Impfung gegen COVID-19
(Corona-Impfung)

Krankheitsbild

Die Erkrankung COVID-19 wird durch das Coronavirus SARS-CoV-2 hervorgerufen. Eine Infektion kann unterschiedlich schwer verlaufen. Häufigste Symptome sind Husten, Fieber und Schnupfen sowie Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns. Es kann auch zu einer Lungenentzündung bis hin zum Lungenversagen und weiteren Komplikationen kommen.

Übertragung und Vorkommen

Das Coronavirus SARS-CoV-2 wird hauptsächlich durch Tröpfchen und Aerosole übertragen, die beim Husten und Niesen oder auch beim Atmen und Sprechen freigesetzt werden. Seit März 2020 besteht eine Corona-Pandemie mit einer weltweiten Verbreitung des Erregers.

Vorbeugung

Um die Corona-Pandemie einzudämmen, gelten weitreichende Kontaktbeschränkungen und Verhaltensregeln.

Es stehen erste Impfstoffe gegen COVID-19 zur Verfügung, die ab dem Alter von 16 Jahren bzw. ab 18 Jahren zugelassen sind.

Impfstoff

Bislang sind zwei mRNA-Impfstoffe sowie ein Vektorimpfstoff gegen COVID-19 zugelassen, weitere befinden sich in der Entwicklung.

Impfempfehlung

Bisher ist noch nicht ausreichend Impfstoff für die gesamte Bevölkerung verfügbar. Daher wird die Corona-Impfung bislang nur Personengruppen angeboten, die ein besonders hohes Risiko für einen schweren Verlauf haben oder bei denen berufsbedingt ein höheres Ansteckungsrisiko bzw. enger Kontakt zu gefährdeten Personen besteht.

 

Unser Rat für Sie:

Bitte beachten Sie die derzeit geltenden Kontaktbeschränkungen und Verhaltensregeln zum Schutz vor dem Coronavirus SARS-CoV-2. Wenn Sie zu den Personengruppen zählen, die bereits Anspruch auf eine Corona-Impfung haben, lassen Sie sich entsprechend den geltenden Empfehlungen impfen.

Wenn Sie noch mehr hierzu wissen möchten, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder an die Experten der Universitätsklinik Mainz.

Krankheitsbild COVID-19

Symptome und Verlauf von COVID-19

Die Erkrankung COVID-19 (Corona Virus Disease 2019) wird durch das Coronavirus SARS-CoV-2 (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom-Coronavirus-2) hervorgerufen. Von der Ansteckung bis zum Auftreten erster Krankheitszeichen dauert es im Mittel fünf bis sechs Tage. Nach zehn bis 14 Tagen haben 95 Prozent der Infizierten Symptome entwickelt.

Eine Infektion mit dem Coronavirus kann unterschiedlich schwer verlaufen. Diese kann ganz ohne Krankheitszeichen bleiben, mit milden Symptomen einhergehen oder auch einen schweren, lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. Etwa jeder zehnte Erkrankte muss im Krankenhaus behandelt werden.

Häufigstes Symptom einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 ist Husten, der bei 40 Prozent auftritt. Etwas mehr als ein Viertel der Betroffenen hat Schnupfen, ähnlich viele bekommen Fieber. Bei etwa jedem fünften Erkrankten machen sich Störungen des Geruchs- oder Geschmackssinns bemerkbar. Weitere mögliche Symptome sind Halsschmerzen, Bindehautentzündung, Atemnot, Lymphknotenschwellung, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Abgeschlagenheit. Auch über Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall wird berichtet. Ein Prozent der Erkrankten entwickelt eine Lungenentzündung. Diese tritt meist in der zweiten Krankheitswoche auf und kann bis zum Versagen der Atem- und Kreislauffunktion fortschreiten.

Außer an den Atemwegen kann das Coronavirus SARS-CoV-2 auch an anderen Organsystemen zu seltenen Komplikationen und Folgeerkrankungen führen: An der Haut können Ausschlag sowie Veränderungen auftreten, die einer Nesselsucht oder Frostbeulen ähneln. Vor allem bei schwerer Infektion der Atemwege kann es auch zu Schädigungen und Entzündungen des Herzmuskels, Herzschwäche, Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen kommen. Bei schwerem Verlauf besteht außerdem aufgrund einer krankhaft vermehrten Blutgerinnung ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel (Embolien). Störungen der Leber oder Niere sind ebenfalls möglich. In einzelnen Fällen wurden auch entzündliche Erkrankungen des Nervensystems, des Gehirns oder der Hirnhaut beobachtet. Insbesondere bei schwer an COVID-19 Erkrankten können auch weitere Infektionen hinzukommen. In einigen Fällen sind schwere Entzündungsreaktionen (Hyperinflammationssyndrom) mit einem lebensbedrohlichen Versagen mehrerer Organe aufgetreten.

Schwere Verläufe von COVID-19 können zwar auch bei jüngeren Menschen und ohne bekannte Vorerkrankungen auftreten. Bei einigen Personengruppen werden jedoch schwere Erkrankungen häufiger beobachtet: Dazu zählen ältere Menschen sowie Menschen mit starkem bis sehr starkem Übergewicht, mit Down-Syndrom (Trisomie 21), mit Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, chronischen Lungenerkrankungen, chronischen Nieren- oder Lebererkrankungen, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Krebserkrankungen oder einer Schwächung des Immunsystems durch eine Erkrankung oder bestimmte Medikamente. Rauchen scheint das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ebenfalls zu erhöhen.

Noch Wochen bis Monate nach einer Erkrankung an COVID-19 können Symptome bestehen oder neu auftreten. Zuverlässige Daten, wie groß der Anteil an Erkrankten mit Langzeitfolgen ist, liegen noch nicht vor.  

In der Schwangerschaft entwickeln sich nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 wahrscheinlich seltener Symptome. Im gebärfähigen Alter ist das Risiko für schwere Krankheitsverläufe nach bisherigen Beobachtungen im Allgemeinen gering. Möglicherweise haben aber Schwangere, die Krankheitszeichen von COVID-19 entwickeln, ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf, insbesondere wenn die genannten Risikofaktoren vorliegen.

Ob sich eine Infektion der Mutter auf das Ungeborene auswirkt, ist derzeit noch nicht sicher geklärt. Grundsätzlich kann jedoch hohes Fieber im ersten Schwangerschaftsdrittel das Risiko von Komplikationen und Fehlbildungen erhöhen. Säuglinge von Müttern, die positiv auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet wurden, zeigen nach der Geburt in den meisten Fällen keine Krankheitszeichen.

Kinder erkranken seltener an COVID-19 als Erwachsene. Sie sind für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 weniger empfänglich und scheinen auch weniger ansteckend zu sein. Der Verlauf einer Erkrankung an COVID-19 bleibt meist mild oder es treten gar keine Beschwerden auf. Unter den Krankheitszeichen stehen Fieber und Husten im Vordergrund. Magen-Darm-Beschwerden sind häufiger als bei Erwachsenen und auch ohne Krankheitszeichen der Atemwege möglich. Schwere Krankheitsverläufe entwickeln sich nur selten und betreffen insbesondere Säuglinge und Kleinkinder sowie Kinder mit Vorerkrankungen.

In Einzelfällen wird bei Kindern ein Pädiatrisches Inflammatorisches Multisystemisches Syndrom (PIMS) beobachtet. Dabei handelt es sich um eine Entzündungskrankheit mit Fieber, Magen-Darm-Beschwerden und Herzproblemen. Dies kann in Kombination mit einem Schocksyndrom (toxic shock syndrome, TSS) auftreten, bei dem unter anderem ein Blutdruckabfall hinzukommt.

Weitere Informationen finden Sie im Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19 des Robert Koch-Instituts (RKI).

 

Erkennung und Behandlung von COVID-19

Eine Infektion mit dem Coronavirus-SARS-CoV-2 lässt sich allein anhand der Krankheitszeichen meist nicht eindeutig erkennen und nicht sicher von anderen Atemwegserkrankungen wie Erkältung oder Grippe unterscheiden. Bei Symptomen, die auf COVID-19 hindeuten, sollten Sie zu Hause bleiben und telefonisch ärztlichen Rat einholen. In der Regel erhalten Sie dann einen Test auf das Coronavirus SARS-Cov-2. Wer Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatte, sollte ebenfalls zu Hause bleiben, auch wenn (noch) keine Symptome vorliegen, und sich an das Gesundheitsamt wenden.

Wird bei Ihnen eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durch einen positiven Corona-Test bestätigt, müssen Sie in Isolierung und für Ihre Haushaltsangehörigen sowie weitere Kontaktpersonen wird Quarantäne angeordnet. Dabei gelten eine Reihe Auflagen, die Ihnen das Gesundheitsamt bzw. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin erläutern.

Im Mittelpunkt der Therapie von COVID-19 stehen unterstützende Maßnahmen entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes sowie die Behandlung eventueller Grunderkrankungen. Ggf. werden direkt antiviral oder immunmodulatorisch wirksame Medikamente eingesetzt.

 

Übertragung und Vorkommen des Coronavirus SARS-CoV-2

Das Coronavirus SARS-CoV- 2 wird hauptsächlich durch Tröpfchen sowie Aerosole übertragen, die Infizierte beim Husten und Niesen oder auch beim Atmen und Sprechen versprühen. Während größere Tröpfchen schnell zu Boden sinken, können kleinere Aerosole längere Zeit in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen. Eine Ansteckung kann erfolgen, wenn solche virushaltigen Flüssigkeitspartikel beim Einatmen an die Schleimhäute der Nase oder des Mundes einer anderen Person gelangen. Auch eine Übertragung über die Hände, die mit der Mund- oder Nasenschleimhaut in Kontakt kommen, sowie über verunreinigte Oberflächen insbesondere in der unmittelbaren Umgebung von infizierten Personen, ist nicht auszuschließen.

Das Coronavirus SARS-CoV-2 kommt weltweit vor. Das Virus wurde erstmals im Dezember 2019 in China identifiziert. Nachdem festgestellt wurde, dass es mit dem bereits bekannten SARS-Erreger eng verwandt ist, wurde es SARS-CoV-2 (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom-Coronavirus-2) genannt. Im März 2020 wurde der COVID-19-Ausbruch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Pandemie erklärt. Weltweit sind nach Angaben der WHO bislang mehr als 100 Millionen Fälle aufgetreten, über zwei Millionen Menschen sind mit oder an COVID-19 verstorben. In Deutschland liegt die Zahl der gemeldeten Fälle nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei rund 2,3 Millionen, die Zahl an oder mit COVID-19 Verstorbenen bei über 60.000. Dem täglichen Lagebericht des RKI zufolge kommt es zu Ansteckungen insbesondere in Haushalten, im beruflichen Umfeld und in Alten- und Pflegeheimen.

Im Dezember 2020 wurde im Vereinigten Königreich sowie in Südafrika je eine neue Virusvariante von SARS-CoV-2 entdeckt, die ansteckender zu sein scheint. Im brasilianischen Staat Amazonas zirkuliert eine weitere neue Virusvariante. Alle drei Varianten wurden auch bereits in Deutschland nachgewiesen.     

 

Vorbeugung

Um die Corona-Pandemie einzudämmen, wurden von Bund und Ländern Kontaktbeschränkungen und eine Reihe weiterer Maßnahmen beschlossen. Dazu zählt eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen. Bitte beachten Sie die Corona-Regeln, die derzeit in Ihrem Bundesland und in Ihrer Stadt bzw. Gemeinde sowie in Einrichtungen wie Kitas und Schule oder an Ihrem Arbeitsplatz gelten. Um sich und andere vor dem Coronavirus SARS-CoV-2 zu schützen, sollten außerdem weitere Verhaltensregeln beachtet werden. Eine gute Orientierung gibt die AHA+L+A-Formel: Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag Maske tragen, regelmäßig lüften und die Corona-Warn-App nutzen.

Darüber hinaus stehen erste Impfstoffe gegen COVID-19 zur Verfügung. 

Corona-Impfung gegen COVID-19

Impfstoffe gegen COVID-19

Gegen COVID-19 sind erste Impfstoffe ab dem Alter von 16 Jahren bzw. ab 18 Jahren zugelassen, zahlreiche weitere befinden sich in der Entwicklung.

Bei den bereits in der Europäischen Union und damit auch in Deutschland zugelassenen Corona-Impfstoffen handelt es sich um zwei mRNA-Impfstoffe sowie um einen Vektorimpfstoff.  

RNA-Impfstoffe enthalten einen Teil des Erbguts von SARS-CoV-2 in Form von Boten-RNA (messenger RNA, mRNA). Diese stellen den Bauplan für die Bildung eines Oberflächeneiweißes von SARS-CoV-2, das sogenannte Spikeprotein, bereit. Nach der Impfung lesen einige Körperzellen die Anweisungen in der mRNA und bilden vorübergehend selbst das Spikeprotein.

Der Vektorimpfstoff gegen COVID-19 basiert auf Adenoviren, die für den Menschen harmlos sind. Diese Viren wurden gentechnisch so verändert, dass sie in ihrem Erbgut den Bauplan für das Spikeprotein enthalten und somit als „Genfähre“ dienen. Auch nach Verabreichung dieses Impfstoffs wird das Spikeprotein von einigen Körperzellen selbst produziert.

Dadurch bereiten alle drei Impfstoffe den Körper darauf vor, eine Erkrankung an COVID-19 abzuwehren: Das nach der Impfung gebildete Spikeprotein wird vom Immunsystem als fremd erkannt und ruft als Antigen eine Immunantwort hervor: Zur Bekämpfung werden Antikörper gebildet und T-Zellen (weiße Blutkörperchen) aktiviert. Dadurch erkennt das Immunsystem bei einem späteren Kontakt der geimpften Person mit SRAS-CoV-2 das Virus und ist in der Lage, es abzuwehren.

 

Anwendung der Impfstoffe gegen das Coronavirus SARS-CoV-2

Bei allen drei zugelassenen Impfstoffen gegen COVID-19 sind zur Immunisierung zwei Dosen erforderlich, die in der Regel in den Oberarm gespritzt werden.

Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt für den mRNA-Impfstoff, der ab dem Alter von 16 Jahren zugelassen ist, einen Abstand von drei bis sechs Wochen zwischen den beiden Dosen, für den anderen mRNA-Impfstoff, der ab dem Alter von 18 Jahre zugelassen ist, einen Abstand von vier bis sechs Wochen.

Der vektorbasierte COVID-19-Impfstoff, der ebenfalls für Erwachsene zugelassen ist, wird von der STIKO nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren empfohlen. Zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren liegen der STIKO zufolge keine ausreichenden Daten vor. Als Abstand zwischen den beiden Impfungen empfiehlt die STIKO neun bis zwölf Wochen. 

Für das Kindesalter sind derzeit noch keine Impfstoffe zugelassen.

 

Wirksamkeit der COVID-19-Impfstoffe

Nach derzeitigem Kenntnisstand weisen die mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 eine Wirksamkeit von bis zu 95 Prozent auf. Die Auswertung der Studiendaten zum mRNA-Impfstoff, der ab dem Alter von 16 Jahren zugelassen ist, ergab, dass die Zahl der vollständig Geimpften, die COVID-19 mit mindestens einem der Symptome Fieber, Husten, Kurzatmigkeit, Schüttelfrost, Geschmacks- oder Geruchsverlust, Halsschmerzen, Durchfall oder Erbrechen entwickelten, um 95 Prozent niedriger lag als die Zahl der entsprechend Erkrankten in der Kontrollgruppe (8 mittels PCR-Test bestätigte COVID-19-Fälle bei 18.198 Geimpften, 162 bestätigte Fälle bei 18.325 Teilnehmern der Kontrollgruppe). Im Studienprogramm zum mRNA-Impfstoff, der ab dem Alter von 18 Jahren zugelassen ist, traten im Vergleich zur Kontrollgruppe unter den Geimpften 94,1 Prozent weniger Erkrankungen an COVID-19 mit mindestens zwei Allgemeinsymptomen oder einem Symptom der Atemwege auf (11 bestätigte COVID-19-Fälle bei 14.131 Geimpften, 185 betätigte Fälle bei 14.073 Teilnehmern der Kontrollgruppe).   

Für den Vektorimpfstoff liegt die Wirksamkeit laut Fachinformation bei knapp 60 Prozent. Dies ergaben zwei Studien, in denen im Vergleich zur Kontrollgruppe 59,5 Prozent weniger Teilnehmer im Alter ab 18 Jahren, die nach dem Standardimpfschema mit einem Abstand von vier bis 12 Wochen geimpft worden waren, virologisch bestätigt an COVID-19 erkrankten und mindestens eines der Symptome Fieber, Husten, Kurzatmigkeit oder Störungen des Geruchs- oder Geschmackssinns aufwiesen (64 bestätigte COVID-19-Fälle bei 5.228 Geimpften, 154 bestätigte Fälle bei 5.210 Probanden der Kontrollgruppe). Nach Angaben des Robert Koch-Instituts liegt die Wirksamkeit einer Impfung mit dem Vektorimpfstoff im Alter von 18 bis 64 Jahren und mit einem Abstand von neun bis zwölf Wochen zwischen den beiden Dosen, wie von der STIKO empfohlen, bei 70 Prozent

Wie lange der Impfschutz anhält, ist derzeit noch nicht bekannt. Der Schutz setzt auch nicht sofort nach der Impfung ein, und einige geimpfte Personen bleiben ungeschützt. Außerdem ist noch nicht klar, ob trotz Impfung eine Besiedlung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 möglich ist, die zu einer Ansteckung anderer führen könnte. Daher empfiehlt das Robert Koch-Institut, dass auch Geimpfte die Infektionsschutzmaßnahmen einhalten und die AHA+L+A-Formel beachten sollten (siehe Abschnitt „Vorbeugung“).

 

Wer geimpft sein sollte

Die Corona-Schutzimpfung kann noch nicht der gesamten Bevölkerung angeboten werden, da bislang nur begrenzte Mengen Impfstoff zur Verfügung stehen. Zunächst werden Personengruppen geimpft, die ein besonders hohes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 haben oder bei denen berufsbedingt ein höheres Ansteckungsrisiko bzw. enger Kontakt zu besonders gefährdeten Personen besteht.

Mit höchster Priorität werden derzeit geimpft:

  • Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen,
  • Personen ab dem Alter von 80 Jahren,
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit hohem Ansteckungsrisiko,
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit engem Kontakt zu gefährdeten Personen,
  • Personal in der Pflege.

Einzelheiten, in welcher Reihenfolge die Impfung weiterer Bevölkerungsgruppen vorgesehen ist, können Sie dem Stufenplan der STIKO zur Priorisierung der COVID-19-Impfung sowie der Impfverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) entnehmen.

 

Vergabe von Impfterminen

Die Impfung gegen COVID-19 erfolgt derzeit in Impfzentren sowie über mobile Impfteams. Eine Corona-Impfung in Arztpraxen ist noch nicht möglich. Für die Organisation und die Vergabe von Impfterminen sind die Bundesländer zuständig. Informationen, wie Sie sich für die Impfung in Ihrem Bundesland anmelden können, finden Sie auf den Internetseiten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung www.116117.de sowie auf den Internetseiten der Bundesländer.

 

Wer nicht geimpft werden sollte

Kinder und Jugendliche unter 16 bzw. unter 18 Jahren (je nach Zulassung des Impfstoffs) sollen nicht geimpft werden.

Bei einer akuten Erkrankung mit Fieber sollte erst nach der Genesung geimpft werden. Eine Erkältung oder leicht erhöhte Temperatur (unter 38,5° C) ist jedoch kein Grund, die Impfung zu verschieben.

Bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegenüber einem Impfstoffbestandteil sollte nicht geimpft werden. Wer nach der ersten Impfung eine allergische Sofortreaktion (Anaphylaxie) hatte, sollte die zweite Impfung nicht erhalten.

Die STIKO empfiehlt die generelle Impfung in der Schwangerschaft derzeit nicht. In Einzelfällen können Schwangere mit Vorerkrankungen, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung haben, nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung geimpft werden. Die STIKO hält es für unwahrscheinlich, dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit ein Risiko für den Säugling darstellt.

 

Nebenwirkungen der Impfstoffe gegen COVID-19

Zu den möglichen Nebenwirkungen der Impfung gegen COVID-19 zählen folgende Impfreaktionen und seltene Komplikationen:

Mögliche Lokal- und Allgemeinreaktionen

Wie bei allen Impfungen kann es nach der Impfung gegen COVID-19 als Ausdruck der Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff zu Lokal- und Allgemeinreaktionen kommen.

Die häufigsten in Studien beobachteten Nebenwirkungen waren Schmerzen an der Einstichstelle. Unter den Allgemeinreaktionen waren Abgeschlagenheit sowie Kopfschmerzen am häufigsten. Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen waren ebenfalls sehr häufig. Auch Übelkeit und Erbrechen zählten zu den möglichen Nebenwirkungen.

Auch allergische Reaktionen können auftreten.

In den Zulassungsstudien beider mRNA-Impfstoffe wurde in wenigen Fällen eine vorübergehende Gesichtslähmung beobachtet, bei denen ein Zusammenhang mit der COVID-19-Impfung nicht ausgeschlossen werden konnte.

 

Mögliche Komplikationen

In den Zulassungsstudien traten unerwünschte Ereignisse mit hohem Schweregrad und solche, die als lebensbedrohlich klassifiziert wurden, nach Gabe von Impfstoff nicht häufiger auf als nach Gabe von Placebo.

Die Sicherheit der COVID-19-Impfstoffe wird weiterhin kontinuierlich überwacht. Weitere Informationen zur Arzneimittelsicherheit finden Sie auf den Internetseiten des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI).

Weitere Informationen rund um die Corona-Impfung finden Sie auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts (RKI), des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) sowie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Auch in Zeiten von Corona sollten Sie alle fälligen Kinderimpfungen durchführen lassen. Einen Überblick über die aktuellen Impfempfehlungen finden Sie im Impfkalender. Ihr Kinderarzt bzw. Ihre Kinderärztin wird Sie individuell beraten.

16.02.2021 / Redaktion Gesundes-Kind.de
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