Verdauungsbeschwerden nach Impfung gegen Rotaviren?

27. Juni 2021

Gestörter Stuhlgang nach der 2. Rotavirenimpfung?

Sehr geehrtes Expertenteam,

mein Sohn hatte die erste Schluckimpfung ohne Nebenwirkungen in der 11. Woche gut vertragen. Zur U4 bekam er in der 16. Woche dann die 2. Impfung (Rotarix) und danach hatte er 4 Tage keinen Stuhlgang und dann kam alles auf einmal,bestimmt 3 Windeln voll!

Den Tag zuvor hatte er schlimme Bauchschmerzen,ich wollte schon zum Notdienst fahren,doch mit Fenchel Kümmelöl für Kinder,haben wir das wieder schnell in den Griff bekommen.

Am gleichen Tag,nachdem alles auf einmal kam,hatte er sogar abends nochmal Stuhlgang ,aber da waren viele festere Stücke mit dabei. Und heute beginnt wieder der zweite Tag ohne Stuhlgang. Davor hatte er täglich 1-2 Mal Stuhlgang,höchstens mit einem Tag Pause.

Sorgen wegen einer Darmeinstülpung brauche ich mir ja bestimmt nicht mehr machen,da er ja bereits Stuhlgang hatte richtig?

Jetzt mache ich mir aber Sorgen,dass er durch die Impfung an Verstopfungen leiden könnte. Wäre das möglich? Und ab wann sollte man beim Kinderarzt nachfragen? Pendelt sich das wieder ein,oder bleibt das jetzt so?

Er trinkt gut und macht allgemein einen gut gelaunten Eindruck. Aber er hat auch viele Blähungen seit dem. Auch habe ich das Gefühl,er spuckt etwas mehr als es vorher der Fall war.

Es ärgert mich,da ich das Gefühl habe,ihn mehr damit geschadet zu haben.

Im Internet steht was von paar Tagen Nebenwirkungen,die Impfung war Dienstag.

Viele Grüße

Durchfall, Erbrechen und Reizbarkeit, gelegentlich auch Bauchschmerzen und Blähungen können zwar als vorübergehende Nebenwirkungen nach einer Impfung gegen Rotaviren auftreten.

Es ist jedoch generell nicht ungewöhnlich, dass Säuglinge manchmal mehrmals täglich oder auch drei bis vier Tage keinen Stuhlgang haben (weitere Infos finden Sie z.B. unter kindergesundheit-info.de/…/ oder kinderaerzte-im-netz.de/…/). Kommen Krankheitszeichen wie erhöhte Temperatur hinzu oder bleibt der Stuhlgang längere Zeit aus, sollte ein Kinderarzt / eine Kinderärztin zu Rate gezogen werden.

Auch Blähungen sind im Alter Ihres Sohnes durchaus üblich (weitere Infos und Tipps finden Sie zum Beispiel unter kindergesundheit-info.de/…/ ). Auch hier erhalten Sie Rat bei Ihrem Kinderatzt / Ihrer Kinderärztin.

Innerhalb der ersten Woche nach der Impfung ist zudem das Risiko für eine Darmeinstülpung (Invagination) leicht erhöht. Mögliche Anzeichen können starke Bauchschmerzen, Erbrechen oder blutige Stühle sein; bei solchen Symptomen ist sofort ärztliche Hilfe zu suchen.

Besteht bei gesundheitlichen Beschwerden nach Impfungen der Verdacht, dass es sich um Nebenwirkungen der Impfung handeln könnte, muss der Arzt / die Ärztin dies an das Gesundheitsamt oder das Paul-Ehrlich-Institut melden.

In Deutschland werden nur Impfstoffe zugelassen, deren Nutzen bei weitem mögliche Risiken überwiegt. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Impfung gegen Rotaviren mehr schadet als sie nützt. Denn es sind zwar Nebenwirkungen möglich – doch eine Infektion mit Rotaviren, vor der die Impfung schützt, könnte gerade im Säuglingsalter zu einem schweren Krankheitsverlauf und zu einer lebensbedrohlichen Austrocknung führen. Um das Risiko einer Darmeinstülpung so gering wie möglich zu halten, sollte die Impfung gegen Rotaviren so früh wie möglich erfolgen (weitere Infos unter gesundes-kind.de/…/).

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine medizinische Einzelfallberatung leisten können und wenden Sie sich am besten an Ihren Kinderarzt / Ihre Kinderärztin.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

*Die in den Antworten gegebenen Informationen entsprechen dem wissenschaftlichen Stand zum Zeitpunkt der Erstellung.
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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.