"Ja!" zum Stillen

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Muttermilch ist ein komplexes Gemisch mit vielen Inhaltsstoffen, das in Millionen von Jahren bei Säugetieren entwickelt und optimiert wurde. Dennoch gibt es auch einige Nachteile: So können mit der Muttermilch Krankheitserreger von der Mutter auf das Kind übertragen werden und in der modernen Welt auch Schadstoffe oder Medikamente. Das Bundesamt für Risikobewertung (www.bfr.bund.de) und die dort angesiedelte Nationale Stillkommission beobachten und bewerten seit vielen Jahren die Inhaltsstoffe von Muttermilch und deren Auswirkungen. Die gute Nachricht:

Ausschließliches Stillen ist und bleibt in den ersten vier bis sechs Monaten des Lebens die beste Ernährung für das Kind.

Stillen hat zahlreiche Vorteile, zum Beispiel macht es „schlau“: Soweit die Wissenschaft dies bisher erforscht hat, sind es sehr wahrscheinlich die in der Milch enthaltenen Fettsäuren, die die Entwicklung des kindlichen Gehirns fördern. Gestillte Kinder reagieren zudem offener und entspannter auf andere Menschen. Dies wird auf das Hormon Oxytocin zurückgeführt. Es verringert Stress, hebt die Stimmung und fördert insgesamt soziale Bindungen.

Oxytocin wird auch im Körper der Mutter beim Stillen ausgeschüttet. Dadurch leiden stillende Mütter ebenfalls seltener unter Stress, ihre Stimmung wird gehoben und eine liebevolle Bindung zum Kind wird gefördert.
Ein weiterer Vorteil sind die Abwehrstoffe gegen einige Infektionskrankheiten, die auf diesem Weg auch noch nach der Geburt von der Mutter auf das Kind übergehen. Das ist kein undurchdringlicher Schutzschirm, aber insbesondere Darminfektionen sind dadurch bei gestillten Säuglingen seltener.

Mütter, die Fragen zum Stillen haben, finden Rat bei ihrer Hebamme, in örtlichen Stillgruppen oder auch in der Kinderarztpraxis. Nicht allen Frauen ist es möglich zu stillen, auch sie finden dort Rat.

Allerdings könnte Deutschland noch stillfreundlicher werden. In einer Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung nannte jede zehnte Mutter, die nicht mehr stillte, die ablehnende Haltung in der Öffentlichkeit als einen Grund für das Abstillen. Die Studie gibt aber auch Hoffnung: „Insgesamt geht das Wissen über die Vorteile des Stillens mit einer größeren Akzeptanz von öffentlichem Stillen einher“, heißt es dazu im aktuellen Bundesgesundheitsblatt.  

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin, Ihre Hebamme oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam. Empfehlen Sie uns weiter!

Lassen Sie sich von unserem Erinnerungsservice an alle wichtigen U-Untersuchungen und Impfungen für Ihr Kind erinnern.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

Quellen: Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz. August 2018, Volume 61, Issue 8; zuletzt abgerufen am 20.09.2018, https://link.springer.com/journal/103/61/8/page/1

Veröffentlichung: 27.09.2018 / HTR
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