Impfung gegen Tetanus (Wundstarrkrampf)

Krankheitsbild

Eine Tetanus-Infektion (Wundstarrkrampf) äußert sich zunächst meist durch eine Verkrampfung der Kaumuskulatur. Die Krämpfe breiten sich auf die Brust- und Rückenmuskulatur aus. Schluckbeschwerden können hinzu kommen und auch die Atemwege können betroffen sein. Die Erkrankung verläuft trotz intensivmedizinischer Behandlung oft tödlich.

Übertragung und Vorkommen

Die Sporen des Tetanus-Bakteriums können schon über kleine Wunden in den Körper gelangen. Sie kommen weltweit vor allem in Erdreich sowie im Kot von Pferden und anderen Tieren vor und sind sehr widerstandsfähig.

Vorbeugung

Den besten Schutz bietet die vorbeugende Impfung. Bei risikoreichen Verletzungen werden zusätzlich Antikörper (Immunglobuline) und weitere Impfdosen gegeben, um den Ausbruch der Erkrankung zu verhindern.

Impfstoff

Einzel- und Kombinationsimpfstoffe zur Injektion (in der Spritze).

Impfempfehlung

Grundimmunisierung ab einem Alter von zwei Monaten (bevorzugt mit Sechsfach-Impfstoff); Auffrischimpfung für Kinder im Alter zwischen fünf und sechs Jahren (bevorzugt als Tetanus-Diphtherie-Pertussis-Kombinationsimpfung) sowie Auffrischimpfung für Jugendliche zwischen neun und 17 Jahren (bevorzugt als Tetanus-Diphtherie-Pertussis-Polio-Kombinationsimpfung); im Erwachsenenalter Auffrischimpfungen in der Regel alle zehn Jahre

 

Unser Rat für Sie:

Achten Sie bei Ihrer gesamten Familie vom Säugling bis zu den Großeltern auf einen möglichst frühen und vollständigen Impfschutz. Am besten schauen Sie gleich mal in die Impfpässe!

Wenn Sie noch mehr hierzu wissen möchten, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder an die Experten der Universitätsklinik Mainz.

Krankheitsbild Tetanus-Infektion (Wundstarrkrampf)

Symptome und Verlauf

Zu ersten Krankheitszeichen einer Tetanus-Infektion kommt es in der Regel drei Tage bis drei Wochen, nachdem der Erreger durch eine Verletzung in den Körper gelangt ist. Tetanus-Bakterien setzen Giftstoffe (Toxine) frei, die über die Nervenbahnen in das zentrale Nervensystem (Rückenmark und Gehirn) gelangen. Sie verursachen Krämpfe, manche Muskeln bleiben dauerhaft angespannt.

Die Erkrankung beginnt meist mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl und Unruhe. Charakteristisch sind schmerzhafte Krämpfe der Zungen-, Kiefer- und Gesichtsmuskulatur. Die Krämpfe verzerren die Gesichtszüge und lassen die Betroffenen scheinbar grimassenhaft grinsen. Schluckbeschwerden können hinzu kommen. Der Körper des Kranken verkrümmt sich, weil sich die Brust- und Rückenmuskulatur ebenfalls verkrampft. Sind auch die Atemwege betroffen, kann es zu Atemnot kommen und es besteht Lebensgefahr durch Ersticken. Trotz moderner intensivmedizinischer Behandlung tritt in zehn bis 20 Prozent der Tetanus-Fälle der Tod ein.

 

Erkennung und Behandlung

Ärztinnen und Ärzte erkennen Wundstarrkrampf aufgrund des typischen Krankheitsbildes, wichtiger Hinweis ist auch eine im Vorfeld erlittene Verletzung.

Erkrankte müssen intensivmedizinisch betreut werden. Mit Immunserum (Immunglobulinen) kann versucht werden, das vom Bakterium produzierte Gift (Toxin) zu neutralisieren. Zudem werden spezielle Antibiotika gegen den Erreger eingesetzt, um Bakterien abzutöten, damit sie kein weiteres Gift produzieren.

 

Übertragung und Vorkommen

Die Sporen des Tetanus-Bakteriums (Clostridium tetani) kommen weltweit vor allem in Erdreich und im Kot von Pferden und anderen Tieren vor. Sie können im Erdreich jahrelang überleben und sind sehr widerstandsfähig gegen Hitze oder Desinfektionsmittel. Die Sporen können schon über kleine Wunden in den menschlichen Körper gelangen und eine Infektion verursachen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt nicht.

Im Jahr 2006 starben weltweit ca. 290.000 Menschen an einer Tetanus-Infektion, überwiegend Neugeborene und Säuglinge. Besonders häufig sind Todesfälle bei Neugeborenen in Entwicklungsländern, die durch eine Infektion des Nabelstumpfes erkranken - sofern sie von der Mutter vor der Geburt keine Impfantikörper übertragen bekommen haben. Nach Schätzungen der WHO starben im Jahr 2011 noch mehr als 72.000 Kinder unter fünf Jahren an Wundstarrkrampf.

In Deutschland traten in den letzten Jahren weniger als 15 Fälle pro Jahr auf. Betroffen sind meist ältere Menschen, die häufig über keinen ausreichenden Impfschutz mehr verfügen.

 

Vorbeugung

Schutz vor Wundstarrkrampf bietet die vorbeugende Impfung. Bei mangelndem Impfschutz kann auch unmittelbar nach einer Verletzung eine Impfung durchgeführt und bei risikoreichen Verletzungen zudem ein Immunserum verabreicht werden. Die fachgerechte Versorgung der Wunde durch einen Arzt/eine Ärztin vermindert zusätzlich das Risiko einer Tetanus-Infektion.

Impfung gegen Tetanus (Wundstarrkrampf)

Impfstoff

Zur Impfung gegen Tetanus stehen Einzel- und Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung. Sie enthalten unschädlich gemachtes (inaktiviertes und gereinigtes) Gift (Toxoid) von Clostridium tetani.

Zur Grundimmunisierung im Säuglings- und Kleinkindalter wird bevorzugt ein Sechsfach-Kombinationsimpfstoff eingesetzt, mit dem außer gegen Tetanus auch gleichzeitig gegen Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis), Heamophilus influenzae Typ b (Hib), Kinderlähmung (Polio) und Hepatitis B geimpft wird.

Auch für ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden in der Regel Kombinationsimpfstoffe eingesetzt. So können auch weitere jeweils anstehende Auffrischimpfungen gegen Diphtherie, Kinderlähmung (Polio) und Keuchhusten (Pertussis) in einer Spritze zusammen mit der Impfung gegen Tetanus gegeben werden.

 

Anwendung des Impfstoffs

Die Einzel- oder Kombinationsimpfstoffe werden in der Regel in den Muskel gespritzt. Falls erforderlich, können einige der Impfstoffe auch unter die Haut gespritzt werden.

Kombinationsimpfstoffe:

Zur Grundimmunisierung im Kindesalter mit Kombinationsimpfstoffen empfiehlt die Ständige Impfkommission STIKO vier Teilimpfungen: Die ersten drei Impfungen erfolgen in mindestens vierwöchigen Abständen mit vollendetem zweiten, dritten und vierten Lebensmonat. Die vierte Impfung wird mit einem Abstand von mindestens sechs Monaten im Alter von 11 bis 14 Monaten gegeben.

Auffrischimpfungen gegen Tetanus werden im Alter von fünf bis sechs Jahren (bevorzugt als Tetanus-Diphtherie-Pertussis-Kombinationsimpfung) sowie im Alter zwischen neun und 17 Jahren (bevorzugt als Tetanus-Diphtherie-Pertussis-Polio-Kombinationsimpfung) durchgeführt. Für Erwachsene wird eine Auffrischimpfung gegen Tetanus in der Regel alle zehn Jahre empfohlen. Diese sollte zusammen mit der Auffrischimpfung gegen Diphtherie bzw. als Tetanus-Diphtherie-Pertussis-Kombinationsimpfung oder bei Bedarf als Tetanus-Diphtherie-Pertussis-Polio-Kombinationsimpfung erfolgen.

Einzelimpfstoffe:

Zur Grundimmunisierung gegen Tetanus mit Einzelimpfstoff sind zwei Impfungen im Abstand von vier bis acht Wochen und eine dritte Impfung sechs bis zwölf Monate später erforderlich.

 

Wirksamkeit des Impfstoffs

Die Impfstoffe gegen Wundstarrkrampf ist hochwirksam. Säuglinge bilden nahezu ausnahmslos schützende Antikörper.

Nach einer vollständig durchgeführten Impfserie beträgt die Schutzdauer in der Regel mindestens zehn Jahre.

 

Wer geimpft sein sollte

Die Impfung gegen Wundstarrkrampf ist öffentlich empfohlen für alle Kinder ab dem Alter von zwei Monaten.

Auffrischimpfungen sollten im Alter von fünf bis sechs Jahren, im Alter von neun bis 17 Jahren sowie im Erwachsenenalter alle zehn Jahre erfolgen.

Versäumte Impfungen sollten baldmöglichst nachgeholt werden. Vor jeder Auffrischimpfung sollte zudem der Impfschutz gegen Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis) und Poliomyelitis geprüft werden. Stehen mehrere Impfungen bzw. Auffrischimpfungen an, wird meist einen Kombinationsimpfstoff eingesetzt, der alle erforderlichen Komponenten enthält.

Eine Übersicht über die empfohlenen Standardimpfungen finden Sie im „Impfkalender“.

 

Schutz gegen Tetanus nach Verletzungen

Bei Verletzungen sollte der aktuelle Tetanus-Impfschutz überprüft werden. Wenn der Tetanus-Schutz unklar ist, noch nie oder nur unvollständig gegen Tetanus geimpft wurde oder wenn die letzte Impfung mehr als fünf Jahre zurückliegt, sollte nicht nur bei tiefen oder verschmutzten Wunden sowie bei schweren Verbrennungen und Erfrierungen, sondern auch bei sauberen, geringfügigen Wunden eine vorbeugende Impfung erfolgen. Diese sollte unverzüglich durchgeführt werden.
Bei risikoreichen Verletzungen wird zusätzlich zur aktiven Impfung Immunserum (Immunglobulin) gegeben, wenn der Impfschutz unklar oder nicht vollständig ist oder wenn seit der letzten Tetanus-Impfung mehr als zehn Jahre vergangen sind.

Zudem sollten fehlende Impfungen der Grundimmunisierung so bald wie möglich nachgeholt werden.

Weitere Informationen finden Sie unter "Impfungen nach möglicher Ansteckung".

 

Wer nicht geimpft werden sollte

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Bestandteile des Impfstoffes darf nicht geimpft werden.

Bei einer akuten, behandlungsbedürftigen Erkrankung und Fieber ist die Tetanus-Impfung, sofern sie nicht im Verletzungsfall erforderlich wird, zu verschieben.

Weitere Informationen finden Sie unter "Besondere Situationen & Erkrankungen".

 

Nebenwirkungen des Impfstoffs

Zu den möglichen Nebenwirkungen der Impfung gegen Tetanus zählen folgende Impfreaktionen und seltene Komplikationen:

Mögliche Lokal- und Allgemeinreaktionen

Sehr häufige Impfreaktionen aufgrund der Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff sind Schwellungen, Rötungen und Schmerzhaftigkeit an der Impfstelle. Lymphknoten in der Nähe können ebenfalls anschwellen. Außerdem kann es zu Allgemeinsymptomen wie Fieber, Frösteln, Kopf- und Gliederschmerzen, Kreislaufbeschwerden und Müdigkeit kommen. Auch Magen-Darm-Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall sind möglich.

Wird Kombinationsimpfstoff mit Keuchhusten-Komponente verwendet, kann die gesamte Gliedmaße anschwellen, in die geimpft wurde. Außerdem kann es zu ungewöhnlichem Schreien, Unruhe und Reizbarkeit kommen.

Alle diese Erscheinungen sind nur vorübergehend und klingen in der Regel rasch und folgenlos ab.

Mögliche Komplikationen

Wie bei den meisten Impfstoffen können in seltenen Fällen allergische Reaktionen auftreten.

Wird Kombinationsimpfstoff mit Keuchhusten-Komponente verwendet, kann in einzelnen Fällen im Zusammenhang mit Fieber beim Säugling und jungen Kleinkind ein Fieberkrampf auftreten. Dieser bleibt in der Regel jedoch ohne Folgen. Ebenfalls in Einzelfällen kann es nach der Impfung zu einer hypoton-hyporesponsiven Episode (HHE) kommen. Bei diesem kurzzeitigen schockähnlichen Zustand erschlaffen die Muskeln und das Kind reagiert nicht auf Ansprache. Eine HHE bildet sich jedoch schnell und folgenlos zurück.

Weitere Informationen finden Sie unter "Mögliche Nebenwirkungen".

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Sie individuell beraten und vor der Impfung ausführlich über Nutzen und mögliche Risiken aufklären. Weitere Hinweise finden Sie unter „Information vor der Impfung“.

11.07.2017 / MK
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