„Echte Grippe haut Dich um!“

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Während eine Schwangerschaft wird alles vermieden, was Mutter und Kind gefährden könnte: Operationen werden möglichst verschoben, Medikamente nur sehr zurückhaltend verschrieben, umgestellt oder sogar ganz abgesetzt. Warum soll gerade dann geimpft werden?

Ganz einfach: Weil man aus der Geschichte weiß, dass während großer Ausbrüche durch Influenza-Viren („echte Grippe“) Schwangere zu den Risikogruppen gehören, die schwer krank werden. Nicht nur die werdende Mutter ist betroffen, auch Frühgeburten oder sogar Fehlgeburten können auftreten. Eine echte Virusgrippe ist keine Erkältung. Selbst junge gesunde Erwachsene können durch Influenza „umgehauen“ werden. Das bedeutet, ein oder zwei Wochen, klassischerweise mit hohem Fieber, ans Bett gefesselt zu sein und im Anschluss daran womöglich mit einer Lungenentzündung kämpfen zu müssen.

Mütterliches Immunsystem ist gedämpft

Auf den ersten Blick erscheint es nicht logisch, weshalb gesunde Schwangere neben Hochbetagten, jungen Säuglingen und chronisch Kranken für Grippeviren besonders anfällig sein sollten. Eine Schwangerschaft ist jedoch eine Ausnahmesituation für das Immunsystem: Beim werdenden Kind handelt es sich um fremdes Gewebe, das aber nicht abgestoßen werden darf. Der menschliche Körper hat sich dafür einige „Tricks“ einfallen lassen, wie z.B. die Plazenta. Dazu gehört auch, dass das Immunsystem der Mutter angepasst und insgesamt etwas gedämpft wird.

So kommt es, dass die Abwehrkräfte einer rundum gesunden Schwangeren trotzdem nicht so schlagkräftig sind wie die Abwehrkräfte einer gesunden nicht schwangeren Frau gleichen Alters.

Schutz für Mutter und Kind

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Frauen, die während der Influenza-Saison im Winter schwanger sind, ab dem vierten Schwangerschaftsmonat die Influenza-Impfung. Schwangere, die zusätzlich an einer chronischen Krankheit leiden, sollten sich schon im ersten Schwangerschafts-Drittel impfen lassen.
Zusätzlicher Vorteil: Die von der Mutter gebildeten Abwehrstoffe werden auf das Ungeborene übertragen, das in den ersten Monaten nach der Geburt dadurch zusätzlichen Schutz erhält.

Seit neuestem erhalten alle Versicherten Totimpfstoffe, die nicht nur gegen drei, sondern sogar gegen vier Typen des Grippevirus schützten, so genannte quadrivalente Impfstoffe. Das erhöht die Wirksamkeit der Impfung.

Seit rund 10 Jahren werden Schwangere in immer mehr Ländern der Welt gegen Grippe geimpft, in den USA sogar schon seit 2004. Die Erfahrungen mit der Impfung sind gut.

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam. Empfehlen Sie uns weiter!

Lassen Sie sich von unserem Erinnerungsservice an alle wichtigen U-Untersuchungen und Impfungen für Ihr Kind erinnern.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

Quellen:
Empfehlung der Ständigen Impfkommission für Schwangere https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/Influenza/faq_ges.html?nn=2375548; zuletzt abgerufen am 10.09.2018
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur Grippe-Impfung in der Schwangerschaft
https://www.impfen-info.de/grippeimpfung/schwangere/?; zuletzt abgerufen am 10.09.2018

Veröffentlichung: 27.09.2018 / HTR
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