Juckender Hautausschlag: Ekzem oder Allergie?

Hautausschläge können durch Ekzeme verursacht werden, aber auch durch eine allergische Reaktion bzw. Kontaktdermatitis, eine Hautreaktion auf Allergene, bedingt sein. Der amerikanische Experte Professor JiaDe Yu erklärt den Unterschied.

„Ein Ekzem ist eine Krankheit, die trockene Hautstellen verursacht, die oft von starkem Juckreiz begleitet werden. Kratzen kann die Haut schädigen, den Ausschlag verschlimmern und das Infektionsrisiko erhöhen“, erklärte der Dermatologe Professor Dr. JiaDe Yu MD, FAAD, vom Massachusetts General Hospital in Boston in einer Pressemeldung der American Academy of Dermatology. „Ungefähr 20% der Kinder sind von Ekzemen betroffen, und manchmal kann eine allergische Kontaktdermatitis einem Ekzem gleichen oder sich zusätzlich auf einem Ekzem entwickeln, was die Diagnose und Behandlung noch schwieriger macht.“

Neurodermitis ist das häufigste Ekzem bei Kindern

Die häufigste Form von Ekzemen bei Kindern ist die atopische Dermatitis bzw. Neurodermitis, die meist sehr früh im Leben beginnt. Sie tritt häufig bei Säuglingen und Kleinkindern auf. Während die meisten Menschen Neurodermitis vor ihrem fünften Lebensjahr entwickeln, kann sie auch während der Pubertät oder später beginnen.

Bei vielen Kindern verschwindet das Ekzem mit der Zeit. Prof. Dr. Yu berichtete jedoch, dass etwa die Hälfte der Kinder, die diese Hauterkrankung bekommen, sie als Erwachsene haben werden. Obwohl es keine Möglichkeit gibt, zu wissen, ob das Ekzem verschwindet oder chronisch wird, kann eine frühzeitige Diagnose und Behandlung eine Verschlechterung der Erkrankung verhindern. Je schwerer die Neurodermitis ausgeprägt ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie bis ins Erwachsenenalter anhält.

Laut Professor Yu können Ekzeme manchmal mit allergischer Kontaktdermatitis verwechselt werden. Dabei reagiert das Immunsystem auf ein Allergen. Dies kann zu verschiedenen Hautsymptomen führen, die einem Ekzem ähneln, wie Hautausschlag, Trockenheit, Empfindlichkeit, Brennen oder Stechen oder in schweren Fällen Blasen.

Nickel und Kobalt lösen häufig Kontaktdermatitis aus

Zu den Allergenen, auf die Kinder am ehesten allergisch reagieren, gehören Metalle wie Nickel und Kobalt, die in Modeschmuck und Kleidungsteilen, wie Gürtelschnallen und Jeansknöpfen, sowie in Spielzeug, Möbeln und Schulstühlen zu finden sind.

Duft- und Konservierungsstoffe sind zwei weitere häufige Allergene. Diese finden sich in Körperpflegeprodukten, Seifen, Duschgels und Shampoos sowie Waschmitteln. Während Stoffe selbst selten allergische Reaktionen auslösen, können die Chemikalien und Farbstoffe, die zu ihrer Behandlung verwendet werden, allergische Reaktionen hervorrufen. Das häufigste Farbstoffallergen ist ein Farbstoff namens Dispersionsblau, der zum Färben von synthetischen Stoffen wie Polyester und Nylon verwendet wird. Dieser Farbstoff findet sich selten für Kleidung aus 100% Baumwolle, Bambus, Seide und anderen Naturfasern.

Zusätzlich zu Metallen, Duftstoffen und Konservierungsmitteln beobachten Dermatologen zwei neue Allergene, die Kinder betreffen - auf Bestandteile in tragbaren Blutzuckermessgeräten und in Schienbeinschützern. „Kinder, die allergisch auf tragbare Blutzuckermessgeräte reagieren, entwickeln oft einen juckenden Ausschlag darunter, sodass sie in der Regel alle zwei bis drei Tage den Standort ihres Messgeräts wechseln müssen. Wenn die Schienbeinschützer eines Kindes Reizungen verursachen, empfehlen Dermatologen, die Schienbeinschützer zu wechseln, um das vermutete Allergen zu vermeiden, oder eine Barriere wie eine Socke zwischen Haut und Hautschutz zu legen.“
Um festzustellen, ob der Ausschlag eines Kindes durch eine Allergie oder eine andere Hauterkrankung wie ein Ekzem verursacht wird, sei es wichtig zu wissen, wann das Kind den erstmals den Ausschlag entwickelt hat und wo sich Hautausschlag befindet. Allergische Kontaktdermatitis neigt dazu, ungewöhnliche Stellen wie Augenlider, Fußrücken oder Handrücken zu betreffen, während Ekzeme eher in Kniekehlen, bei den Handgelenken, im Nacken und inneren Ellbogen zu finden sind.

„Um eine allergische Kontaktdermatitis zu diagnostizieren, kann ein Dermatologe einen Allergietest durchführen, der Patch-Test genannt wird“, so Professor Yu. „Während Ekzeme effektiv behandelt werden können, besteht der beste Weg zur Behandlung von allergischer Kontaktdermatitis darin, das Allergen zu meiden, sobald es identifiziert wurde.“

Quelle: Newswise, American Academy of Dermatology



11.05.2022 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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