Schlafmuster im Säuglingsalter kann stark variieren

Junge Eltern erwarten oft, dass ihr Baby etwa im Alter von sechs Monaten die ganze Nacht durchschlafen kann. Laut einer aktuellen kanadischen Studie von Professorin Marie-Helene Pennestri (McGill-University, Kanada) sollten Eltern die Schlafkonsolidierung als einen Prozess betrachten sollten, und nicht als einen Meilenstein, der in einem bestimmten Alter erreicht werden muss.

Professorin Pennestri von der McGill-University (Montreal, Quebec; Kanada) beobachtete mit Kollegen 44 Säuglinge über einen Zeitraum von zwei Wochen lang. Dabei stellte sie fest, dass die Schlafmuster sehr unterschiedlich sind - nicht nur für verschiedene Babys, sondern auch Nacht für Nacht für dasselbe Baby.

In der in der Fachzeitschrift „Sleep Medicine“ veröffentlichten Studie baten Forscher Mütter, zwei Wochen lang ein Schlaftagebuch über ihr sechs Monate altes Kind zu führen. Im Durchschnitt berichteten Mütter, dass ihr Kind 6 Stunden hintereinander für ungefähr 5 Nächte innerhalb eines Zeitraums von zwei Wochen und 8 Stunden hintereinander für ungefähr 3 Nächte innerhalb desselben Zeitraums geschlafen habe. Die Hälfte der Säuglinge schlief demnach jedoch nie 8 Stunden durch.

"Obwohl frühere Untersuchungen gezeigt haben, dass Säuglinge in bestimmten Entwicklungsstadien anfangen, nachts durchzuschlafen, ist wenig über die Schlafmuster in den einzelnen Nächten bekannt", verdeutlichte Pennestri.
"Eltern sind oft vielen widersprüchlichen Informationen über den Schlaf von Säuglingen ausgesetzt. Sie sollten sich keine Sorgen machen, wenn ihr Baby in einem bestimmten Alter noch nicht die Nacht durchschlafen kann, da sich die Schlafmuster im Säuglingsalter stark unterscheiden", lautet der Rat von Pennestri. Sie ergänzte zudem, dass Eltern und Ärzte sich bewusst sein sollten, dass gelegentliches Durchschlafen nicht unbedingt bedeutet, dass das Baby gelernt hat, durchzuschlafen und dies beibehält.

"Ein wichtiger Teil des Puzzles ‚Säuglingsschaf‘ ist das Verständnis der Wahrnehmungen und Erwartungen der Eltern. In zukünftigen Forschungen hoffen wir zu untersuchen, was 'Nachtschlaf' für sie wirklich bedeutet", so Pennestri.

Quellen: ScienceDaily, McGill University, Sleep Medicine






18.03.2021 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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