Impfung gegen Pneumokokken und Rotaviren nachholen?

13. Dezember 2018

Sehr Damen und Herren,

unserer Sohn ist jetzt 4,5 Monate und unser Kinderarzt hat weder die Rotavieren noch die Pneumokken Impfung unserem Sohn gegeben. Doch im Impfausweis steht, das es schon längst hätte passieren sollen. Kann ich unseren Sohn noch nach impfen lassen und macht es dann noch sind und ist der Schutz dann noch ausreichend?

Mfg
Familie M.

Sehr geehrte Familie M.,

die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt die Impfung gegen Pneumokokken für alle Säuglinge ab dem Alter von zwei Monaten und für Menschen über 60 Jahren sowie bei erhöhter Gefährdung aufgrund bestimmter Erkrankungen.

Als Standardimpfung im Säuglingsalter empfiehlt die STIKO je eine Teilimpfung im Alter von zwei und vier Monaten sowie im Alter von elf bis 14 Monaten, Frühgeborene erhalten eine weitere Impfdosis im Alter von drei Monaten (siehe Impfkalender gesundes-kind.de/…/). Versäumte Impfungen gegen Pneumokokken sollten so bald wie möglich und bis zum zweiten Geburtstag nachgeholt werden, da Säuglinge und Kleinkinder zu den besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen zählen. Zur Impfung gegen Pneumokokken werden im ersten Lebensjahr zwei Dosen im Abstand von zwei Monaten und eine dritte Dosis mindestens sechs Monate später verabreicht. Ab dem Alter von zwölf Monaten reichen zwei Dosen im Abstand von mindestens acht Wochen aus.

Zum Aufbau eines Impfschutzes gegen Rotaviren sind je nach Impfstoff zwei bis drei Schluckimpfungen im Abstand von vier Wochen erforderlich. Die Impfserie sollte im Alter von sechs bis zwölf Wochen begonnen und bei Impfstoff mit Zwei-Dosen-Schema möglichst bis zum Alter von 16 Wochen bzw. bei Impfstoff mit Drei-Dosen-Schema bis zum Alter von 20 bis 22 Wochen abgeschlossen werden. Die Zwei-Dosen-Impfserie muss auf jeden Fall spätestens bis zum Alter von 24 Wochen und die Drei-Dosen-Serie spätestens bis zum Alter von 32 Wochen beendet sein. Nach vollständiger Impfung ist zu erwarten, dass der Impfschutz gegen schwere Rotavirus-Infektionen für zwei bis drei Jahre anhält und damit während der Zeit, in der eine erhöhte Gefährdung besteht. Die Alterseinschränkung für die Impfung sollte strikt eingehalten werden, da die Rotavirus-Impfung mit einem geringfügig erhöhten Risiko für eine Darmeinstülpung einhergeht (in der ersten Woche nach Verabreichung der ersten Impfstoffdosis ein bis zwei zusätzliche Invaginationen pro 100.000 geimpfte Kinder), das mit dem Alter des Geimpften zunimmt (weitere Infos unter rki.de/…/FAQ-Liste_Rotavirus_Impfen.html;jsessionid=C2DCC84CCDA7B665B213908CD3619083.1_cid381).

Bitte besprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt die Gründe, warum Ihr Sohn nicht gegen Pneumokokken und Rotaviren geimpft wurde und lassen Sie sich zum weiteren Vorgehen individuell beraten.

Mit freundlichem Gruß
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.