Schutz gegen Hib?

31. Mai 2019

Meine Tochter ist 3mal gegen Hib geimpft.In ihrer Kindergruppe gibt es jetzt einen Fall von Meningokokken Hib...wie gefährdet ist sie?
Vielen Dank schonmal

Je nach Impfschema kann die Impfung gegen das Bakterium Hib (Haemophilus influenzae Typ b) nach dreimaliger Impfung bereits vollständig sein, wenn zum Beispiel im Säuglingsalter Sechsfach-Impfstoff verwendet wurde und zwischen den ersten beiden Impfungen mindestens zwei Monate und zwischen der zweiten und dritten Impfung mindestens sechs Monate lagen. In Studien konnten bei bis zu 100 Prozent der so geimpften Kinder Antikörper (Anti-PrP) nachgewiesen werden. Bei anderen Impfschemata sind vier Teilimpfungen gegen Hib vorgesehen und der Anteil der Kinder, die bereits nach drei Impfungen Antikörper gebildet haben, ist etwas niedriger. Wie gut der individuelle Impfschutz gegen Hib ist, lässt sich im Einzelfall nicht vorhersagen.

Bitte lassen Sie in Ihrer Kinderarztpraxis bzw. durch das Gesundheitsamt anhand des Impfpasses Ihrer Tochter den Impfstatus überprüfen.

Unvollständig geimpfte Kinder unter 5 Jahren, die Kontakt mit einem an einer invasiven Hib-Infektion Erkrankten hatten und eine Gemeinschaftseinrichtung besuchen, sollten vorbeugend ein Antibiotikum bekommen. Auch andere enge Kontaktpersonen von Erkrankten sollten ein Antibiotikum erhalten, wenn sie mit einem unzureichend geimpften Kind unter 5 Jahren oder einem Immungeschwächten im Haushalt leben. Außerdem sollte bei Kindern unter 5 Jahren eine unvollständige Grundimmunisierung komplettiert werden.

Weitere Informationen zu Hib finden Sie auf unseren Internetseiten unter gesundes-kind.de/…/ sowie beim Robert Koch-Institut unter rki.de/…/FAQ-Liste_Haem_Impfen.html.

Die von Ihnen genannten Meningokokken sind andere Bakterien als Hib, können aber ebenso wie Hib eine Meningitis (Hirnhautentzündung) und weitere schwere Erkrankungen hervorrufen. Die Impfung gegen Hib schützt nicht vor Infektionen mit Meningokokken, gegen Meningokokken werden andere Impfstoffe eingesetzt.

Bitte fragen Sie genau nach, woran das Kind in der Kindergruppe Ihrer Tochter erkrankt ist. Lassen Sie sich von Ihrem Kinderarzt / Ihrer Kinderärztin individuell beraten bzw. folgen Sie den Empfehlungen des Gesundheitsamtes, ob und welche Schutzmaßnahmen für Ihre Tochter zu treffen sind.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

prof.knuf.jpg

Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.