Nebenwirkungen nach Rotavirus-Impfung

20. Dezember 2020

Hallo zusammen,

mein Enkel hat vor 3,5 Wochen die Rotavirusimpfung bekommen. 5 Tage später war er im KH mit einer Darmumstülpung. Weitere 4 Tage später musste er wieder ins KH, das selbe Spiel. Seit dieser Impfung kämpft der kleine Kerl mit Bauchschmerzen. Mal mehr, mal weniger.

Nun zu meiner Frage: Wie lange halten diese Nebenwirkungen dieser Impfung an?

Warum wird diese Impfung weiter empfohlen? In Frankreich ist sie schon von der Empfehlung runter

Die Darminvagination (Darmeinstülpung) ist eine seltene Erkrankung, die insbesondere bei Kindern innerhalb des ersten Lebensjahres auftreten kann. Dabei kommt es zu einer Einstülpung eines proximalen (oberen) in den distalen (unteren) Darmanteil.

Anzeichen einer Darminvagination können starke Bauchschmerzen, anhaltendes Erbrechen und blutige Stühle sein, die umgehend ärztlich abgeklärt werden müssen. Bei Verdacht, dass ein Zusammenhang mit der Rotavirus-Impfung besteht, muss der behandelnde Arzt / die Ärztin dies an das Gesundheitsamt bzw. das Paul-Ehrlich-Institut melden.

Die Häufigkeit (Inzidenz) der Darminvagination liegt – unabhängig von Impfungen - in Deutschland bei ca. 60 bis 100 Fällen pro 100.000 Säuglinge innerhalb des ersten Lebensjahres. Nach der ersten Impfung gegen Rotaviren ist das Risiko für eine solche Darminvagination geringfügig erhöht (ein bis zwei zusätzliche Invaginationen pro 100.000 geimpfte Kinder), insbesondere innerhalb der ersten Woche nach der Impfung. Da dieses Risiko mit dem Alter des geimpften Säuglings zunimmt, muss die Impfserie unbedingt frühzeitig begonnen und rechtzeitig abgeschlossen werden.

Weitere Informationen zur Rotavirus-Impfung finden Sie unter www.gesundes-kind.de/impfungen/rotavirus-impfung/">gesundes-kind.de/…/ sowie beim Robert Koch-Institut unter rki.de/…/FAQ-Liste_Rotavirus_Impfen.html;jsessionid=9B96CAAE075F6B974E2A3F87077BCAAB.internet082.

Unsere Informationen auf www.gesundes-kind.de richten sich an Personen in Deutschland. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Impfempfehlungen anderer Länder nicht erörtern können. Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts ergeben sich aus der Aussetzung der Rotavirus-Impfung in Frankreich im Jahr 2015 keine Konsequenzen für die in Deutschland von der Ständigen Impfkommission STIKO getroffenen Impfempfehlungen (eine Erörterung der Sicherheitsaspekte finden Sie beim Paul-Ehrlich-Institut unter pei.de/…/2015-05-11-sicherheitsinformation-rotavirus-darminvagination.html, beim Robert Koch-Institut unter rki.de/…/STIKO_RotavirusImpfung.html sowie bei der WHO unter who.int/…/).

Nach der Impfung gegen Rotaviren zählen auch harmlose Bauchschmerzen zu den möglichen Nebenwirkungen. Diese treten allerdings in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung auf und gehen bald vorüber. Wochenlang immer wieder auftretende Bauchschmerzen im Säuglingsalter können viele andere Ursachen haben, beispielsweise die typischen Dreimonatskoliken. Dies sollte beim Kinderarzt / der Kinderärztin abgeklärt werden.

Auch bei Fragen rund ums Impfen sollte eine individuelle Beratung in der Kinderartpraxis erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

*Die in den Antworten gegebenen Informationen entsprechen dem wissenschaftlichen Stand zum Zeitpunkt der Erstellung.
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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.