Wie hat die Impfaufklärung zu erfolgen?

12. April 2021

Guten Tag,

Wir impfen in meiner Praxis staendig und viel.

Die Aufklaerung erfolgt mündlich und schriftlich.

Nun habe ich eine Mfa zur Weiterbildung geschickt. Sie brachte die İnformation mit, dass bei der schriftlichen Aufklaerung beide Sorgeberechtigten unterschreiben müssten. Leider habe ich nach ausgiebigen Studium im Netz bis auf die Hinweise bei getrenntlebenden Sorgeberechtigten nicht konkretes gefunden .

Haben Sie weiterführende İnformationen für mich ?

Freundliche Grüsse

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts hat vor Durchführung einer Schutzimpfung der Arzt/die Ärztin „die Pflicht, die zu impfende Person oder den anwesenden Elternteil bzw. Sorgeberechtigten über die zu verhütende Krankheit und die Impfung aufzuklären, damit eine wirksame Einwilligungserklärung abgegeben werden kann“. Die Aufklärung kann auch durch eine entsprechend ausgebildete andere Person erfolgen.

Die Impfaufklärung muss gemäß § 630e BGB mündlich erfolgen. Ergänzend können auch Aufklärungsmerkblätter ausgehändigt werden, es muss jedoch stets die Möglichkeit gegeben sein, in einem persönlichen Gespräch Rückfragen zu stellen. Aufklärung und Einwilligung müssen in der Patientenakte dokumentiert werden. Die Dokumentation der mündlichen Einwilligung in der Patientenakte ist ausreichend. Eine schriftliche Einwilligung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, sie kann jedoch in Einzelfällen sinnvoll sein (rki.de/…/FAQ-Liste.html).

Grundsätzlich bedarf der behandelnde Arzt/die Ärztin bei medizinischen Maßnahmen der Zustimmung beider sorgeberechtigter Elternteile. Allerdings darf der Arzt/die Ärztin bei Routinemaßnahmen wie einer Impfung grundsätzlich davon ausgehen, dass der erschienene Elternteil vom anderen Elternteil zur Einwilligung ermächtigt wurde. Wenn der Arzt/die Ärztin jedoch entgegenstehende Anhaltspunkte hat, muss die Einwilligung des abwesenden Elternteils eingeholt werden
(haufe.de/…/was-gilt-bei-elternkontroverse-zur-impfung-eines-kindes_220_539274.html, Makoski K et al., Kinder- un dJugendarzt 7/2017, S. 387-389 kinder-undjugendarzt.de/kuja_inhalt.html ).

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir nur allgemeine Hinweise, jedoch keine rechtsverbindliche Auskunft geben können. In rechtlichen Zweifelsfällen können Sie sich von einer Anwaltskanzlei für Medizinrecht beraten lassen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

*Die in den Antworten gegebenen Informationen entsprechen dem wissenschaftlichen Stand zum Zeitpunkt der Erstellung.
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Unser Expertenrat vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz beantwortet Ihre Fragen zum Thema Impfschutz für Kinder.