Mehrfach ungesättigte Fettsäuren können möglicherweise Allergierisiko senken

Kinder, die hohe Konzentrationen mehrfach ungesättigter Fettsäuren im Blut aufweisen, haben im Alter von 16 Jahren ein geringeres Risiko für Asthma oder allergischen Schnupfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine schwedische Studie.

Eine aktuelle Untersuchung des Karolinska Instituts in Schweden, eine der größten und angesehensten medizinischen Universitäten in Europa, zeigt, dass hohe Konzentrationen mehrfach ungesättigter Fettsäuren im Blut von Kindern mit einem verringerten Risiko für Asthma und allergischen Schnupfen (Rhinitis) verbunden sind.

Allergische Erkrankungen wie Asthma und Rhinitis sind häufig und treten meist in der Kindheit auf. Heute wissen wir, dass das Krankheitsrisiko sowohl von erblichen als auch von Umweltfaktoren beeinflusst wird.

Die im „Journal of Allergy and Clinical Immunology“ veröffentlichte Studie ist bis heute die größte, die den Zusammenhang zwischen dem Gehalt an langkettigen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren im Blut und Asthma sowie anderen allergischen Erkrankungen untersuchte. Die Arbeit basiert auf den Blutproben von 940 Kindern, bei denen der Gehalt an Omega-3- und -6-Fettsäuren bestimmt wurde.

Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder, die im Alter von 8 Jahren höhere Blutspiegel von langkettigen Omega-3-Fettsäuren aufwiesen, im Alter von 16 Jahren seltener Asthma oder Rhinitis entwickelten. Kinder, bei denen sich in jungem Alter von 8 Jahren hohe Konzentrationen einer bestimmten Omega-6-Fettsäure nachweisen ließen, nämlich der Arachidonsäure (vierfach ungesättigte Fettsäure), hatten als 16-Jährige ein geringeres Risiko für Asthma und Rhinitis. Achtjährige, die bereits unter Asthma oder Rhinitis litten, aber einen höheren Arachidonsäurespiegel besaßen, hatten eine größere Chance, mit 16 Jahren symptomfrei zu sein.

"Da Allergien häufig in der Kindheit auftreten, ist es von besonderem Interesse zu untersuchen, ob die Umwelt und der Lebensstil von Kindern die Entwicklung dieser Krankheiten beeinflussen können", sagte Studienleiterin Dr. Anna Bergström, Forscherin am Institut für Umweltmedizin des Karolinska Instituts.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind lebensnotwendig, und die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann, kommen in Lebensmitteln wie Nüssen und bestimmten Pflanzenölen vor; langkettige Omega-3-Fettsäuren sind vor allem in fettem Fisch enthalten.

"Diese neuen Ergebnisse und die einer früheren Studie, die wir durchgeführt haben, unterstützen die aktuellen Ernährungsrichtlinien, zwei- bis dreimal pro Woche Fisch zu essen und zwischen öligen und mageren Fischen zu variieren", so Dr. Anna Bergström.

Quelle: ScienceDaily, Karolinska Institutet, Journal of Allergy and Clinical Immunology

21.01.2018 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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