Ist Gehirnveränderung Ursache für Pötzlichen Kindstod?

Morgens sein Baby tot im Bettchen vorzufinden, ist eine Horrorvorstellung für Eltern. US-amerikanische Forscher haben jetzt bei 37 von 86 Babys (43%), die in den Jahren 1991 bis 2012 an Plötzlichem Kindstod (sudden infant death syndrome, SIDS) starben, eine Veränderung im Gehirn entdeckt: Entlang des "Gyrus dentatus", einer Gehirnstruktur, die zum Hippocampus gehört, fanden sie abschnittsweise zwei Schichten von Nervenzellen anstatt wie üblich nur einer. Neben Lernen und Erinnern gehören auch Atmung und Herzfunktion zu den Steuerungsaufgaben, an denen der Hippocampus beteiligt ist. Diese doppelte Zellschicht wird außerdem mit einer bestimmten Form von Epilepsie in Zusammenhang gebracht, der Temporallappen-Epilepsie. Deshalb wird ein Zusammenhang mit dem SIDS vermutet.

Aufgrund der zum Glück! kleinen Patientenzahl ist jedoch unklar, wie viel der Hippocampus zum SIDS beiträgt. Die Forscher vermuten, dass verschiedene ungünstige Faktoren zusammen kommen müssen, damit es zum SIDS kommt.

SIDS vorbeugen: 3-R-Faustregel
Rückenlage Rauchfrei Richtig gebettet! So fassen Kinderärzte die wichtigsten Tipps zusammen, die das Risiko für SIDS deutlich verringern.

1.    Beste Schlafposition für ein Baby ist die Rückenlage, auch von der Seitenlage wird abgeraten.
2.    Die gesamte Umgebung eines Babys sollte rauchfrei sein.
3.    Das Bettchen sollte:
       kein Kopfkissen,
       keine Fellunterlagen,
       keine weiche Umpolsterungen (Nestchen) und
       keine Kuscheltiere enthalten.
4. Die Matratze sollte mit möglichst fest und luftdurchlässig sein und sich eher wenig eindrücken lassen.
5. Ein Schlafsack ist besser als eine Bettdecke.
6. Die Raumtemperatur beim Schlafen sollte bei ca. 16 bis 18 Grad Celsius liegen

Mit Hilfe dieser Empfehlungen sind in einem Zeitraum von vierzehn Jahren in Deutschland die Fälle des Plötzlichen Kindstodes um nahezu 80 Prozent zurückgegangen.

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Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

Quellen:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
(http://www.kindergesundheit-info.de/themen/risiken-vorbeugen/ploetzlicher-kindstod-sids/vorbeugung-kindstod/?query=sids)
Kinney HC et al.: Acta Neuropathol. 2015 Jan;129(1):65-80
(www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4282685/)

Veröffentlichung: 12.02.2015 / HTR
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