Allergien beim Kind vorbeugen - Mythen und Fakten

Allergien haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Warum, kann die Wissenschaft bis heute nicht eindeutig erklären, viele Faktoren tragen dazu bei.

Das Erbteil
Ob ein Mensch im Verlauf seines Lebens an einer Allergie erkranken wird oder nicht, ist zum Teil erblich bedingt. Leidet bislang niemand in der Familie an einer Allergie, beträgt das Risiko eines Neugeborenen 15 Prozent. Haben beide Elternteile dieselbe Form von Allergie z.B. Heuschnupfen oder Neurodermitis leidet ihr Kind mit einer 60- bis 80-prozentigen Wahrscheinlichkeit später auch daran.
Erblich ist aber nur die Anlage, eine Erkrankung des atopischen Formenkreises zu entwickeln (Asthma, Lebensmittelallergien, Neurodermitis, Allergien gegen einzelne Stoffe wie z.B. Gras-Pollen). Ob es tatsächlich zu einer atopischen Erkrankung kommt, hängt dann von äußeren Einflüssen ab.  

Essen fast ohne Einschränkungen
Früher wurden Schwangeren geraten, weder Fisch noch Nüsse oder andere Nahrung zu sich zu nehmen, die Allergien auslösen könnten. Auch Säuglingen sollte in der Beikost weder Fisch noch mögliche andere Allergieauslöser angeboten werden. Inzwischen ist von diesen Empfehlungen nur noch wenig übriggeblieben:
  • Eine Diät während der Schwangerschaft hat keinen schützenden Effekt, kann aber dazu führen, dass wichtige Nährstoffe fehlen. Schwangeren wird Fisch inzwischen sogar ausdrücklich empfohlen.
  • Säuglinge sollten mindestens vier Monate lang gestillt werden.
  • Säuglinge, die nicht gestillt werden können UND in deren Familie die Allergieneigung vererbt wird, sollten in den ersten Monaten nach der Geburt hypoallergene Milchprodukte erhalten.
Was (werdende) Eltern noch tun können
Rauchen ist eines der wichtigsten Risikofaktoren für Allergien. Eine Schwangere sollte weder selber rauchen, noch Passivrauch ausgesetzt sein. Die gesamt Wohnung, in der ein Kind aufwächst, sollte immer rauchfrei bleiben. Wichtig ist außerdem eine Wohnung ohne Schimmelpilze, die regelmäßig stoßweise (weit geöffnetes Fenster) gelüftet wird.
Kinder mit erblich bedingt erhöhter Allergieneigung sollten in einem Haushalt ohne Katzen aufwachsen, am besten ganz ohne Tiere, die ein Fell tragen.

Weitere Informationen finden Sie unter anderem hier: www.gesundinsleben.de/fuer-familien/ und www.daab.de

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam: www.gesundes-kind.de/faq/expertenrat.jsp.  
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Lassen Sie sich von unserem Vergissmeinnicht-Service an alle wichtigen U-Untersuchungen und Impftermine erinnern auch als iPhone App (www.gesundes-kind.de/recall/anmeldung/default.jsp).

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

Quellen:
www.daab.de/allergien/allergien-vorbeugen/
www.gesundinsleben.de/fuer-familien/allergien-vorbeugen/allergie-risiko-check/
AWMF-Leitlinie Allergieprävention (2009, in Überarbeitung) www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/061-016.html

Veröffentlichung: 29.01.2014 / HTR
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