Hoher Blutdruckwert beim Kinder- und Jugendarzt: Mehrmalige Messung gibt meist Entwarnung

Ist der Blutdruck beim Kinder- und Jugendarzt einmal hoch, so muss dies noch nicht auf Bluthochdruck hinweisen. In den meisten Fällen zeigen weitere Messungen, dass das Kind nur aufgeregt war oder aus einem anderen Grund der Blutdruck angestiegen war. Darauf macht eine aktuelle amerikanische Studie aufmerksam.

Amerikanische Wissenschaftler fanden heraus, dass fast 25% der Kinder und Jugendlichen, deren Blutdruck von ihrem Kinder- und Jugendarzt überprüft wurde, hohe Blutdruckwerte aufwiesen, aber weniger als die Hälfte zeigte ähnliche Messwerte, als ihr Blutdruck erneut überprüft wurde.
Tatsächlich bestätigte sich der Verdacht auf Bluthochdruck nur bei etwas mehr als 2% der Kinder, so die Experten in ihrer Veröffentlichung.

Die Studie umfasste Daten von mehr als 755.000 Patienten des Kaiser-Permanente-Unternehmens in Südkalifornien, die zwischen 3 und 17 Jahre alt waren. Kaiser Permanente ist ein US-amerikanisches Gesundheitsunternehmen mit Sitz in Oakland, Kalifornien, das unter anderem Krankenversicherungsschutz anbietet.

"Kinder- und Jugendärzte diagnostizieren nicht oft Bluthochdruck bei Kindern, aber falls er tatsächlich vorliegt, ist es auch wichtig, ihn aufzuspüren", erklärte Studienautor Dr. Robert James Riewerts, regionaler Leiter der Pädiatrie für die Southern California Permanente Medical Group.

Es ist normal, dass der Blutdruck von Kindern und Jugendlichen sehr unterschiedlich ist, so die Forscher. Was als Bluthochdruck gilt, ist bei Heranwachsenden abhängig vom Geschlecht, Alter und der Körpergröße.

Wird Bluthochdruck nicht erkannt, erhalten Kinder und Jugendliche und deren Eltern möglicherweise nicht die erforderliche Beratung mit Hinweisen auf sinnvolle Lebensstilveränderungen, oder sie bekommen nicht die erforderlichen Medikamente. Ohne frühzeitige Lebensstilveränderung und Therapie steigt das Risiko, dass diese Kinder im Erwachsenenalter von Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nieren- und Gefäßschäden betroffen sind.

Quelle: HealthDay, Journal of Clinical Hypertension


25.02.2018 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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