Röteln-Impfung bei Kinderwunsch: Wie lange verhüten?

2. Juli 2017

Guten Tag,

seit 2 Jahren ist meiner Gynäkologin bekannt, dass ich gerne schwanger werden möchte. Neuerdings bin ich auch im Kinderwunschzentrum in Behandlung. Dort wurde jetzt der Röteln-Titer überprüft. Er liegt bei 9. Nun hat die Ärztin dort gesagt, dass ich mich erneut gegen Röteln impfen muss und dann 3 Monate nicht schwanger werden darf. Hier unter gesundes-kind.de/…/ habe ich gelesen, dass nur einen Monat lang verhütet werden muss. Kann ich mich auf diese Info verlassen? Ich wäre sehr froh, nicht 3 Monate warten zu müssen, zumal ich gerade die Eileiterdurchlässigkeitsprüfung hatte und die Monate danach statistisch ja 'erfolgreicher' sind, was das schwanger werden betrifft.

Vielen Dank für Ihren Rat und herzliche Grüße

Unser Hinweis, dass nach einer Impfung gegen Röteln eine Schwangerschaft über einen Zeitraum von einem Monat verhindert werden sollte, basiert auf den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (ausführliche Informationen unter rki.de/…/FAQ-Liste_Roeteln_Impfen.html) sowie auf den Fachinformationen der Impfstoff-Hersteller, die Fachkreisen zugänglich sind.

Zur Impfung gegen Röteln stehen Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung. Mit MMR-Kombinationsimpfstoff wird außer gegen Röteln auch gleichzeitig gegen Masern und Mumps geimpft.

Während der Schwangerschaft dürfen solche Lebendimpfstoffe nicht verabreicht werden, da ein theoretisches Risiko für den Fetus nicht ausgeschlossen werden kann. Bislang wurden jedoch in Fällen einer versehentlichen MMR- wie auch Windpocken (Varizellen)-Impfung in der Frühschwangerschaft, als diese noch nicht bekannt war, keine Schädigungen des Ungeborenen beobachtet. Eine versehentliche Lebendimpfung wäre kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch.

Bei Kinderwunsch sollte darauf geachtet werden, dass auch der übrige Impfschutz komplett ist. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter gesundes-kind.de/…/.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aus der Ferne, ohne alle relevanten Befunde im Einzelnen zu kennen, nur allgemeine Hinweise, aber keine individuellen Empfehlungen geben können. Bitte besprechen Sie Ihr Anliegen und die Gründe, warum Sie nach der Röteln-Impfung drei Monate lang nicht schwanger werden dürfen, mit Ihrer Ärztin.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

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Unser Expertenrat um Prof. Dr. med. Markus Knuf vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.