Städte: Amerikanische Forscher warnen vor erhöhten Unfallgefahr in Parkumgebung

Eine amerikanische Studie warnt davor, dass die Unfallgefahr in der Umgebung von Parks für Kinder insbesondere in Städten unterschätzt wird. Demnach ist das Risiko dort sogar bis zu doppelt so hoch wie rund um Schulen, wo mittlerweile mehr auf Sicherheit geachtet wird. Die Untersuchung kommt auf der Basis von amerikanischen Unfalldaten über einen Zeitraum von 30 Jahren zu diesem Ergebnis.

In den Vereinigten Staaten gehören Verkehrsunfälle den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zufolge zu den führenden Todesursachen für junge Menschen im Alter zwischen 5 und 24 Jahren. Jede Stunde sterben etwa 40 Kinder auf Straßen um die Welt, viele als Fußgänger, so die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Nick Ferenchak von der Universität Colorado in Denver und sein Mitautor betrachteten für ihre Studie die Unfallstatistik von in sechs Städten zwischen 1982 und 2012 insbesondere in Bezug auf Unfälle mit Kindern unter 18 Jahren, um zu ermitteln, wo sich Todesfälle typischerweise ereigneten. Dann werteten sie die geographischen Positionen aus und untersuchten, ob z.B. Parks oder Schulen in der Nähe lagen.  

Sie konzentrierten sich auf die am schnellsten wachsenden Regionen des Landes - den Süden und den Westen - und befassten sich mit den Städten, in denen der größte proportionale Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen war. Denn sie gingen davon aus, dass neue Infrastrukturen die Art und Weise beeinflussen könnten, wie Schulen, Parks und Wege in die Gemeinden integriert würden.

Bei der Auswertung der Daten von Austin, Dallas und Houston in Texas; Charlotte, North Carolina; Denver und Los Angeles zeigte sich, dass in allen sechs Städten das Risiko für tödliche Unfälle in der Nähe von Parks um den Faktor 1,16 bis 1,81 größer war als im gesamten Stadtgebiet. Zudem fanden die Wissenschaftler heraus, dass Kinder in der Nähe von Parks 1,04- bis 2,23-mal häufiger in tödliche Verkehrsunfälle als Fußgänger verwickelt waren als in der Umgebung einer Schule. Besonders deutlich zeigte sich dieser Unterschied in Dallas.

"Wenn Kinder 5 Jahre alt sind und sich verletzen, sind Sie wahrscheinlich nicht weit von zu Hause weg", kommentierte Charles DiMaggio, Direktor der Abteilung Unfallforschung an der New York University School of Medicine. "Aber wenn Sie 14 oder 15 Jahre alt sind, bewegen sie sich in einem wesentlich größeren Umfeld, das schwer zu messen ist."

Das Studienteam schlägt vor, nach Lösungen im Bereich der Stadtplanung zu suchen. Wie Geschwindigkeitsbegrenzungen und Fußgängerübergänge in den Schulbereichen die Unfallraten bei Kindern verringert haben, könnten ähnliche Maßnahmen in der Umgebung von Parks das Risiko verringern. Parks sollten z.B. auch nicht in der Nähe von großen Straßen angelegt werden, die zu höheren Geschwindigkeiten verleiten.

Quelle: Reuters, Injury Prevention


   

08.03.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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