Corona-Impfung gegen COVID-19
(Impfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2)

Krankheitsbild

Die Erkrankung COVID-19 wird durch das Coronavirus SARS-CoV-2 hervorgerufen. Eine Infektion kann unterschiedlich schwer verlaufen. Häufige Symptome sind Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und Fieber sowie Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns. Es kann auch zu einer Lungenentzündung bis hin zum Lungenversagen und weiteren Komplikationen sowie zu Langzeitfolgen (Long COVID) kommen.

Übertragung und Vorkommen

Das Coronavirus SARS-CoV-2 wird hauptsächlich durch Tröpfchen und Aerosole übertragen, die beim Husten und Niesen oder auch beim Atmen und Sprechen freigesetzt und von anderen eingeatmet werden. Seit März 2020 besteht eine Corona-Pandemie mit einer weltweiten Verbreitung des Erregers.

Vorbeugung

Es stehen verschiedene Impfstoffe gegen COVID-19 zur Verfügung. Zu den weiteren Schutzmaßnahmen zählt das Tragen von Masken.  

Impfstoff

Es sind verschiedene Impfstoffe gegen COVID-19 zugelassen.

Impfempfehlung

Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt die Impfung gegen COVID-19 für alle Erwachsenen sowie für alle Kinder und Jugendlichen ab dem Alter von 5 Jahren. Für Kinder im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren wird die Impfung bei erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 empfohlen.

 

Unser Rat für Sie:

Die Impfung gegen COVID-19 wird für alle ab dem Alter von 5 Jahren sowie für Kinder im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren bei erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf empfohlen. Lassen Sie sich zur Impfung Ihres Kindes am besten bei Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt individuell beraten.

Bei allgemeinen Fragen können Sie sich auch an die Experten der Universitätsklinik Mainz wenden. 

Krankheitsbild COVID-19

Symptome und Verlauf von COVID-19

Die Erkrankung COVID-19 (Corona Virus Disease 2019) wird durch das Coronavirus SARS-CoV-2 (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom-Coronavirus-2) hervorgerufen. Untersuchungen zu früheren Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2 zufolge dauert es von der Ansteckung bis zum Auftreten erster Krankheitszeichen im Mittel vier bis sechs Tage. Nach aktuellen Studiendaten ist die Inkubationszeit bei der zurzeit in Deutschland vorherrschenden Virusvariante Omikron kürzer.

Die meisten Infektionen verlaufen mild. Krankheitszeichen können ganz ausbleiben, es sind aber auch schwere, lebensbedrohliche Verläufe möglich.

Häufige Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 sind Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und Fieber. Störungen des Geruchs- oder Geschmackssinns können auftreten. Weitere mögliche Symptome sind Bindehautentzündung, Atemnot, Lymphknotenschwellung, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Abgeschlagenheit. Auch über Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall wird berichtet.

Außer an den Atemwegen kann das Coronavirus SARS-CoV-2 auch an anderen Organsystemen zu Komplikationen und Folgeerkrankungen führen: An der Haut können Ausschlag sowie Veränderungen auftreten, die einer Nesselsucht oder Frostbeulen ähneln. Vor allem bei schwerer Infektion der Atemwege kann es auch zu Schädigungen und Entzündungen des Herzmuskels, Herzschwäche, Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen kommen. Bei schwerem Verlauf besteht außerdem aufgrund einer krankhaft vermehrten Blutgerinnung ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel (Embolien). Störungen der Leber oder Niere sind ebenfalls möglich. In einzelnen Fällen wurden auch entzündliche Erkrankungen des Nervensystems, des Gehirns oder der Hirnhaut beobachtet. Insbesondere bei schwer an COVID-19 Erkrankten können auch weitere Infektionen hinzukommen. In einigen Fällen sind schwere Entzündungsreaktionen (Hyperinflammationssyndrom) mit einem lebensbedrohlichen Versagen mehrerer Organe aufgetreten.

In sehr seltenen Einzelfällen wird bei Kindern ein Pädiatrisches Inflammatorisches Multisystemisches Syndrom (PIMS) beobachtet. Dabei handelt es sich um eine Entzündungskrankheit mit Fieber, Magen-Darm-Beschwerden und Herzproblemen. Dies kann in Kombination mit einem Schocksyndrom (toxic shock syndrome, TSS) auftreten, bei dem unter anderem ein Blutdruckabfall hinzukommt.

Informationen zu COVID-19 im Kindesalter bieten die Internetseiten der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI).

Schwere Verläufe von COVID-19 sind zwar auch bei jüngeren Menschen und ohne bekannte Vorerkrankungen möglich. Bei einigen Personengruppen werden jedoch schwere Erkrankungen häufiger beobachtet: Dazu zählen ältere Menschen sowie Menschen mit starkem bis sehr starkem Übergewicht, Schwangere, Menschen mit Down-Syndrom (Trisomie 21) oder mit Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, chronischen Lungenerkrankungen, chronischen Nieren- oder Lebererkrankungen, neurologisch-psychiatrischen Erkrankungen wie beispielsweise Demenz, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Krebserkrankungen oder einer Schwächung des Immunsystems durch eine Erkrankung oder bestimmte Medikamente. Rauchen scheint das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ebenfalls zu erhöhen.

Noch Wochen bis Monate nach einer Erkrankung an COVID-19 können Symptome bestehen oder neu auftreten. Langzeitfolgen, die mehr als vier Wochen nach der akuten Infektion vorliegen, werden als Long COVID bezeichnet. Dauern Beschwerden noch nach 12 Wochen an beziehungsweise treten neu auf und können nicht anderweitig erklärt werden, spricht man von einem Post-COVID-Syndrom. Zu den häufig berichteten Beschwerden zählen Müdigkeit, Erschöpfung und eingeschränkte Belastbarkeit (Fatigue), Kurzatmigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Schlafstörungen, Muskelschwäche und -schmerzen, Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns sowie psychische Probleme wie depressive Symptome und Ängstlichkeit. Darüber hinaus werden auch Einschränkungen der Funktion von Lunge, Leber oder Nieren, Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzmuskelentzündungen, Herzinfarkt, Schlaganfall und Thromboembolien sowie das Neuauftreten eines Diabetes mellitus beobachtet. Zuverlässige Daten, wie groß der Anteil an Erkrankten mit Langzeitfolgen ist, liegen noch nicht vor.  

 

Erkennung und Behandlung von COVID-19

Eine Infektion mit dem Coronavirus-SARS-CoV-2 lässt sich allein anhand der Krankheitszeichen nicht eindeutig erkennen und nicht sicher von anderen Atemwegserkrankungen wie Erkältung oder Grippe unterscheiden. Bei Symptomen, die auf COVID-19 hindeuten, sollten Sie zu Hause bleiben und telefonisch ärztlichen Rat einholen. In der Regel erhalten Sie dann einen Test auf das Coronavirus SARS-CoV-2. 

Bitte beachten Sie die Regelungen in Ihrem Bundesland, ob bei einem positiven Corona-Test eine Isolierung und/oder weitere Maßnahmen nötig sind.

Im Mittelpunkt der Therapie von COVID-19 stehen unterstützende Maßnahmen entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes sowie die Behandlung eventueller Grunderkrankungen. Eventuell werden direkt antiviral oder immunmodulatorisch wirksame Medikamente eingesetzt.

 

Übertragung und Vorkommen des Coronavirus SARS-CoV-2

Das Coronavirus SARS-CoV- 2 wird hauptsächlich durch Tröpfchen sowie Aerosole übertragen, die Infizierte beim Husten und Niesen oder auch beim Atmen und Sprechen versprühen. Während größere Tröpfchen schnell zu Boden sinken, können kleinere Aerosole längere Zeit in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen. Eine Ansteckung kann erfolgen, wenn solche virushaltigen Flüssigkeitspartikel beim Einatmen an die Schleimhäute der Nase oder des Mundes einer anderen Person gelangen. Auch eine Übertragung über die Hände, die mit der Mund- oder Nasenschleimhaut in Kontakt kommen, sowie über verunreinigte Oberflächen insbesondere in der unmittelbaren Umgebung von infizierten Personen, ist nicht auszuschließen.

Das Coronavirus SARS-CoV-2 kommt weltweit vor. Das Virus wurde erstmals im Dezember 2019 in China identifiziert. Nachdem festgestellt wurde, dass es mit dem bereits bekannten SARS-Erreger eng verwandt ist, wurde es SARS-CoV-2 (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom-Coronavirus-2) genannt. Im März 2020 wurde der COVID-19-Ausbruch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Pandemie erklärt.

Durch Mutationen sind verschiedene Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2 entstanden. Das aktuelle Infektionsgeschehen wird von der Omikron-Variante bestimmt, die seit Januar 2022 auch in Deutschland vorherrschend ist. Inzwischen sind mehrere Untervarianten von Omikron bekannt, die als BA.1 bis BA.5 bezeichnet werden.

Weltweit sind nach Angaben der WHO bislang rund 753 Millionen Fälle von COVID-19 aufgetreten, mehr als 6,8 Millionen Menschen sind mit oder an COVID-19 verstorben. In Deutschland liegt die Zahl der gemeldeten Fälle nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei über 37 Millionen, die Zahl der mit oder an COVID-19 Verstorbenen bei mehr als 165.000.

Eine Übersicht über die aktuelle Lage in Deutschland bieten die Situations- und Wochenberichte des Robert Koch-Instituts (RKI).

 

Vorbeugung

Der beste Schutz insbesondere gegen schwere Verläfue von COVID-19 ist die Impfung. Zusätzlich zur Impfung wird für bestimmte Personengruppen eine medikamentöse Vorbeugung (Prä-Expositionsprophylaxe, PrEP) mit monoklonalen Antikörpern empfohlen. Dazu zählen Personen ab 12 Jahren, bei denen aufgrund einer Immunschwäche nach Impfungen keine schützende Immunantwort zu erwarten ist, bei denen es nach der Impfung zu keiner ausreichenden Immunantwort kam und die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf haben sowie Personen, die nicht geimpft werden dürfen und bei denen Risikofaktoren für einen schweren Verlauf vorliegen.

Da trotz Impfung oder trotz durchgemachter Erkrankung eine Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 und eine Übertragung auf andere möglich ist, sollten auch Geimpfte und Genesene die Empfehlungen nach der AHA+L+A-Formel sowie in bestimmten Situationen die Pflichten zum Tragen von Masken einhalten.

Bitte beachten Sie die Corona-Regeln, die derzeit in Ihrem Bundesland gelten.

Corona-Impfung gegen COVID-19

Impfstoffe gegen COVID-19

Gegen COVID-19 sind in der Europäischen Union (EU) und damit auch in Deutschland folgende Impfstoffe zugelassen:

  • der mRNA-Impfstoff Comirnaty (BioNTech/Pfizer) ab dem Alter von 12 Jahren sowie Kinderimpfstoffe in einer niedrigeren Dosierung für das Alter von 5 bis 11 Jahren und in einer weiteren, noch niedrigeren Dosierung für das Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren; außerdem an Omikron-Untervarianten angepasste (adaptierte) Impfstoffe zur Auffrischimpfung ab dem Alter von 12 Jahren (Comirnaty Original/Omicron BA.1 und Comirnaty Original/Omicron BA.4-5) sowie zur Auffrischimpfung im Alter von 5 bis 11 Jahren (Co­mir­na­ty Ori­gi­nal/Omi­cron BA.4-5 in einer niedrigeren Dosierung),
  • der mRNA-Impfstoff Spikevax (Moderna) ab dem Alter von 12 Jahren sowie Kinderimpfstoffe in einer niedrigeren Dosierung für das Alter von 6 bis 11 Jahren und in einer weiteren, noch niedrigeren Dosierung für das Alter von 6 Monaten bis 5 Jahren; außerdem an Omikron-Untervarianten angepasste (adaptierte) Impfstoffe zur Auffrischimpfung ab dem Alter von 6 Jahren (Spike­vax bi­va­lent Ori­gi­nal/Omi­cron BA.1) sowie zur Auffrischimpfung ab 12 Jahren (Spikevax bi­va­lent Ori­gi­nal/Omi­cron BA.4-5),
  • der Vektorimpfstoff Vaxzevria (AstraZeneca) ab dem Alter von 18 Jahren (wird in Deutschland seit Dezember 2021 nicht mehr eingesetzt),
  • der Vektorimpfstoff Jcovden (Jans­sen Cilag International) ab dem Alter von 18 Jahren,
  • der proteinbasierte Impfstoff Nuvaxovid (Novavax) ab dem Alter von 12 Jahren,
  • der Ganzvirus-Impfstoff COVID-19 Vaccine Valneva (Valneva Austria) für Personen im Alter von 18 bis 50 Jahren,
  • der proteinbasierte Impfstoff Vid­Prev­tyn Be­ta (Sanofi Pasteur) zur Auffrischimpfung ab dem Alter von 18 Jahren.

Die mRNA-Impfstoffe enthalten einen Teil des Erbguts des ursprünglichen SARS-CoV-2 in Form von Boten-RNA (messenger RNA, mRNA). Die angepassten Impfstoffe enthalten zusätzlich mRNA der Omikron-Untervarianten BA.1 beziehungsweise BA.4-5. Die mRNA stellt den Bauplan für die Bildung eines Oberflächeneiweißes des Erregers, das sogenannte Spikeprotein, bereit. Nach der Impfung lesen einige Körperzellen die Anweisungen in der mRNA und bilden vorübergehend selbst das Spikeprotein.

Die Vektorimpfstoffe gegen COVID-19 basieren auf Adenoviren, die für den Menschen harmlos sind. Diese Viren wurden gentechnisch so verändert, dass sie in ihrem Erbgut den Bauplan für das Spikeprotein enthalten und somit als „Genfähre“ dienen. Auch nach Verabreichung dieses Impfstoffs wird das Spikeprotein von einigen Körperzellen selbst produziert.

Die proteinbasierten Impfstoffe enthalten direkt biotechnologisch hergestellte Spikeproteine. Um eine bessere Immunantwort zu erzielen, wird den Impfstoffen ein Wirkverstärker (Adjuvans) zugesetzt.

Der Ganzvirus-Impfstoff enthält vollständige Viruspartikel des ursprünglichen SARS-CoV-2-Stammes. Die Viren wurden inaktiviert (abgetötet), so dass sie die Krankheit nicht auslösen und sich nicht vermehren können. Außerdem sind dem Impfstoff zwei Wirkverstärker (Adjuvanzien) zugesetzt, um die Immunreaktion des Körpers auf den Impfstoff zu verstärken.

Die Impfstoffe bereiten den Körper darauf vor, eine Erkrankung an COVID-19 abzuwehren. Das nach der Impfung gebildete beziehungsweise im Impfstoff enthaltene Spikeprotein oder die inaktivierten Viren werden vom Immunsystem als fremd erkannt und rufen als Antigene eine Immunantwort hervor: Zur Bekämpfung werden Antikörper gebildet und T-Zellen (weiße Blutkörperchen) aktiviert. Dadurch erkennt das Immunsystem bei einem späteren Kontakt der geimpften Person mit SRAS-CoV-2 das Virus und ist in der Lage, es abzuwehren.

Weitere Impfstoffe befinden sich in der Entwicklung.

 

Anwendung der Impfstoffe gegen das Coronavirus SARS-CoV-2

Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt die Impfung gegen COVID-19 für alle Erwachsenen sowie für alle Kinder und Jugendlichen ab 5 Jahren. Für Kinder im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren wird die Impfung bei erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 empfohlen.

Empfehlungen zur Grundimmunisierung: Bei den mRNA-Impfstoffen gegen COVID-19 umfasst die Grundimmunisierung bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab dem Alter von 12 Jahren zwei Impfungen, die bevorzugt in den Oberarm gespritzt werden.

Zwischen den beiden Dosen des mRNA-Impfstoffs Comirnaty (BioNTech/Pfizer) beträgt der empfohlene Abstand 3 bis 6 Wochen. Zwischen den beiden Dosen des mRNA-Impfstoffs Spikevax (Moderna) sollten 4 bis 6 Wochen liegen. Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt, im Alter ab 12 und unter 30 Jahren ausschließlich Comirnaty anzuwenden. Auch Impfungen in der Schwangerschaft (ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel) werden in der Regel mit Comirnaty durchgeführt. 

Die Impfung von 5- bis 11-jährigen Kindern soll vorzugsweise mit dem altersgemäßen Comirnaty-Kinderimpfstoff durchgeführt werden. Die Verwendung von Spikevax-Kinderimpfstoff ist für 6- bis 11-Jährige ebenfalls möglich.

Für gesunde Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren empfiehlt die STIKO nur eine COVID-19-Impfstoffdosis. Bei individuellem Wunsch kann jedoch auch bei Kindern ohne Vorerkrankung eine vollständige Grundimmunisierung mit zwei Impfungen erfolgen.

Für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren mit Vorerkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 haben, empfiehlt die STIKO eine Grundimmunisierung mit zwei Impfungen.

Für Kinder im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 aufgrund einer Vorerkrankung sowie für Frühgeborene unter 2 Jahren empfiehlt die STIKO eine Grundimmunisierung vorzugsweise mit Comirnaty-Kinderimpfstoff in der altersgemäßen Dosierung durch drei Impfungen. Auch der für die Altersgruppe von 6 Monaten bis 5 Jahren zugelassene Spikevax-Kinderimpfstoff kann eingesetzt werden, bei dem die Grundimmunisierung zwei Impfungen umfasst; dieser Impfstoff ist jedoch bis auf Weiteres in Deutschland nicht verfügbar.

Zu den Vorerkrankungen, die bei Kindern und Jugendlichen mit einem erhöhten Risiko für schwere COVID-19-Verläufe einhergehen, zählen starkes Übergewicht (Adipositas), eingeschränkte Immunfunktion (Immundefizienz oder Immunsuppression), bestimmte angeborene Herzfehler, schwere Herzinsuffizienz, schwere pulmonale Hypertonie (Lungenhochdruck), chronische Lungenerkrankung mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion, schweres oder unkontrolliertes Asthma (ab dem Alter von 5 Jahren), chronische Nierenerkrankungen, chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen, Krebserkrankungen, Trisomie 21 (Down-Syndrom), syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung sowie ein nicht ausreichend ein­gestellter Diabetes mellitus (ab dem Alter von 5 Jahren).

Bei gesunden Kindern (ohne Vorerkrankung) im Alter von 6 Monaten bis 11 Jahren kann nach individueller Risikoeinschätzung in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt eine vollständige Grundimmunisierung durchgeführt werden, wenn sich in deren Umfeld Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit hohem Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen der begründete Verdacht besteht, dass die Impfung nicht zu einem ausreichenden Schutz führt.

Der Vektorimpfstoff Jcovden (Jans­sen Cilag International) sollte der STIKO zufolge erst ab dem Alter von 60 Jahren angewendet werden. Die STIKO empfiehlt Personen, die bisher eine Impfdosis Jcovden erhalten haben, zur Optimierung des Impfschutzes eine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff, mit dem proteinbasierten Impfstoff oder mit dem Ganzvirus-Impfstoff in einem Abstand von mindestens 4 Wochen.

Bei dem proteinbasierten Impfstoff Nuvaxovid (Novavax) sind zur Grundimmunisierung ab dem Alter von 12 Jahren zwei Impfungen nötig. Diese werden in einem Abstand von mindestens 3 Wochen verabreicht. Die Anwendung von Nuvaxovid während der Schwangerschaft und Stillzeit wird derzeit nicht empfohlen, kann jedoch im Einzelfall erwogen werden, zum Beispiel wenn mRNA-Impfstoffe nicht angewendet werden dürfen (produktspezifische, medizinische oder sonstige Kontraindikation gegen mRNA-Impfstoffe).

Die Grundimmunisierung mit dem Ganzvirus-Impfstoff Valneva, der für das Alter von 18 bis 50 Jahren zugelassen ist, erfolgt durch zwei Impfungen im Abstand von mindestens 4 Wochen. Die Anwendung von Valneva in der Schwangerschaft und Stillzeit wird von der STIKO derzeit ebenfalls nicht empfohlen, kann jedoch im Einzelfall erwogen werden, zum Beispiel wenn mRNA-Impfstoffe nicht angewendet werden dürfen (produktspezifische, medizinische oder sonstige Kontraindikation).

Falls bei der Grundimmunisierung der empfohlene Abstand zwischen den Impfungen überschritten wurde, muss bei allen COVID-19-Impfstoffen die Impfserie nicht von vorn begonnen werden, sondern kann fortgesetzt werden.

Empfehlungen für die Grundimmunisierung nach Infektion: Ungeimpfte Personen, die eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollen der STIKO zufolge in der Regel in einem Abstand von mindestens 3 Monaten eine Dosis eines COVID-19-Impstoffs erhalten. Die Impfung ist bereits ab 4 Wochen nach Ende der COVID-19-Symptome möglich. Bei einer weiteren Infektion in einem Abstand von mindestens drei Monaten nach der ersten Infektion ist keine weitere Impfung zur Grundimmunisierung notwendig.

Personen, die nach der ersten Impfstoffdosis eine gesicherte SARS-CoV-2-Infektion im Abstand von unter 4 Wochen zur vorangegangenen Impfung hatten, erhalten zur Grundimmunisierung eine zweite Impfstoffdosis in einem Abstand von mindestens 3 Monaten zur Infektion. Die Verabreichung der zweiten Impfstoffdosis ist bereits ab 4 Wochen nach Abklingen der Symptome möglich. Tritt eine SARS-CoV-2-Infektion in einem Abstand von 4 oder mehr Wochen zu einer vorherigen einmaligen Impfung auf, ist keine weitere Impfung zur Grundimmunisierung notwendig.

Empfehlungen zu Auffrischimpfungen (Boosterimpfungen): Die STIKO empfiehlt allen Personen ab dem Alter von 12 Jahren sowie Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren mit den oben genannten Vorerkrankungen eine Auffrischimpfung (Boosterimpfung), wenn sie zwei immunologische Ereignisse hatten (zum Beispiel Grundimmunisierung mit zwei Impfungen oder eine Impfung und eine durchgemachte Infektion). Auch Personen, die drei oder mehr SARS-CoV-2-Infektionen durchgemacht haben, wird die Auffrischimpfung empfohlen.

Laut STIKO soll bei allen Auffrischimpfungen in der Regel ein Mindestabstand von 6 Monaten zum letzten immunologischen Ereignis (vorangegangene Infektion oder COVID-19-Impfung) eingehalten werden.

Die STIKO empfiehlt, für Auffrischimpfungen ab dem Alter von 12 Jahren bevorzugt Omikron-adaptierte mRNA-Impfstoffe zu verwenden. Für Personen unter 30 Jahren sowie für Schwangere jeden Alters (ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel) wird der Einsatz einer der Omikron-adaptierten Comirnaty-Impfstoffe empfohlen.

Auch die bisherigen nicht-adaptierten mRNA-Impfstoffe können weiterhin für Auffrischimpfungen eingesetzt werden, da sie unverändert vor schweren COVID-19-Verläufen schützen.

Wenn mRNA-Impfstoffe nicht verwendet werden können (produktspezifische medizinische Kontraindikation), empfiehlt die STIKO, für die Auffrischimpfung ab dem Alter von 18 Jahren den proteinbasierten Impfstoff Nuvaxovid einzusetzen. Die Auffrischimpfung mit Nuvaxovid ist nach entsprechender Beratung auch bei individuellem Wunsch möglich. Für 12- bis 17-Jährige ist Nuvaxovid zur Auffrischimpfung derzeit nicht zugelassen, kann jedoch in Einzelfällen in dieser Altersgruppe ebenfalls bei produktspezifischen medizinischen Kontraindikationen für mRNA-Impfstoffe zur Auffrischimpfung außerhalb der Zulassung verwendet werden.

Für Auffrischimpfungen bei Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren mit Vorerkrankungen wird bevorzugt der altersgerechte Omikron-adaptierte Impfstoff Comirnaty Original/Omicron BA.4-5 empfohlen. 

Für die Kinder im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren werden bislang keine Auffrischimpfungen empfohlen.

Für bestimmte Personengruppen empfiehlt die STIKO eine weitere Auffrischimpfung (das heißt zum Beispiel, nach zwei Impfungen zur Grundimmunisierung und einer Auffrischimpfung eine vierte Impfung). Dazu zählen Menschen ab 60 Jahren, Personen ab dem Alter von 5 Jahren mit Grunderkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 haben, Betreute in Pflegeeinrichtungen, Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe sowie Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen, insbesondere bei direktem Kontakt zu Betreuten.

Für Personen, die in einem Abstand von mehr als 3 Monaten nach der ersten Auffrischimpfung eine SARS-CoV 2-Infektion durchgemacht haben, wird vorerst keine zweite Auffrischimpfung empfohlen.

Bei besonders gefährdeten Personen, wie zum Beispiel Hochbetagten, Immundefizienten sowie Betreuten in Altenpflegeheimen, kann der STIKO zufolge nach dem vierten immunologischen Ereignis (Infektion oder COVID-19-Impfung) eine weitere Impfdosis sinnvoll sein.

Impfung für Personen mit Immundefizienz: Bei Personen mit Immundefizienz (Immunschwäche) ab dem Alter von 5 Jahren können je nach Art der Immundefizienz und Immunantwort für eine optimierte Grundimmunisierung mehrere Impfungen, verkürzte Impfabstände oder ein Wechsel des Impfstoffs erwogen werden. Auffrischimpfungen sollen in einem Mindestabstand von 3 Monaten erfolgen. Bei Immundefizienz sollen mRNA-Impfstoffe eingesetzt werden, die entsprechend der altersspezifischen STIKO-Empfehlungen (siehe oben) ausgewählt werden. Immundefiziente Personen, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 haben und bei denen eine produktspezifische medizinische Kontraindikation für mRNA-Impfstoffe vorliegt oder die keine messbare Immunantwort entwickelt haben, können ab dem Alter von 12 Jahren den proteinbasierten Impfstoff Nuvaxovid oder im Alter von 18 bis 50 Jahren den Ganzvirus-Impfstoff Valneva erhalten.      

Abstand zu anderen Impfungen: Die Gabe von mRNA- oder Vektorimpfstoff gegen COVID-19 kann zeitgleich mit anderen Impfungen erfolgen, für die Totimpfstoff verwendet wird. Dazu zählt unter anderem die Impfung gegen Grippe, sofern sie mit Totimpfstoff durchgeführt wird. Dabei ist zu beachten, dass bei der gleichzeitigen Impfung gegen Grippe und COVID-19 häufiger vorübergehende Impfreaktionen auftreten können als bei der Impfung an unterschiedlichen Terminen. Zur Impfung mit Lebendimpfstoff soll vor und nach der Impfung gegen COVID-19 ein Abstand von mindestens 14 Tagen eingehalten werden. Der proteinbasierte Impfstoff kann gleichzeitig mit einem Influenza-Totimpfstoff verabreicht werden. Zur Verabreichung von anderen Tot- und Lebendimpfstoffen wird ein Abstand von 14 Tagen vor und nach der Gabe von Nuvaxovid empfohlen. Zwischen der Impfung mit dem Ganzvirus-Impfstoff Valneva und der Gabe von anderen Totimpfstoffen oder von Lebendimpfstoffen soll ebenfalls ein Mindestabstand von 14 Tagen eingehalten werden.

 

Wirksamkeit der COVID-19-Impfstoffe

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) boten die mRNA-Impfstoffe Comirnaty (BioNTech/Pfizer) und Spikevax (Moderna) sowie der Vektorimpfstoff Vaxzevria (AstraZeneca) bei Infektionen mit der früher verbreiteten Variante Delta eine Wirksamkeit von etwa 90 Prozent gegen eine schwere Erkrankung an COVID-19, die beispielsweise eine Behandlung im Krankenhaus erfordert, und eine Wirksamkeit von etwa 75 Prozent gegen eine Erkrankung mit Symptomen jeder Schwere.

Die mRNA-Impfstoffe sowie der Vektorimpfstoff Jcovden bieten vor Infektionen mit der Omikron-Variante weniger Schutz als vor Infektionen mit der Variante Delta. Studienergebnisse zeigen, dass die Wirksamkeit nach einer Grundimmunisierung mit zwei Impfungen in Bezug auf den Schutz vor einer Infektion durch die Omikron-Variante insgesamt gering ist und mit der Zeit deutlich nachlässt. Gegen schwere Erkrankungen bietet die Impfung weiterhin einen guten Schutz, der mit der Zeit jedoch ebenfalls abfällt.  

Nach einer Auffrischimpfung ist der Schutz vor schweren Erkrankungen laut RKI erneut hoch und bleibt über mindestens über 6 Monate bestehen. Eine weitere Auffrischimpfung führt zu einer erneuten Verbesserung der Wirksamkeit.

Die Übertragbarkeit von Omikron scheint bei Geimpften reduziert zu sein, hierzu gibt es jedoch noch keine ausreichenden Daten.

Die Omikron-adaptierten mRNA-Impfstoffe zur Auffrischimpfung führen im Vergleich zu herkömmlichen mRNA-Impfstoffen zu einer verbesserten Antikörperantwort gegenüber verschiedenen Omikron-Untervarianten. Es ist nach Angaben des RKI jedoch noch unklar, ob dies auch eine höhere Schutzwirkung bedeutet. Aussagekräftige Daten zur klinischen Wirksamkeit der Omikron-adaptierten Impfstoffe liegen noch nicht vor.

Der proteinbasierte Impfstoff Nuvaxovid bietet nach Angaben des RKI einen guten Schutz, jedoch ist die Datenlage begrenzt. In Zulassungsstudien, die überwiegend den Schutz vor der Alpha-Variante untersuchten, zeigte der Impfstoff eine Wirksamkeit von rund 90 Prozent gegenüber milden bis schweren Erkrankungen an COVID-19. Daten zur klinischen Schutzwirkung der Grundimmunisierung mit Nuvaxovid gegenüber der Omikron-Variante liegen bisher nicht vor. Aufgrund der bisher verfügbaren Daten zu Nuvaxovid als Auffrischimpfung geht die STIKO davon aus, dass der Schutz durch die Auffrischimpfung mit Omikron-adaptierten mRNA-Impfstoffen überlegen ist.

Auch für den Ganzvirus-Impfstoff Valneva liegen bisher nur wenige Daten vor. Die Zulassungsstudie verglich die Impfwirkung mit der von Vaxzevria. Daten zur absoluten Impfstoffeffektivität von Valneva sind derzeit nicht verfügbar.

 

Wer geimpft sein sollte

Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt die Impfung gegen COVID-19 für alle Erwachsenen sowie für alle Kinder und Jugendlichen ab 5 Jahren. Für Kinder im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren wird die Impfung bei erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 empfohlen. Einzelheiten zur Wahl der Impfstoffe und zum Impfschema finden Sie unter „Anwendung der Impfstoffe“. 

Die STIKO spricht sich nachdrück­lich dagegen aus, dass der Zugang von Kindern und Jugendlichen zur Teilhabe an Bildung, Kultur und anderen Aktivitäten des sozialen Lebens vom Vorliegen einer Impfung abhängig gemacht wird.

 

Wer nicht geimpft werden sollte

Bei einer akuten Erkrankung mit Fieber sollte erst nach der Genesung geimpft werden. Eine Erkältung oder leicht erhöhte Temperatur (unter 38,5° C) sind jedoch kein Grund, die Impfung zu verschieben.

Bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegenüber einem Impfstoffbestandteil sollte das weitere Vorgehen mit der Ärztin oder dem Arzt abgestimmt werden.

Personen, die in der Vergangenheit an einem Kapillarlecksyndrom gelitten haben, dürfen nicht mit Jcovden geimpft werden. Dasselbe gilt für Personen, bei denen nach einer Impfung gegen COVID-19 Blutgerinnsel mit einer Verringerung der Blutplättchenzahl (Thrombose mit Thrombozytopenie-Syndrom) aufgetreten sind.

 

Nebenwirkungen der Impfstoffe gegen COVID-19

Zu den möglichen Nebenwirkungen der Impfung gegen COVID-19 zählen folgende Impfreaktionen und seltene oder sehr seltene Komplikationen:

 

Mögliche Lokal- und Allgemeinreaktionen

Wie bei allen Impfungen kann es nach der Impfung gegen COVID-19 als Ausdruck der Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff zu Lokal- und Allgemeinreaktionen kommen, die kurz nach der Impfung auftreten und innerhalb weniger Tage wieder abklingen. 

Zu den Impfreaktionen zählen Schmerzen, Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle. Außerdem kann es zu Allgemeinreaktionen wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Fieber kommen. Auch Übelkeit und Erbrechen sind mögliche Nebenwirkungen.

Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass im Zusammenhang mit der Gabe von mRNA-Impfstoff die Menstruationsblutung verstärkt sein kann.   

Allergische Reaktionen können ebenfalls auftreten.

 

Mögliche Komplikationen

Nach der Impfung gegen COVID-19 traten in sehr seltenen Fällen anaphylaktische Reaktionen auf.

In den Zulassungsstudien beider mRNA-Impfstoffe wurde selten eine vorübergehende Gesichtslähmung beobachtet, die möglicherweise in ursächlichem Zusammenhang mit der COVID-19-Impfung stand. Die Gesichtslähmung bildete sich nach einigen Wochen zurück. Seit Einführung der Impfung wurden nach Gabe von mRNA-Impfstoff selten Fälle von Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen (Myokarditis und Perikarditis) beobachtet.

Nach der Impfung mit Vektorimpfstoff traten in sehr seltenen Fällen Thrombosen (Blutgerinnsel) verbunden mit einer Verringerung der Blutplättchenzahl (Thrombozytopenie) auf. Einige der Fälle endeten tödlich. Geimpfte Personen sollten daher sofort ärztliche Hilfe suchen, wenn sie Symptome wie Atemnot, Brustschmerzen, Bauchschmerzen, Schwellungen der Beine, starke oder anhaltende Kopfschmerzen oder Sehstörungen entwickeln. Auch wenn einige Tage nach der Impfung Blutergüsse oder punktförmige Hautblutungen außerhalb der Einstichstelle auftreten, sollte ein Arzt oder eine Ärztin hinzugezogen werden.

Nach Impfung mit Vektorimpfstoff wurden auch sehr selten Fälle eines Kapillarlecksyndroms beobachtet, teilweise bei Personen, die früher bereits an einem Kapillarlecksyndrom erkrankt waren und zum Teil mit tödlichem Ausgang. Das Kapillarlecksyndrom ist gekennzeichnet durch eine rasch fortschreitende Schwellung der Arme und Beine, plötzliche Gewichtszunahme sowie Schwächegefühl und erfordert ebenfalls eine sofortige ärztliche Behandlung.

Berichtet wurden zudem sehr selten Fälle eines Guillain-Barré-Syndroms nach einer Impfung mit Vektorimpfstoff. Das Guillain-Barré-Syndrom ist gekennzeichnet durch Schwäche oder Lähmungen in den Beinen und Armen, die sich auf die Brust und das Gesicht ausdehnen können. Eine intensivmedizinische Behandlung kann erforderlich werden.

In sehr seltenen Fällen kam es nach der Gabe von Vektorimpfstoff zu einer Entzündung des Rückenmarks (transverse Myelitis).

Auch nach der Impfung mit proteinbasiertem Impfstoff wurden wenige Fälle von Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen (Myo- und Perikarditis) beobachtet.

Einzelheiten zu den Nebenwirkungen, die nach der Impfung auftreten können, sind in der Packungsbeilage zu den Impfstoffen aufgeführt sowie dem Aufklärungsmerkblatt zu mRNA-Impfstoff, dem Aufklärungsmerkblatt zu Vektorimpfstoff, dem Aufklärungsmerkblatt zu proteinbasiertem Impfstoff und dem Aufklärungsmerkblatt zu Ganzvirus-Impfstoff zu entnehmen..

Weitere Informationen rund um die Corona-Impfung finden Sie auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts (RKI), des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) sowie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Sie individuell beraten und vor der Impfung ausführlich über Nutzen und mögliche Risiken aufklären.

31.01.2023 / Redaktion Gesundes-Kind.de
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