denn Sinn ihr die letzte Spritze überhaupt noch zu geben? Freue mich auf Ihre Antwort. Liebe Grüße

Bislang empfiehlt die Ständige Impfkommission STIKO die Impfung gegen Meningokokken B noch nicht als Routine-Impfung, sondern nur bei erhöhtem Erkrankungsrisiko. Ob gegen Meningokokken B geimpft wird, ist daher im Einzelfall abzuwägen. Da die Krankheitslast durch Meningokokken B in den ersten beiden Lebensjahren am höchsten ist, rät die STIKO Eltern, die ihr Kind impfen möchten, die Impfung so früh wie möglich durchführen zu lassen, das heißt bei Säuglingen ab dem Alter von zwei Monaten. Bisher können noch keine Aussagen zur längerfristigen Wirksamkeit der Meningokokken-B-Impfung getroffen werden (weitere Infos unter rki.de/…/faq_ges.html).

In einer aktuellen Studie konnten aber bei Jugendlichen 7,5 Jahre nach der Grundimmunisierung gegen Meningokokken B (4CMenB-Impfstoff) noch Antikörper nachgewiesen werden, auch wenn diese im Laufe der Zeit zurückgegangen waren. Durch eine zusätzliche Impfdosis 7,5 Jahre nach der Grundimmunisierung konnte eine starke Immunantwort erzielt werden.

Nach Fachinformationen des Impfstoff-Herstellers richtet sich das Schema der Impfung gegen Meningokokken B nach dem Alter des Geimpften zum Zeitpunkt der ersten Dosis. Leider ist aus Ihren Angaben nicht zu entnehmen, in welchem Alter und wie häufig Ihre Tochter bereits gegen Meningokokken B geimpft wurde.

Wurde die Impfserie gegen Meningokokken B im Alter von zwei bis fünf Monaten begonnen, sind nach Angaben des Herstellers zur Grundimmunisierung drei Dosen im Abstand von jeweils mindestens einem Monat erforderlich. Bei Erstimpfung im Alter von drei bis fünf Monaten werden zwei Dosen im Abstand von mindestens zwei Monaten gegeben. Bei beiden Schemata wird eine Auffrischimpfung im Alter von 12 bis 15 Monaten mit einem Mindestabstand von sechs Monaten zur abgeschlossenen Grundimmunisierung empfohlen. Im Fall einer Verzögerung sollte die Auffrischimpfung spätestens im Alter von 24 Monaten verabreicht werden.

Wenn die Impfserie im Alter von sechs bis elf Monaten begonnen wurde, werden zwei Dosen im Abstand von mindestens zwei Monaten gegeben und eine Auffrischimpfung sollte im zweiten Lebensjahr mit einem Mindestabstand von zwei Monaten zur abgeschlossenen Grundimmunisierung erfolgen.

Wurde im Alter von 12 bis 23 Monaten erstmalig gegen Meningokokken B geimpft, werden zwei Dosen im Abstand von mindestens zwei Monaten gegeben und 12 bis 23 Monate später sollte eine Auffrischimpfung verabreicht werden.

Ob und wann weitere Auffrischimpfungen notwendig sind, ist in den Fachinformationen noch nicht festgelegt.

Kinder ab zwei Jahren erhalten zur Grundimmunisierung zwei Dosen im Abstand von mindestens einem Monat, die Notwendigkeit einer Auffrischimpfung ist derzeit nicht bekannt.

Bitte lassen Sie sich von Ihrem Kinderarzt / Ihrer Kinderärztin individuell beraten, ob und wie auf der Basis der Eintragungen im Impfpass Ihres Kindes der Impfschutz gegen Meningokokken B zu vervollständigen ist.

Mit freundlichem Gruß
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.