Junge Familie gut geschützt

© Dasha Petrenko_Fotolia_190071042_S.jpg

©Dasha Petrenko - Fotolia.com

Begrüßungskomitee mit Anhang

Wenn ein Neugeborenes auf die Welt kommt, hat es zuerst Kontakt zu seiner Mutter. Auch der Vater und eventuelle ältere Geschwister möchten es in die Arme schließen. Aber damit ist das „Begrüßungskomitee“ bei weitem noch nicht vollständig. In den ersten Wochen kommen häufig die Großeltern, gute Freunde oder Onkel und Tanten zu Besuch. Jeder Mensch bringt seine ganz persönliche Welt an Keimen mit. Die meisten sind harmlos, manche aber leider gefährlich für ein Neugeborenes. Nicht immer ist erkennbar, wenn jemand erkrankt ist. Viele Viren und Bakterien werden übertragen, bevor spürbare Symptome auftreten.

Wie Mutter Natur vorsorgt

Ungeborene erhalten schon im Mutterleib über die Nabelschnur von der Mutter gebildete Abwehrstoffe (Antikörper) gegen verschiedenste Infektionen. In den ersten Lebenswochen bis -monaten nach der Geburt geben sie wichtigen Schutz. Auch beim Stillen werden noch kleinere Mengen von Antikörpern übertragen. Trotzdem hat dieser „Nestschutz“ grundsätzlich Lücken:

  • Der Nestschutz kann nur vor Krankheiten schützen, gegen die die Mutter selbst immun ist – sei es durch eine Impfung oder durch eine durchgemachte Krankheit.
  • Er wird in den ersten Lebensmonaten kontinuierlich abgebaut. Je nach den Umständen wird er für einige Krankheiten schon ab drei Monaten unzuverlässig.
  • Gegen eine Reihe von Infektionen funktioniert diese Art von Schutz nicht. Dauerhafte Immunität gegen diese Erreger ist auch für gesunde Erwachsene nicht möglich oder wird nicht über Antikörper aufgebaut.
  • Abwehrstoffe, die beim Stillen übertragen werden, wirken hauptsächlich gegen Darminfektionen.

Wer sollte seinen Impfschutz prüfen lassen?

Alle, die im ersten Lebensjahr engen Kontakt zu einem Baby haben, insbesondere alle Personen im Haushalt des Säuglings. Aber auch kurze Besuche von ein bis zwei Stunden reichen oft für eine Ansteckung. Angesprochen sind die Eltern, Geschwister, Großeltern, Mitbewohner einer Wohngemeinschaft, die Tagesmutter, Babysitter und Freunde.

Gegen welche Krankheiten sollte aktueller Impfschutz vorliegen?

Die letzte Impfung gegen Keuchhusten sollte höchstens zehn Jahre zurückliegen. Im Winter kommt die aktuelle Impfung gegen Grippe hinzu. Gegen Windpocken, Masern, Mumps und Röteln sollte bereits vor Beginn der Schwangerschaft ein verlässlicher Schutz aufgebaut werden. Die werdende Mutter kann dagegen während der Schwangerschaft nicht mehr geimpft werden, aber ihr Umfeld. Bei Geschwisterkindern sollten die Impfungen laut Impfkalender komplett sein.

Bis wann sollte der verlässliche Impfschutz aufgebaut sein?

Babys kommen nicht immer pünktlich zur Welt. Experten empfehlen daher, bis spätestens vier Wochen vor dem Geburtstermin alle fehlenden Impfungen nachzuholen.

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam. Empfehlen Sie uns weiter!

Lassen Sie sich von unserem Erinnerungsservice an alle wichtigen U-Untersuchungen und Impfungen für Ihr Kind erinnern.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

 

Quellen:
Geburten in Deutschland, Broschüre Statistisches Bundesamt 2012
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 20 Fragen und Antworten zum Impfen; zuletzt abgerufen am 09.03.2018
Wendelboe et al. Pediatr Infect Dis J 26 (2007) 4: 293-299
RKI- Ratgeber für Ärzte – Keuchhusten; zuletzt abgerufen am 09.03.2018

Veröffentlichung: 20.03.2018 / HTR
| |