Corona-Impfung gegen COVID-19
(Impfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2)

Krankheitsbild

Die Erkrankung COVID-19 wird durch das Coronavirus SARS-CoV-2 hervorgerufen. Eine Infektion kann unterschiedlich schwer verlaufen. Häufigste Symptome sind Husten, Fieber und Schnupfen sowie Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns. Es kann auch zu einer Lungenentzündung bis hin zum Lungenversagen und weiteren Komplikationen sowie zu Langzeitfolgen kommen.

Übertragung und Vorkommen

Das Coronavirus SARS-CoV-2 wird hauptsächlich durch Tröpfchen und Aerosole übertragen, die beim Husten und Niesen oder auch beim Atmen und Sprechen freigesetzt werden. Seit März 2020 besteht eine Corona-Pandemie mit einer weltweiten Verbreitung des Erregers.

Vorbeugung

Um die Corona-Pandemie einzudämmen, gelten Kontaktbeschränkungen und Verhaltensregeln.

Es stehen erste Impfstoffe gegen COVID-19 zur Verfügung, die ab dem Alter von 12 Jahren bzw. ab 18 Jahren zugelassen sind.

Impfstoff

Bislang sind zwei mRNA-Impfstoffe sowie zwei Vektorimpfstoffe gegen COVID-19 zugelassen.

Impfempfehlung

Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt die Impfung gegen COVID-19 für alle Erwachsenen. Für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren wird die Impfung insbesondere bei Vorliegen von Vorerkrankungen empfohlen.

 

Unser Rat für Sie:

Die Impfung gegen COVID-19 wird für alle Erwachsenen empfohlen. Auch für Kinder und Jugendliche ab dem Alter von 12 Jahren ist ein erster Impfstoff gegen COVID-19 zugelassen. Lassen Sie sich am besten bei Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt individuell beraten, ob die Corona-Impfung für Ihre Tochter oder Ihren Sohn infrage kommt.

Bei allgemeinen Fragen können Sie sich auch an die Experten der Universitätsklinik Mainz wenden. 

Krankheitsbild COVID-19

Symptome und Verlauf von COVID-19

Die Erkrankung COVID-19 (Corona Virus Disease 2019) wird durch das Coronavirus SARS-CoV-2 (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom-Coronavirus-2) hervorgerufen. Von der Ansteckung bis zum Auftreten erster Krankheitszeichen dauert es im Mittel fünf bis sechs Tage. Nach zehn bis 14 Tagen haben 95 Prozent der Infizierten Symptome entwickelt.

Eine Infektion mit dem Coronavirus kann unterschiedlich schwer verlaufen. Diese kann ganz ohne Krankheitszeichen bleiben, mit milden Symptomen einhergehen oder auch einen schweren, lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. Etwa jeder zehnte Erkrankte muss im Krankenhaus behandelt werden.

Häufigstes Symptom einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 ist Husten, der bei 41 Prozent auftritt. Knapp ein Drittel der Betroffenen hat Schnupfen, etwa ein Viertel bekommt Fieber. Bei jedem fünften Erkrankten machen sich Störungen des Geruchs- oder Geschmackssinns bemerkbar. Weitere mögliche Symptome sind Halsschmerzen, Bindehautentzündung, Atemnot, Lymphknotenschwellung, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Abgeschlagenheit. Auch über Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall wird berichtet. Ein Prozent der Erkrankten entwickelt eine Lungenentzündung. Diese tritt meist in der zweiten Krankheitswoche auf und kann bis zum Versagen der Atem- und Kreislauffunktion fortschreiten.

Außer an den Atemwegen kann das Coronavirus SARS-CoV-2 auch an anderen Organsystemen zu Komplikationen und Folgeerkrankungen führen: An der Haut können Ausschlag sowie Veränderungen auftreten, die einer Nesselsucht oder Frostbeulen ähneln. Vor allem bei schwerer Infektion der Atemwege kann es auch zu Schädigungen und Entzündungen des Herzmuskels, Herzschwäche, Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen kommen. Bei schwerem Verlauf besteht außerdem aufgrund einer krankhaft vermehrten Blutgerinnung ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel (Embolien). Störungen der Leber oder Niere sind ebenfalls möglich. In einzelnen Fällen wurden auch entzündliche Erkrankungen des Nervensystems, des Gehirns oder der Hirnhaut beobachtet. Insbesondere bei schwer an COVID-19 Erkrankten können auch weitere Infektionen hinzukommen. In einigen Fällen sind schwere Entzündungsreaktionen (Hyperinflammationssyndrom) mit einem lebensbedrohlichen Versagen mehrerer Organe aufgetreten.

Schwere Verläufe von COVID-19 sind zwar auch bei jüngeren Menschen und ohne bekannte Vorerkrankungen möglich. Bei einigen Personengruppen werden jedoch schwere Erkrankungen häufiger beobachtet: Dazu zählen ältere Menschen sowie Menschen mit starkem bis sehr starkem Übergewicht, mit Down-Syndrom (Trisomie 21), mit Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, chronischen Lungenerkrankungen, chronischen Nieren- oder Lebererkrankungen, neurologisch-psychiatrischen Erkrankungen wie beispielsweise Demenz, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Krebserkrankungen oder einer Schwächung des Immunsystems durch eine Erkrankung oder bestimmte Medikamente. Rauchen scheint das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ebenfalls zu erhöhen.

Noch Wochen bis Monate nach einer Erkrankung an COVID-19 können Symptome bestehen oder neu auftreten. Zu den häufig berichteten Beschwerden zählen Müdigkeit, Erschöpfung und eingeschränkte Belastbarkeit, Kurzatmigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Schlafstörungen, Muskelschwäche und -schmerzen sowie psychische Probleme wie depressive Symptome und Ängstlichkeit. Darüber hinaus werden auch Einschränkungen der Funktion von Lunge, Leber oder Nieren, Herzmuskelentzündungen sowie das Neuauftreten eines Diabetes mellitus beobachtet. Zuverlässige Daten, wie groß der Anteil an Erkrankten mit Langzeitfolgen (Long COVID) ist, liegen noch nicht vor.  

In der Schwangerschaft entwickeln sich nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 wahrscheinlich seltener Symptome. Das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ist gering, jedoch höher als bei nicht-schwangeren Frauen im gebärfähigen Alter. Schwangere mit schwererem Verlauf von COVID-19 haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Präeklampsie (sogenannte Schwangerschaftsvergiftung, die mit Bluthochdruck, Eiweiß im Urin und Wassereinlagerungen im Gewebe einhergeht) und vorzeitige Entbindung. Zu den Risikofaktoren für einen schwereren Verlauf zählen ein höheres mütterliches Alter, starkes Übergewicht, Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Schwangerschaftsdiabetes sowie Präeklampsie.

Ob sich eine Infektion der Mutter auf das Ungeborene auswirkt, ist derzeit noch nicht sicher geklärt. Grundsätzlich kann jedoch hohes Fieber im ersten Schwangerschaftsdrittel das Risiko von Komplikationen und Fehlbildungen erhöhen. Säuglinge von Müttern, die positiv auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet wurden, zeigen nach der Geburt in den meisten Fällen keine Krankheitszeichen.

Kinder sind für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 weniger empfänglich und scheinen auch weniger ansteckend zu sein. Der Verlauf einer Erkrankung an COVID-19 bleibt meist mild oder es treten gar keine Beschwerden auf. Unter den Krankheitszeichen stehen Husten, Fieber und Schnupfen im Vordergrund. Auch allgemeine Krankheitszeichen, Halsschmerzen, Muskelschmerzen, Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns, Atemnot und andere Symptome können auftreten. Magen-Darm-Beschwerden sind häufiger als bei Erwachsenen und auch ohne Krankheitszeichen der Atemwege möglich. Schwere Krankheitsverläufe entwickeln sich nur selten und betreffen insbesondere Säuglinge und Kleinkinder sowie Kinder mit Vorerkrankungen.

In Einzelfällen wird bei Kindern ein Pädiatrisches Inflammatorisches Multisystemisches Syndrom (PIMS) beobachtet. Dabei handelt es sich um eine Entzündungskrankheit mit Fieber, Magen-Darm-Beschwerden und Herzproblemen. Dies kann in Kombination mit einem Schocksyndrom (toxic shock syndrome, TSS) auftreten, bei dem unter anderem ein Blutdruckabfall hinzukommt.

Die Bedeutung der neuen Mutanten bezüglich der Krankheitslast bei Kindern ist noch unklar und bedarf einer genauen Beobachtung.

Weitere Informationen finden Sie im Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19 des Robert Koch-Instituts (RKI). Informationen zu COVID-19 im Kindesalter bieten auch die Internetseiten der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI).

 

Erkennung und Behandlung von COVID-19

Eine Infektion mit dem Coronavirus-SARS-CoV-2 lässt sich allein anhand der Krankheitszeichen meist nicht eindeutig erkennen und nicht sicher von anderen Atemwegserkrankungen wie Erkältung oder Grippe unterscheiden. Bei Symptomen, die auf COVID-19 hindeuten, sollten Sie zu Hause bleiben und telefonisch ärztlichen Rat einholen. In der Regel erhalten Sie dann einen Test auf das Coronavirus SARS-Cov-2. Wer Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatte, sollte ebenfalls zu Hause bleiben, auch wenn (noch) keine Symptome vorliegen, und sich an das Gesundheitsamt wenden.

Wird bei Ihnen eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durch einen positiven PCR-Test bestätigt, müssen Sie in Isolierung und für Ihre Haushaltsangehörigen sowie weitere Kontaktpersonen wird Quarantäne angeordnet. Dabei gelten eine Reihe Auflagen, die Ihnen das Gesundheitsamt bzw. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin erläutern.

Im Mittelpunkt der Therapie von COVID-19 stehen unterstützende Maßnahmen entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes sowie die Behandlung eventueller Grunderkrankungen. Ggf. werden direkt antiviral oder immunmodulatorisch wirksame Medikamente eingesetzt.

 

Übertragung und Vorkommen des Coronavirus SARS-CoV-2

Das Coronavirus SARS-CoV- 2 wird hauptsächlich durch Tröpfchen sowie Aerosole übertragen, die Infizierte beim Husten und Niesen oder auch beim Atmen und Sprechen versprühen. Während größere Tröpfchen schnell zu Boden sinken, können kleinere Aerosole längere Zeit in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen. Eine Ansteckung kann erfolgen, wenn solche virushaltigen Flüssigkeitspartikel beim Einatmen an die Schleimhäute der Nase oder des Mundes einer anderen Person gelangen. Auch eine Übertragung über die Hände, die mit der Mund- oder Nasenschleimhaut in Kontakt kommen, sowie über verunreinigte Oberflächen insbesondere in der unmittelbaren Umgebung von infizierten Personen, ist nicht auszuschließen.

Das Coronavirus SARS-CoV-2 kommt weltweit vor. Das Virus wurde erstmals im Dezember 2019 in China identifiziert. Nachdem festgestellt wurde, dass es mit dem bereits bekannten SARS-Erreger eng verwandt ist, wurde es SARS-CoV-2 (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom-Coronavirus-2) genannt. Im März 2020 wurde der COVID-19-Ausbruch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Pandemie erklärt.

Weltweit sind nach Angaben der WHO bislang mehr als 186 Millionen Fälle aufgetreten, rund 4 Millionen Menschen sind mit oder an COVID-19 verstorben. In Deutschland liegt die Zahl der gemeldeten Fälle nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei mehr als 3,7 Millionen, die Zahl der mit oder an COVID-19 Verstorbenen bei etwa 91.000. Dem täglichen Lagebericht des RKI zufolge ist die Verbreitung des Coronavirus derzeit vorwiegend ein diffuses Geschehen mit Häufungen insbesondere in privaten Haushalten.

 

Neue Virusvarianten von SARS-CoV-2

Durch Mutationen sind neue Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2 entstanden, die als besorgniserregend gelten.

Im September 2020 wurde im Vereinigten Königreich erstmals eine neue Virusvariante von SARS-CoV-2 nachgewiesen, die als B.1.1.7 (Alpha) bezeichnet wird. In  Südafrika wurde eine weitere Virusvariante gefunden, die B.1.351 (Beta) genannt wird. Im brasilianischen Staat Amazonas zirkuliert eine weitere neue Virusvariante, die Variante P.1 (B.1.1.28.1, Gamma). Die neue Virusvariante B.1.617.2 (Delta) wurde erstmals in Indien entdeckt. Diese Virusvarianten von SARS-CoV-2 breiten sich weltweit aus.

In Deutschland ist derzeit die Virusvariante Delta (B.1.617.2) vorherrschend und hat die Variante Alpha (B.1.1.7) verdrängt, die sich in den ersten Monaten des Jahres 2021 stark verbreitet hatte. Die Delta-Variante könnte ersten Ergebnissen zufolge noch ansteckender als Variante Alpha sein. Zudem könnten Infektionen mit der Variante Delta zu schwereren Krankheitsverläufen führen. Die Varianten Beta (B.1.351) und Gamma (P.1) wurden bisher in Deutschland nur vereinzelt nachgewiesen. Die Situation kann sich kurzfristig ändern, daher wird Rahmen der Coronavirus-Surveillance bundesweit vermehrt sequenziert, das heißt, das Erbgut von SARS-CoV-2 untersucht.

 

Vorbeugung

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist zwar aktuell niedrig, doch die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei. Bitte beachten Sie daher weiterhin die Corona-Regeln, die derzeit in Ihrem Bundesland und in Ihrer Stadt bzw. Gemeinde sowie in Einrichtungen wie Kitas und Schule oder an Ihrem Arbeitsplatz gelten. Um sich und andere vor dem Coronavirus SARS-CoV-2 zu schützen, sollten außerdem weitere Verhaltensregeln und die AHA+L+A-Formel eingehalten werden: Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag Maske tragen, regelmäßig lüften und die Corona-Warn-App nutzen.

Der wirksamste Scutz gegen COVID-19 ist die Impfung. Für vollständig geimpfte Personen – wie auch für Personen, die von einer Erkrankung an COVID-19 genesen sind – gelten einige Erleichterungen und Ausnahmen von aktuellen Corona-Maßnahmen. Da jedoch nicht auszuschließen ist, dass manche Personen sich trotz Impfung oder trotz durchgemachter Erkrankung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 anstecken und das Virus auf andere übertragen, gelten auch für Geimpfte und Genesene die Empfehlungen der AHA+L+A-Formel sowie die Pflichten zum Tragen von Masken.

Corona-Impfung gegen COVID-19

Impfstoffe gegen COVID-19

Gegen COVID-19 sind Impfstoffe ab dem Alter von 12 Jahren bzw. ab 18 Jahren zugelassen. Zahlreiche weitere befinden sich in der Entwicklung.

Bei den bereits in der Europäischen Union und damit auch in Deutschland zugelassenen Corona-Impfstoffen handelt es sich um die beiden mRNA-Impfstoffe Comirnaty (BioNTech/Pfizer) und Spikevax (Moderna) sowie die beiden Vektorimpfstoffe Vaxzevria (AstraZeneca) und CO­VID-19 Vac­ci­ne Jans­sen (Johnson & Johnson).   

RNA-Impfstoffe enthalten einen Teil des Erbguts von SARS-CoV-2 in Form von Boten-RNA (messenger RNA, mRNA). Diese stellen den Bauplan für die Bildung eines Oberflächeneiweißes von SARS-CoV-2, das sogenannte Spikeprotein, bereit. Nach der Impfung lesen einige Körperzellen die Anweisungen in der mRNA und bilden vorübergehend selbst das Spikeprotein.

Die Vektorimpfstoffe gegen COVID-19 basieren auf Adenoviren, die für den Menschen harmlos sind. Diese Viren wurden gentechnisch so verändert, dass sie in ihrem Erbgut den Bauplan für das Spikeprotein enthalten und somit als „Genfähre“ dienen. Auch nach Verabreichung dieses Impfstoffs wird das Spikeprotein von einigen Körperzellen selbst produziert.

Dadurch bereiten alle vier Impfstoffe den Körper darauf vor, eine Erkrankung an COVID-19 abzuwehren: Das nach der Impfung gebildete Spikeprotein wird vom Immunsystem als fremd erkannt und ruft als Antigen eine Immunantwort hervor: Zur Bekämpfung werden Antikörper gebildet und T-Zellen (weiße Blutkörperchen) aktiviert. Dadurch erkennt das Immunsystem bei einem späteren Kontakt der geimpften Person mit SRAS-CoV-2 das Virus und ist in der Lage, es abzuwehren.

 

Anwendung der Impfstoffe gegen das Coronavirus SARS-CoV-2

Bei den beiden zugelassenen mRNA-Impfstoffen gegen COVID-19 sind zur Immunisierung zwei Dosen erforderlich, die in der Regel in den Oberarm gespritzt werden.

Zwischen den beiden Dosen des mRNA-Impfstoffs Comirnaty (BioNTech/Pfizer), der ab dem Alter von 12 Jahren zugelassen ist, beträgt der empfohlene Abstand 3 bis 6 Wochen. Zwischen den beiden Dosen des mRNA-Impfstoffs Spikevax (Moderna), der ab dem Alter von 18 Jahren zugelassen ist, sollten 4 bis 6 Wochen liegen.

Auch zur Immunisierung mit dem vektorbasierten COVID-19-Impfstoff Vaxzevria (AstraZeneca), der ebenfalls für Erwachsene zugelassen ist, sind zwei Dosen erforderlich. Diese können gemäß Zulassung im Abstand von 4 bis 12 Wochen verabreicht werden. Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt einen Abstand von 9 bis 12 Wochen zwischen diesen beiden Impfungen. Der Impfstoff wird von der STIKO in erster Linie für Personen ab dem Alter von 60 Jahren empfohlen. Allen erstmalig mit Vaxzevria geimpften Personen – unabhängig vom Alter – empfiehlt die STIKO  anstelle der zweiten Dosis Vektorimpfstoff eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs in einem Abstand von mindestens 4 Wochen (heterologes Impfschema).

Auch die Impfung mit dem Vektorimpfstoff COVID-19 Vaccine Janssen (Johnson & Johnson), der ebenfalls ab dem Alter von 18 Jahren zugelassen ist, wird von der STIKO ab dem Alter von 60 Jahren empfohlen. Bei diesem Impfstoff ist nur eine Dosis erforderlich.

Laut STIKO-Empfehlung bleibt die Anwendung der Vektorimpfstoffe bei Erwachsenen unter 60 Jahren weiterhin möglich, wenn sie diese Entscheidung gemeinsam mit ihrer Ärztin / ihrem Arzt nach sorgfältiger Aufklärung und individueller Risikoanalyse treffen.

Bei Personen, die eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, reicht bei allen Impfstoffen eine Dosis aus. Diese kann der STIKO zufolge ab 4 Wochen nach Abklingen der COVID-19-Symptome verabreicht werden.

Vor bzw. nach jeder Impfung gegen COVID-19 sollte ein Abstand von mindestens 14 Tagen zu anderen planbaren Impfungen eingehalten werden (Notfallimpfungen sind davon ausgenommen).

Die STIKO empfiehlt die generelle Impfung in der Schwangerschaft derzeit nicht. Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem sich daraus ergebenden hohen Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 oder mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände kann nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel angeboten werden.

Zur Anwendung der COVID-19-Impfstoffe in der Stillzeit liegen aktuell nur wenige Daten vor. Die STIKO hält es jedoch für sehr unwahrscheinlich, dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit ein Risiko für den Säugling darstellt.

Für Kinder unter 12 Jahren sind derzeit noch keine Impfstoffe zugelassen.

 

Wirksamkeit der COVID-19-Impfstoffe

Nach derzeitigem Kenntnisstand weisen die mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 eine Wirksamkeit von bis zu 95 Prozent auf. Die Auswertung der Studiendaten zum mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer ergab, dass die Zahl der vollständig Geimpften, die COVID-19 jeglicher Schwere entwickelten, um 95 Prozent niedriger lag als die Zahl der entsprechend Erkrankten in der Kontrollgruppe. Im Studienprogramm zum mRNA-Impfstoff von Moderna traten unter den Geimpften im Vergleich zur Kontrollgruppe 94,1 Prozent weniger Erkrankungen jeglicher Schweregrade auf.

Für den Vektorimpfstoff von AstraZeneca liegt die Wirksamkeit laut Fachinformation bei 59,5 Prozent. Dies ergaben Studien, in denen im Vergleich zur Kontrollgruppe 59,5 Prozent weniger Teilnehmer, die nach dem Standardimpfschema mit einem Abstand von vier bis zwölf Wochen geimpft worden waren, an COVID-19 jeglicher Schwere erkrankten. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts liegt nach derzeitigem Erkenntnisstand die Wirksamkeit bei einem Abstand von zwölf Wochen zwischen den beiden Dosen, wie von der STIKO empfohlen, bei bis zu 80 Prozent in allen Altersgruppen. Daten zur Effektivität nach der ersten Dosis ergaben, dass schwere Erkrankungen an COVID-19, bei denen ein Krankenhausaufenthalt notwendig ist, zu 95 Prozent verhindert werden können.

Der Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson weist gemäß Fachinformation bezüglich der Verhinderung COVID-19 jeglicher Schwere eine Wirksamkeit von 67 Prozent auf. Die Wirksamkeit bezüglich der Verhinderung von schweren Erkrankungen an COVID-19, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei etwa 100 Prozent.

Alle Impfstoffe, die aktuell in Deutschland zur Verfügung stehen, sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts nach derzeitigem Erkenntnisstand auch gegen die neuen Virusvarianten wirksam. Auch bei Infektionen mit der Delta-Variante besteht nach vollständiger Impfung ein hoher Schutz gegen Erkrankungen und schwere Verläufe. Bei einer unvollständigen Impfserie (eine von zwei Impfdosen) wurde jedoch eine stark verringerte Wirksamkeit gegen die Delta-Variante nachgewiesen.

Wie lange der Impfschutz anhält, ist derzeit noch nicht bekannt.

 

Wer geimpft sein sollte

Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt die Impfung gegen COVID-19 für alle Erwachsenen. Für die Impfung soll einer der beiden zugelassenen mRNA-Impfstoffe (Comirnaty von BioNTech/Pfizer oder Spikevax von Moderna) oder einer der beiden zugelassenen Vektor-basierten Impfstoffe (Vaxzevria von AstraZeneca oder COVID-19 Vaccine Janssen von Johnson & Johnson) verwendet werden

Für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren empfiehlt die STIKO die Impfung mit Comirnaty (BioNTech/Pfizer), wenn aufgrund von Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 besteht. Dazu zählen:

  • starkes Übergewicht (Adipositas),
  • eingeschränkte Immunfunktion (Immundefizienz oder Immunsuppression),
  • bestimmte angeborene Herzfehler,
  • schwere Herzinsuffizienz,
  • schwere pulmonale Hypertonie (Lungenhochdruck),
  • chronische Lungenerkrankung mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion,
  • chronische Niereninsuffizienz,
  • chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen,
  • bösartige Tumorerkrankungen,
  • Trisomie 21 (Down-Syndrom),
  • syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung,
  • nicht ausreichend ein­gestellter Diabetes mellitus.

Zudem empfiehlt die STIKO die Impfung gegen COVID-19 Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren, in deren Umfeld sich Kontaktpersonen mit hoher Gefährdung für einen schweren Verlauf von COVID-19 befinden, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen der Verdacht besteht, dass der Schutz nach der Impfung unzureichend ist (z.B. aufgrund einer Immunsuppression).

Auch für Jugendliche mit arbeitsbedingt erhöhtem Ansteckungsrisiko wird eine Impfung gegen COVID-19 empfohlen.

Die Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren ohne Vorerkrankungen wird derzeit nicht allgemein empfohlen. Die Impfung ist aber nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz des Kindes oder Jugendlichen bzw. der Sorgeberechtigten möglich.

Für die Organisation der Corona-Impfung sind die Bundesländer zuständig. Informationen, wie Sie sich in Impfzentren für die Impfung anmelden können, finden Sie auf den Internetseiten Ihres Bundeslandes. Arztpraxen regeln die Terminvergabe für die Corona-Impfungen selbst. Außerdem sind Impfungen gegen COVID-19 durch Betriebsärztinnen und -ärzte möglich.

 

Wer nicht geimpft werden sollte

Kinder und Jugendliche unter 12 bzw. unter 18 Jahren (je nach Zulassung des Impfstoffs) sollen nicht geimpft werden.

Bei einer akuten Erkrankung mit Fieber sollte erst nach der Genesung geimpft werden. Eine Erkältung oder leicht erhöhte Temperatur (unter 38,5° C) ist jedoch kein Grund, die Impfung zu verschieben.

Bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegenüber einem Impfstoffbestandteil sollte nicht geimpft werden. Wer nach der ersten Impfung eine allergische Sofortreaktion (Anaphylaxie) hatte, sollte die zweite Impfung nicht erhalten.

Personen, die in der Vergangenheit an einem Kapillarlecksyndrom gelitten haben, dürfen nicht mit Vaxzevria (AstraZeneca) geimpft werden. Personen, bei denen nach einer Impfung mit Vaxzevria Blutgerinnsel mit einer Verringerung der Blutplättchenzahl aufgetreten sind, dürfen nicht erneut mit diesem Impfstoff geimpft werden.

 

Nebenwirkungen der Impfstoffe gegen COVID-19

Zu den möglichen Nebenwirkungen der Impfung gegen COVID-19 zählen folgende Impfreaktionen und seltene Komplikationen:

Mögliche Lokal- und Allgemeinreaktionen

Wie bei allen Impfungen kann es nach der Impfung gegen COVID-19 als Ausdruck der Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff zu Lokal- und Allgemeinreaktionen kommen.

Die häufigsten in Studien beobachteten Nebenwirkungen waren Schmerzen an der Einstichstelle. Unter den Allgemeinreaktionen waren Abgeschlagenheit sowie Kopfschmerzen am häufigsten. Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen waren ebenfalls sehr häufig. Auch Übelkeit und Erbrechen zählten zu den möglichen Nebenwirkungen.

Auch allergische Reaktionen können auftreten.

 

Mögliche Komplikationen

In den Zulassungsstudien traten unerwünschte Ereignisse mit hohem Schweregrad und solche, die als lebensbedrohlich klassifiziert wurden, nach Gabe von COVID-19-Impfstoff nicht häufiger auf als nach Gabe von Placebo.

Die Sicherheit der COVID-19-Impfstoffe wird auch nach der Markteinführung weiterhin kontinuierlich überwacht.

Seit Einführung der Impfung wurde über einige anaphylaktische Reaktionen bei Geimpften berichtet.

In den Zulassungsstudien beider mRNA-Impfstoffe wurde in wenigen Fällen eine vorübergehende Gesichtslähmung beobachtet, bei denen ein Zusammenhang mit der COVID-19-Impfung nicht ausgeschlossen werden konnte.

Nach der Impfung mit Vektorimpfstoff traten in sehr seltenen Fällen Thrombosen (Blutgerinnsel) verbunden mit einer Verringerung der Blutplättchenzahl (Thrombozytopenie) auf. Einige der Fälle endeten tödlich. Geimpfte Personen sollten daher sofort ärztliche Hilfe suchen, wenn sie Symptome wie Atemnot, Brustschmerzen, Bauchschmerzen, Schwellungen der Beine, starke oder anhaltende Kopfschmerzen oder Sehstörungen entwickeln. Auch wenn einige Tage nach der Impfung Blutergüsse oder punktförmige Hautblutungen außerhalb der Einstichstelle auftreten, sollte ein Arzt oder eine Ärztin hinzugezogen werden. Da seltene, aber sehr schwere thrombotische Nebenwirkungen überwiegend bei Menschen im Alter unter 60 Jahren auftraten, wird die Impfung mit Vektorimpfstoff von der STIKO erst für Personen ab dem Alter von 60 Jahren empfohlen.   

Nach Impfung mit Vektorimpfstoff wurden sehr selten Fälle eines Kapillarlecksyndroms beobachtet, teilweise bei Personen, die früher bereits an einem Kapillarlecksyndrom erkrankt waren und zum Teil mit tödlichem Ausgang. Das Kapillarlecksyndrom ist gekennzeichnet durch eine rasch fortschreitende Schwellung der Arme und Beine, plötzliche Gewichtszunahme sowie Schwächegefühl und erfordert ebenfalls eine sofortige ärztliche Behandlung.

Weitere Informationen rund um die Corona-Impfung finden Sie auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts (RKI), des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) sowie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Auch in Zeiten von Corona sollten Sie alle fälligen Kinderimpfungen durchführen lassen. Einen Überblick über die aktuellen Impfempfehlungen finden Sie im Impfkalender. Ihr Kinderarzt bzw. Ihre Kinderärztin wird Sie individuell beraten.

13.07.2021 / Redaktion Gesundes-Kind.de
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