"Ist mein Baby zu moppelig?"

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die zu viele Kilos mit sich herumtragen, nimmt seit Beginn der 1980er Jahre zu. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sind in Deutschland 15 Prozent aller 3- bis 17-Jährigen übergewichtig, jeder zweite bis dritte davon ist sogar stark übergewichtig. Europaweit gilt jedes fünfte Kind als zu dick, acht Prozent als fettleibig. Kein Wunder, dass sich junge Eltern Sorgen machen.

Kinderärztinnen und -ärzte haben Gewicht und Wachstum eines Babys durch die regelmäßigen Vorsorgen sehr genau im Blick. Schließlich sind dies wichtige Merkmale für ein gutes Gedeihen. Stärker als das Gewicht im Vergleich zur Altersgruppe zählt jedoch die gesamte Entwicklung eines Kindes. Besonders große Kinder sind automatisch schwerer als ihre Altersgenossen und zwischen zwei Wachtumsschüben ist es sogar wichtig, dass ein Kind an Gewicht zulegt. Eltern können die Entwicklung im Untersuchungsheft ihres Kindes nachlesen.
Altersgerechte Angaben zum BMI ab dem ersten Lebensjahr bis ins Jugendalter hinein finden Eltern zum Beispiel beim Berufsverband der Kinder-und Jugendärzte (www.kinderaerzte-im-netz.de/bmi/).

Ursachen und Vorbeugung

Viele Faktoren tragen dazu bei, dass jemand übergewichtig wird. Neben zu wenig Bewegung und ungünstigem Essverhalten spielt auch die Veranlagung mit etwa 70% eine große Rolle.  

Die Möglichkeiten der Vorbeugung beginnen bereits im Mutterleib: Werdende Mütter sollten darauf achten, nicht zuviel zuzunehmen. Nimmt eine Mutter während der Schwangerschaft ungewöhnlich viel zu, erhöht sich dadurch das Geburtsgewicht des Kindes und es steigt sein Risiko, später im Leben übergewichtig zu werden. Und zwar unabhängig davon, ob seine Mutter vor Eintritt der Schwangerschaft bereits übergewichtig war oder nicht.

Auch Stillen ist bekannter Maßen hilfreich. Experten nehmen inzwischen an, dass das langsamere Zunehmen in den ersten beiden Lebensjahren bei gestillte Säuglinge Übergewicht vorbeugt. Für den kritischen Übergang zur Beikost hat die BZgA viele wichtige Tipps zusammengetragen:
www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/0-12-monate/beikosteinfuehrung/

Sie sind das Vorbild!
Letzendlich ist es wie so oft: Eltern sind das Vorbild sowohl was Bewegung als auch was Ernährung angeht. Regelmäßige Mahlzeiten, gesundes Knabberzeug (z.B. Paprikastreifen statt Chips), ein Sportverein oder gemeinsames Schwimmen am Sonntag, all das hilft nicht nur Ihrem Kind, sondern auch Ihnen, Übergewicht zu vermeiden oder zu verlieren. Langfristig hält man ohnehin nur durch, was Freude macht.

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam: www.gesundes-kind.de/faq/expertenrat.jsp.
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Lassen Sie sich von unserem Vergissmeinnicht-Service an alle wichtigen U-Untersuchungen und Impftermine erinnern auch als iPhone App (www.gesundes-kind.de/recall/anmeldung/default.jsp).

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

Quellen:
Pressemeldung Fighting the childhood obesity crisis 10.12. 2013 (http://www.alphagalileo.org/Organisations/ViewItem.aspx?OrganisationId=10135&ItemId=137260&CultureCode=en)
Z. M. Ferraro et al.: Excessive gestational weight gain predicts large for gestational age neonates independent of maternal body mass index. The Journal of Maternal-Fetal and Neonatal Medicine. April 17, 2012.

Veröffentlichung: 23.12.2013 / HTR
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