Ein platzender Ballon kann möglicherweise das Gehör schädigen

Die kanadische Studie ergab, dass ein platzender Ballon einen Knall erzeugen kann, der lauter als eine Schrotflinte ist und das Gehör längerfristig schädigen könnte.

"Hörverlust ist heimtückisch - jedes laute Geräusch kann lebenslange Auswirkungen haben", sagte Studienautor Professor Bill Hodgetts, Audiologe an der Universität von Alberta.

Sein Team maß den Lärm, der bei drei verschiedenen Arten entstand, einen Ballon zum Zerbersten zu bringen:

  • mit einer Nadel,
  • beim Zusammenquetschen, bis er platzt,
  • und beim Aufblasen, bis er platzt 

Das lauteste Geräusch wurde durch den geplatzten Ballon beim Aufblasen erzeugt. Mit 168 Dezibel war dieser Lärm lauter als ein zwölfkalibriges Gewehr.
Während die Studie nicht beweisen konnte, dass knallende Ballons einen Hörverlust verursachen kann, geben die Forscher zu bedenken, dass nur wenig mehr reichen kann, um sowohl beim Erwachsenen als auch bei einem Kind das Gehör langfristig zu beeinträchtigen.

"Wir wollen, dass die Menschen auf mögliche Gehörschäden im Laufe ihres Lebens achten", fügte Hodgetts hinzu.

Wie bei Sonnenbränden kann die Summe der Lärmerlebnisse sehr zerstörerisch wirken

Gehörschäden treten auf, wenn die feinen Härchen im Innenohr, die nicht nachwachsen, durch Geräusche abgenutzt sind. Hodgetts zufolge sollten Menschen sich der Gefahr eines Hörverlustes durch die Summe der Lärmschäden ebenso bewusst sein wie über die Gefahr von Hautkrebs durch mehrere Sonnenbrände.

Sowohl Eltern als auch ihre Kinder sollten z.B. beim Besuch von Musik- oder Theaterfestivals einen Gehörschutz tragen. Hörverlust ist eines der unsichtbaren Probleme - bis wir darunter leiden, denken wir nicht einmal darüber nach. Sobald wir aber betroffen sind, bestimmt es unser ganzes Leben.

Ein Gehörverlust kann durch einen einzigen lauten Knall, wie z.B. einer Explosion, herbeigeführt werden, oder durch längeren Aufenthalt in einer Umgebung mit lauten Geräuschen, wie beispielsweise der Lärmpegel in einer Schreinerei für dort arbeitende Menschen.

Geräusche über 85 Dezibel können gefährlich werden

Der Schall wird in Einheiten mit der Bezeichnung Dezibel gemessen. Geräusche von weniger als 75 Dezibel verursachen auch nach langer Exposition kaum einen Hörverlust. Allerdings kann eine lange oder wiederholte Exposition gegenüber Geräuschen um oder über 85 Dezibel einen Hörverlust verursachen. Je lauter der Ton, desto schneller kommt es zu Gehörschäden oder Hörverlust.

Die durchschnittlichen Dezibel-Werte einiger bekannter Geräusche ziegen, dass schon ständiger Straßenlärm ein kritisches Niveau erreichen kann:

  • das Summen eines Kühlschranks: 45 Dezibel
  • normales Gespräch: 60 Dezibel
  • Lärm aus Stadtverkehr (befahrene Straßen): 85 Dezibel
  • Motorräder: 95 Dezibel
  • ein MP3-Player mit maximaler Lautstärke: 105 Dezibel
  • Sirenen: 120 Dezibel
  • Feuerwerkskörper und Schusswaffen: 150 Dezibel

Quelle: UPI, University of Alberta, Canadian Audiologist, National Institute on Deafness and Other Communication Disorders (NIDCD)

13.03.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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