Risikofaktor für Essstörungen: Starke Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper

Bei Essstörungen ist es wichtig, rasch Anzeichen zu erkennen, um frühzeitig eingreifen zu können. Ein britisches Forscher-Team der Newcastle-Universität hat nun festgestellt, dass Mädchen und Jungen, die als Teenager mit etwa zwölf Jahren mit ihrem Körper sehr unzufrieden sind, ein höheres Risiko haben, eine Essstörung zu entwickeln. Dies trifft ebenso für Mädchen mit depressiven Symptomen und Jungen und Mädchen, die schon mit etwa neun Jahren problematisches Essverhalten zeigten, zu. „Eltern sollten sich nicht scheuen, ihren Kinder- und Jugendarzt anzusprechen, wenn sie bei ihren Kindern und Jugendlichen etwas Verdächtiges beobachten. Das Einhalten einer strengen Diät ohne ärztliche Verordnung, Essanfälle, das Herbeiführen von Erbrechen nach dem Essen, die Verwendung von Abführmitteln, extreme körperliche Betätigung aus Gewichtsgründen und besondere Angst davor, dick zu sein oder zuzunehmen sind typische Anzeichen“, beschreibt Dr. Hermann Josef Kahl, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) die Warnzeichen. Mithilfe einer körperlichen Untersuchung und der Auswertung von Laborwerten kann der Kinder- und Jugendarzt die Vermutung evtl. bestätigen und Eltern dabei behilflich sein, geeignete Hilfsangebote zu nutzen. So leiden Magersüchtige u.a. häufig unter Eisenmangel und Bulimiker (Patienten mit Ess-Brech-Sucht) unter Kaliummangel.

Zwar entwickeln Kinder selten im Alter von neun Jahren Essstörungen, doch können sie sich in diesem jungen Alter bereits anbahnen. Das Vollbild einer Essstörung zeigt sich häufig im Alter von etwa 12 Jahren und mit etwa 15 Jahren müssen die meisten betroffenen Mädchen und Jungen deshalb stationär behandelt werden. Studien weisen darauf hin, dass das Erkrankungsalter immer weiter herabsinkt und ein Beginn noch vor Eintritt der Pubertät möglich ist. “Frühe Maßnahmen sind bei Essstörungen wie Magersucht, Bulimie und Esssucht besonders wichtig, um längerfristige Gesundheitsschäden durch Mangelernährung und eine Chronifizierung zu vermeiden. Je früher Essstörungen behandelt werden, desto größer sind die Erfolgsaussichten“, erklärt Dr. Kahl.

Quellen: Appetite, MMW Fortschritte der Medizin

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09.02.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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