Impfung gegen COVID-19
(Corona-Impfung)

Krankheitsbild

Die Erkrankung COVID-19 wird durch das Coronavirus SARS-CoV-2 hervorgerufen. Eine Infektion kann unterschiedlich schwer verlaufen. Häufigste Symptome sind Husten, Fieber und Schnupfen sowie Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns. Es kann auch zu einer Lungenentzündung bis hin zum Lungenversagen und weiteren Komplikationen kommen.

Übertragung und Vorkommen

Das Coronavirus SARS-CoV-2 wird hauptsächlich durch Tröpfchen und Aerosole übertragen, die beim Husten und Niesen oder auch beim Atmen und Sprechen freigesetzt werden. Seit März 2020 besteht eine Corona-Pandemie mit einer weltweiten Verbreitung des Erregers.

Vorbeugung

Um die Corona-Pandemie einzudämmen, gelten weitreichende Kontaktbeschränkungen und Verhaltensregeln.

Es stehen erste Impfstoffe gegen COVID-19 zur Verfügung, die ab dem Alter von 16 Jahren bzw. ab 18 Jahren zugelassen sind.

Impfstoff

Bislang sind zwei mRNA-Impfstoffe sowie zwei Vektorimpfstoffe gegen COVID-19 zugelassen, weitere befinden sich in der Entwicklung.

Impfempfehlung

Bisher ist noch nicht ausreichend Impfstoff für die gesamte Bevölkerung verfügbar. Daher wird die Corona-Impfung zunächst Personengruppen angeboten, die ein besonders hohes Risiko für einen schweren Verlauf haben oder bei denen berufsbedingt ein höheres Ansteckungsrisiko bzw. enger Kontakt zu gefährdeten Personen besteht.

 

Unser Rat für Sie:

Bitte beachten Sie die derzeit geltenden Kontaktbeschränkungen und Verhaltensregeln zum Schutz vor dem Coronavirus SARS-CoV-2. Wenn Sie zu den Personengruppen zählen, die bereits Anspruch auf eine Corona-Impfung haben, lassen Sie sich entsprechend den geltenden Empfehlungen impfen.

Wenn Sie noch mehr hierzu wissen möchten, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder an die Experten der Universitätsklinik Mainz.

Krankheitsbild COVID-19

Symptome und Verlauf von COVID-19

Die Erkrankung COVID-19 (Corona Virus Disease 2019) wird durch das Coronavirus SARS-CoV-2 (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom-Coronavirus-2) hervorgerufen. Von der Ansteckung bis zum Auftreten erster Krankheitszeichen dauert es im Mittel fünf bis sechs Tage. Nach zehn bis 14 Tagen haben 95 Prozent der Infizierten Symptome entwickelt.

Eine Infektion mit dem Coronavirus kann unterschiedlich schwer verlaufen. Diese kann ganz ohne Krankheitszeichen bleiben, mit milden Symptomen einhergehen oder auch einen schweren, lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. Etwa jeder zehnte Erkrankte muss im Krankenhaus behandelt werden.

Häufigstes Symptom einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 ist Husten, der bei 40 Prozent auftritt. Etwas mehr als ein Viertel der Betroffenen hat Schnupfen, ähnlich viele bekommen Fieber. Bei etwa jedem fünften Erkrankten machen sich Störungen des Geruchs- oder Geschmackssinns bemerkbar. Weitere mögliche Symptome sind Halsschmerzen, Bindehautentzündung, Atemnot, Lymphknotenschwellung, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Abgeschlagenheit. Auch über Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall wird berichtet. Ein Prozent der Erkrankten entwickelt eine Lungenentzündung. Diese tritt meist in der zweiten Krankheitswoche auf und kann bis zum Versagen der Atem- und Kreislauffunktion fortschreiten.

Außer an den Atemwegen kann das Coronavirus SARS-CoV-2 auch an anderen Organsystemen zu seltenen Komplikationen und Folgeerkrankungen führen: An der Haut können Ausschlag sowie Veränderungen auftreten, die einer Nesselsucht oder Frostbeulen ähneln. Vor allem bei schwerer Infektion der Atemwege kann es auch zu Schädigungen und Entzündungen des Herzmuskels, Herzschwäche, Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen kommen. Bei schwerem Verlauf besteht außerdem aufgrund einer krankhaft vermehrten Blutgerinnung ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel (Embolien). Störungen der Leber oder Niere sind ebenfalls möglich. In einzelnen Fällen wurden auch entzündliche Erkrankungen des Nervensystems, des Gehirns oder der Hirnhaut beobachtet. Insbesondere bei schwer an COVID-19 Erkrankten können auch weitere Infektionen hinzukommen. In einigen Fällen sind schwere Entzündungsreaktionen (Hyperinflammationssyndrom) mit einem lebensbedrohlichen Versagen mehrerer Organe aufgetreten.

Schwere Verläufe von COVID-19 sind zwar auch bei jüngeren Menschen und ohne bekannte Vorerkrankungen möglich. Bei einigen Personengruppen werden jedoch schwere Erkrankungen häufiger beobachtet: Dazu zählen ältere Menschen sowie Menschen mit starkem bis sehr starkem Übergewicht, mit Down-Syndrom (Trisomie 21), mit Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, chronischen Lungenerkrankungen, chronischen Nieren- oder Lebererkrankungen, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Krebserkrankungen oder einer Schwächung des Immunsystems durch eine Erkrankung oder bestimmte Medikamente. Rauchen scheint das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ebenfalls zu erhöhen.

Noch Wochen bis Monate nach einer Erkrankung an COVID-19 können Symptome bestehen oder neu auftreten. Zuverlässige Daten, wie groß der Anteil an Erkrankten mit Langzeitfolgen ist, liegen noch nicht vor.  

In der Schwangerschaft entwickeln sich nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 wahrscheinlich seltener Symptome. Im gebärfähigen Alter ist das Risiko für schwere Krankheitsverläufe nach bisherigen Beobachtungen im Allgemeinen gering. Möglicherweise haben aber Schwangere, die Krankheitszeichen von COVID-19 entwickeln, ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf, insbesondere wenn die genannten Risikofaktoren vorliegen.

Ob sich eine Infektion der Mutter auf das Ungeborene auswirkt, ist derzeit noch nicht sicher geklärt. Grundsätzlich kann jedoch hohes Fieber im ersten Schwangerschaftsdrittel das Risiko von Komplikationen und Fehlbildungen erhöhen. Säuglinge von Müttern, die positiv auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet wurden, zeigen nach der Geburt in den meisten Fällen keine Krankheitszeichen.

Kinder erkranken seltener an COVID-19 als Erwachsene. Sie sind für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 weniger empfänglich und scheinen auch weniger ansteckend zu sein. Der Verlauf einer Erkrankung an COVID-19 bleibt meist mild oder es treten gar keine Beschwerden auf. Unter den Krankheitszeichen stehen Husten, Fieber und Schnupfen im Vordergrund. Auch allgemeine Krankheitszeichen, Halsschmerzen, Muskelschmerzen, Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns, Atemnot und andere Symptome können auftreten. Magen-Darm-Beschwerden sind häufiger als bei Erwachsenen und auch ohne Krankheitszeichen der Atemwege möglich. Schwere Krankheitsverläufe entwickeln sich nur selten und betreffen insbesondere Säuglinge und Kleinkinder sowie Kinder mit Vorerkrankungen.

In Einzelfällen wird bei Kindern ein Pädiatrisches Inflammatorisches Multisystemisches Syndrom (PIMS) beobachtet. Dabei handelt es sich um eine Entzündungskrankheit mit Fieber, Magen-Darm-Beschwerden und Herzproblemen. Dies kann in Kombination mit einem Schocksyndrom (toxic shock syndrome, TSS) auftreten, bei dem unter anderem ein Blutdruckabfall hinzukommt.

Die Bedeutung der neuen Mutanten bezüglich der Krankheitslast bei Kindern ist noch unklar und bedarf einer genauen Beobachtung.

Weitere Informationen finden Sie im Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19 des Robert Koch-Instituts (RKI). Informationen zu COVID-19 im Kindesalter bieten die Internetseiten der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI).

 

Erkennung und Behandlung von COVID-19

Eine Infektion mit dem Coronavirus-SARS-CoV-2 lässt sich allein anhand der Krankheitszeichen meist nicht eindeutig erkennen und nicht sicher von anderen Atemwegserkrankungen wie Erkältung oder Grippe unterscheiden. Bei Symptomen, die auf COVID-19 hindeuten, sollten Sie zu Hause bleiben und telefonisch ärztlichen Rat einholen. In der Regel erhalten Sie dann einen Test auf das Coronavirus SARS-Cov-2. Wer Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatte, sollte ebenfalls zu Hause bleiben, auch wenn (noch) keine Symptome vorliegen, und sich an das Gesundheitsamt wenden.

Wird bei Ihnen eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durch einen positiven PCR-Test bestätigt, müssen Sie in Isolierung und für Ihre Haushaltsangehörigen sowie weitere Kontaktpersonen wird Quarantäne angeordnet. Dabei gelten eine Reihe Auflagen, die Ihnen das Gesundheitsamt bzw. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin erläutern.

Im Mittelpunkt der Therapie von COVID-19 stehen unterstützende Maßnahmen entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes sowie die Behandlung eventueller Grunderkrankungen. Ggf. werden direkt antiviral oder immunmodulatorisch wirksame Medikamente eingesetzt.

 

Übertragung und Vorkommen des Coronavirus SARS-CoV-2

Das Coronavirus SARS-CoV- 2 wird hauptsächlich durch Tröpfchen sowie Aerosole übertragen, die Infizierte beim Husten und Niesen oder auch beim Atmen und Sprechen versprühen. Während größere Tröpfchen schnell zu Boden sinken, können kleinere Aerosole längere Zeit in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen. Eine Ansteckung kann erfolgen, wenn solche virushaltigen Flüssigkeitspartikel beim Einatmen an die Schleimhäute der Nase oder des Mundes einer anderen Person gelangen. Auch eine Übertragung über die Hände, die mit der Mund- oder Nasenschleimhaut in Kontakt kommen, sowie über verunreinigte Oberflächen insbesondere in der unmittelbaren Umgebung von infizierten Personen, ist nicht auszuschließen.

Das Coronavirus SARS-CoV-2 kommt weltweit vor. Das Virus wurde erstmals im Dezember 2019 in China identifiziert. Nachdem festgestellt wurde, dass es mit dem bereits bekannten SARS-Erreger eng verwandt ist, wurde es SARS-CoV-2 (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom-Coronavirus-2) genannt. Im März 2020 wurde der COVID-19-Ausbruch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Pandemie erklärt.

Weltweit sind nach Angaben der WHO bislang mehr als 136 Millionen Fälle aufgetreten, fast 3 Millionen Menschen sind mit oder an COVID-19 verstorben. In Deutschland liegt die Zahl der gemeldeten Fälle nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei über 3 Millionen, die Zahl der an oder mit COVID-19 Verstorbenen bei etwa 79.000. Dem täglichen Lagebericht des RKI zufolge kommt es zu Ansteckungen insbesondere in Haushalten, aber auch in Kitas, Schulen und im beruflichen Umfeld.

Im Dezember 2020 wurde aus dem Vereinigten Königreich erstmals über eine neue Virusvariante von SARS-CoV-2 berichtet, die als B.1.1.7 bezeichnet wird. In  Südafrika wurde eine weitere Virusvariante gefunden, die B.1.351 genannt wird. Im brasilianischen Staat Amazonas zirkuliert eine weitere neue Virusvariante, die Variante P.1. Die besonders ansteckende Variante B.1.1.7 dominiert aktuell in Deutschland. Die Ausbreitung von B.1.351 ist in Deutschland geringer, Variante P.1 wurde bisher nur vereinzelt nachgewiesen. Die Situation kann sich kurzfristig ändern.

 

Vorbeugung

Um die Corona-Pandemie einzudämmen, wurden von Bund und Ländern Kontaktbeschränkungen und eine Reihe weiterer Maßnahmen beschlossen. Dazu zählt eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen. Bitte beachten Sie die Corona-Regeln, die derzeit in Ihrem Bundesland und in Ihrer Stadt bzw. Gemeinde sowie in Einrichtungen wie Kitas und Schule oder an Ihrem Arbeitsplatz gelten. Um sich und andere vor dem Coronavirus SARS-CoV-2 zu schützen, sollten außerdem weitere Verhaltensregeln beachtet werden. Eine gute Orientierung gibt die AHA+L+A-Formel: Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag Maske tragen, regelmäßig lüften und die Corona-Warn-App nutzen.

Darüber hinaus stehen erste Impfstoffe gegen COVID-19 zur Verfügung. 

Corona-Impfung gegen COVID-19

Impfstoffe gegen COVID-19

Gegen COVID-19 sind erste Impfstoffe ab dem Alter von 16 Jahren bzw. ab 18 Jahren zugelassen, zahlreiche weitere befinden sich in der Entwicklung.

Bei den bereits in der Europäischen Union und damit auch in Deutschland zugelassenen Corona-Impfstoffen handelt es sich um zwei mRNA-Impfstoffe sowie um zwei Vektorimpfstoffe.  

RNA-Impfstoffe enthalten einen Teil des Erbguts von SARS-CoV-2 in Form von Boten-RNA (messenger RNA, mRNA). Diese stellen den Bauplan für die Bildung eines Oberflächeneiweißes von SARS-CoV-2, das sogenannte Spikeprotein, bereit. Nach der Impfung lesen einige Körperzellen die Anweisungen in der mRNA und bilden vorübergehend selbst das Spikeprotein.

Die Vektorimpfstoffe gegen COVID-19 basieren auf Adenoviren, die für den Menschen harmlos sind. Diese Viren wurden gentechnisch so verändert, dass sie in ihrem Erbgut den Bauplan für das Spikeprotein enthalten und somit als „Genfähre“ dienen. Auch nach Verabreichung dieses Impfstoffs wird das Spikeprotein von einigen Körperzellen selbst produziert.

Dadurch bereiten alle vier Impfstoffe den Körper darauf vor, eine Erkrankung an COVID-19 abzuwehren: Das nach der Impfung gebildete Spikeprotein wird vom Immunsystem als fremd erkannt und ruft als Antigen eine Immunantwort hervor: Zur Bekämpfung werden Antikörper gebildet und T-Zellen (weiße Blutkörperchen) aktiviert. Dadurch erkennt das Immunsystem bei einem späteren Kontakt der geimpften Person mit SRAS-CoV-2 das Virus und ist in der Lage, es abzuwehren.

 

Anwendung der Impfstoffe gegen das Coronavirus SARS-CoV-2

Bei den beiden zugelassenen mRNA-Impfstoffen gegen COVID-19 sind zur Immunisierung zwei Dosen erforderlich, die in der Regel in den Oberarm gespritzt werden.

Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt für den mRNA-Impfstoff, der ab dem Alter von 16 Jahren zugelassen ist (Comirnaty) sowie für den mRNA-Impfstoff, der ab dem Alter von 18 Jahre zugelassen ist (COVID-19 Vaccine Moderna), einen Abstand von sechs Wochen zwischen den beiden Dosen.

Auch zur Immunisierung mit dem bereits verfügbaren vektorbasierten COVID-19-Impfstoff (Vaxzevria, früher COVID-19 Vaccine AstraZeneca), der ebenfalls für Erwachsene zugelassen ist, sind zwei Dosen erforderlich. Die STIKO empfiehlt einen Abstand von 12 Wochen zwischen diesen beiden Impfungen. Der Impfstoff wird von der STIKO nur für Personen ab dem Alter von 60 Jahren empfohlen. Jüngere Personen, die bereits eine erste Dosis erhalten haben, sollten nach 12 Wochen anstelle der zweiten Dosis Vektorimpfstoff eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs erhalten. Laut STIKO-Empfehlung bleibt jedoch die Anwendung dieses Vektorimpfstoffs bei Personen unter 60 Jahren für eine erste oder zweite Impfstoffdosis weiterhin möglich, wenn sie diese Entscheidung gemeinsam mit ihrer Ärztin / ihrem Arzt treffen.

Der andere zugelassene Vektorimpfstoff (COVID-19 Vaccine Janssen), der ebenfalls ab dem Alter von 18 Jahren zugelassen, jedoch noch nicht verfügbar ist, kann der STIKO zufolge für alle Altersgruppen im Erwachsenenalter eingesetzt werden. Bei diesem Impfstoff ist nur eine Dosis erforderlich.

Für das Kindesalter sind derzeit noch keine Impfstoffe zugelassen.

 

Wirksamkeit der COVID-19-Impfstoffe

Nach derzeitigem Kenntnisstand weisen die mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 eine Wirksamkeit von bis zu 95 Prozent auf. Die Auswertung der Studiendaten zum mRNA-Impfstoff, der ab dem Alter von 16 Jahren zugelassen ist, ergab, dass die Zahl der vollständig Geimpften, die COVID-19 jeglicher Schwere entwickelten, um 95 Prozent niedriger lag als die Zahl der entsprechend Erkrankten in der Kontrollgruppe. Im Studienprogramm zum mRNA-Impfstoff, der ab dem Alter von 18 Jahren zugelassen ist, traten unter den Geimpften im Vergleich zur Kontrollgruppe 94,1 Prozent weniger Erkrankungen jeglicher Schweregrade auf.

Für den bereits verfügbaren Vektorimpfstoff liegt die Wirksamkeit laut Fachinformation bei 59,5 Prozent. Dies ergaben Studien, in denen im Vergleich zur Kontrollgruppe 59,5 Prozent weniger Teilnehmer, die nach dem Standardimpfschema mit einem Abstand von vier bis zwölf Wochen geimpft worden waren, an COVID-19 jeglicher Schwere erkrankten. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts liegt nach derzeitigem Erkenntnisstand die Wirksamkeit bei einem Abstand von zwölf Wochen zwischen den beiden Dosen, wie von der STIKO empfohlen, bei bis zu 80 Prozent in allen Altersgruppen. Daten zur Effektivität nach der ersten Dosis ergaben, dass schwere Erkrankungen an COVID-19, bei denen ein Krankenhausaufenthalt notwendig ist, zu 95 Prozent verhindert werden können.

Der zweite zugelassene Vektorimpfstoff, der noch nicht verfügbar ist, weist gemäß Fachinformation bezüglich der Verhinderung COVID-19 jeglicher Schwere eine Wirksamkeit von 67 Prozent auf. Auch hier liegt die Wirksamkeit bezüglich der Verhinderung schwerer Verläufe von COVID-19 deutlich höher. 

Wie lange der Impfschutz anhält, ist derzeit noch nicht bekannt. Der Schutz setzt auch nicht sofort nach der Impfung ein, und einige geimpfte Personen bleiben ungeschützt. Außerdem ist noch nicht klar, ob trotz Impfung eine Besiedlung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 möglich ist, die zu einer Ansteckung anderer führen könnte. Daher empfiehlt das Robert Koch-Institut, dass auch Geimpfte die Infektionsschutzmaßnahmen einhalten und die AHA+L+A-Formel beachten sollten (siehe Abschnitt „Vorbeugung“).

 

Wer geimpft sein sollte

Die Corona-Schutzimpfung kann noch nicht der gesamten Bevölkerung angeboten werden, da bislang nur begrenzte Mengen Impfstoff zur Verfügung stehen. Deshalb ist eine Priorisierung erfolgt, in welcher Reihenfolge geimpft wird.

Zunächst werden Personengruppen geimpft, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 haben oder bei denen berufsbedingt ein höheres Ansteckungsrisiko bzw. enger Kontakt zu besonders gefährdeten Personen besteht.

In welcher Reihenfolge die Impfung verschiedener Bevölkerungsgruppen vorgesehen ist, wird in der Impfverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit festgelegt, die auf der Impfempfehlung der STIKO basiert. Einzelheiten können Sie einer Übersicht zur Impfreihenfolge entnehmen.

Für die Organisation und die Vergabe von Impfterminen sind die Bundesländer zuständig. Informationen, ob Sie bereits Anspruch auf eine Impfung haben und wie Sie sich in Impfzentren für die Impfung anmelden können, finden Sie auf den Internetseiten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung www.116117.de sowie auf den Internetseiten Ihres Bundeslandes.

Seit Anfang April können auch Arztpraxen Impfungen gegen COVID-19 anbieten. Die Terminvergabe regeln die Praxen selbst.

 

Wer nicht geimpft werden sollte

Kinder und Jugendliche unter 16 bzw. unter 18 Jahren (je nach Zulassung des Impfstoffs) sollen nicht geimpft werden.

Bei einer akuten Erkrankung mit Fieber sollte erst nach der Genesung geimpft werden. Eine Erkältung oder leicht erhöhte Temperatur (unter 38,5° C) ist jedoch kein Grund, die Impfung zu verschieben.

Bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegenüber einem Impfstoffbestandteil sollte nicht geimpft werden. Wer nach der ersten Impfung eine allergische Sofortreaktion (Anaphylaxie) hatte, sollte die zweite Impfung nicht erhalten.

Die STIKO empfiehlt die generelle Impfung in der Schwangerschaft derzeit nicht. In Einzelfällen können Schwangere mit Vorerkrankungen, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung haben, nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung geimpft werden. Die STIKO hält es für unwahrscheinlich, dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit ein Risiko für den Säugling darstellt.

 

Nebenwirkungen der Impfstoffe gegen COVID-19

Zu den möglichen Nebenwirkungen der Impfung gegen COVID-19 zählen folgende Impfreaktionen und seltene Komplikationen:

Mögliche Lokal- und Allgemeinreaktionen

Wie bei allen Impfungen kann es nach der Impfung gegen COVID-19 als Ausdruck der Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff zu Lokal- und Allgemeinreaktionen kommen.

Die häufigsten in Studien beobachteten Nebenwirkungen waren Schmerzen an der Einstichstelle. Unter den Allgemeinreaktionen waren Abgeschlagenheit sowie Kopfschmerzen am häufigsten. Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen waren ebenfalls sehr häufig. Auch Übelkeit und Erbrechen zählten zu den möglichen Nebenwirkungen.

Auch allergische Reaktionen können auftreten.

In den Zulassungsstudien beider mRNA-Impfstoffe wurde in wenigen Fällen eine vorübergehende Gesichtslähmung beobachtet, bei denen ein Zusammenhang mit der COVID-19-Impfung nicht ausgeschlossen werden konnte.

 

Mögliche Komplikationen

In den Zulassungsstudien traten unerwünschte Ereignisse mit hohem Schweregrad und solche, die als lebensbedrohlich klassifiziert wurden, nach Gabe von COVID-19-Impfstoff nicht häufiger auf als nach Gabe von Placebo.

Die Sicherheit der COVID-19-Impfstoffe wird auch nach der Markteinführung weiterhin kontinuierlich überwacht.

Seit Einführung der Impfung wurde über einige anaphylaktische Reaktionen bei Geimpften berichtet.

Nach der Impfung mit dem bereits verfügbaren Vektorimpfstoff (Vaxzevria, früher COVID-19 Vaccine AstraZeneca) traten in sehr seltenen Fällen innerhalb von 16 Tagen nach der Impfung Thrombosen (Blutgerinnsel) verbunden mit einer Verringerung der Blutplättchenzahl (Thrombozytopenie) und in einigen Fällen auch zusammen mit Blutungen auf. Einige der Fälle endeten tödlich. Geimpfte Personen sollten daher sofort ärztliche Hilfe suchen, wenn sie Symptome wie Atemnot, Brustschmerzen, Bauchschmerzen, Schwellungen der Beine, starke oder anhaltende Kopfschmerzen oder Sehstörungen entwickeln. Auch wenn einige Tage nach der Impfung Blutergüsse oder punktförmige Hautblutungen außerhalb der Einstichstelle auftreten, sollte ein Arzt oder eine Ärztin hinzugezogen werden. Da seltene, aber sehr schwere thrombotische Nebenwirkungen überwiegend bei Menschen im Alter unter 60 Jahren auftraten, wird die Impfung mit diesem Vektorimpfstoff von der STIKO erst für Personen ab dem Alter von 60 Jahren empfohlen.    

Weitere Informationen rund um die Corona-Impfung finden Sie auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts (RKI), des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) sowie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Auch in Zeiten von Corona sollten Sie alle fälligen Kinderimpfungen durchführen lassen. Einen Überblick über die aktuellen Impfempfehlungen finden Sie im Impfkalender. Ihr Kinderarzt bzw. Ihre Kinderärztin wird Sie individuell beraten.

14.04.2021 / Redaktion Gesundes-Kind.de
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