Können Halsentzündung aufgrund von Streptokokken das Risiko für psychische Störungen erhöhen?

Dr. Sonja Orlovskavon der Universität Kopenhagen in Dänemark und ihre Kollegen hatten die Daten von 1.067.743 Kinder gesammelt, von denen 638.265 einen Streptokokken-Test erhielten, darunter befanden sich 349.982 Kinder, bei denen ein oder mehrere positive Testergebnisse dokumentiert waren. Die Studie verfolgte die Kinder bis zu 17 Jahre lang, um das Risiko von psychischen Störungen nach einer Streptokokken-Infektion zu bewerten.
Das Ergebnis: Das Risiko einer psychischen Störung war für Kinder mit einem positiven Streptokokken-Test war im Vergleich zu denen ohne Streptokokken-Test, insbesondere bei Zwangs- und Tic-Erkrankungen, erhöht. Es gab ebenso eine Erhöhung der Gefahr für eine psychische Störung und Zwangsstörung für Kinder, die eine Streptokokken-Halsinfektion durchgemacht hatten, im Vergleich zu Kindern, die eine andere Halsinfektion hinter sich hatten.

"Sogar Halsinfektionen, die nicht durch Streptokokken verursacht worden waren, waren mit einem etwas erhöhten Risiko für psychische Erkrankungen verbunden, wenn auch weniger als für Streptokokken-Infektionen im Zusammenhang mit Zwangsstörungen und jede Art von psychischer Störung nachzuweisen war", schreiben die Autoren.

PANDAS-Hypothese

Diese Untersuchung beschäftigte sich mit der PANDAS-Hypothese (engl. Pediatric Autoimmune Neuropsychiatric Disorders Associated with Streptococcal Infections), die der Beobachtung nachgeht, dass nach Infektionen mit ?-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A in Kindheit und Jugend schlagartig neuropsychiatrische Symptome einsetzen können, die unbehandelt einen langfristigen, chronischen Verlauf nehmen können. In dieser großen Studie waren jedoch auch Kinder mit einer nicht Streptokokken-bedingten Halsinfektion von einem etwas erhöhtem Risiko betroffen.

Quelle: HealthDay, JAMA Psychiatrie




23.06.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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