Schonend Impfen

Impfungen sind nach der Blutentnahme kurz nach der Geburt die zweite Gelegenheit, bei der dem eigenen Baby mit elterlicher Zustimmung weh getan wird. Das fällt niemandem leicht. Tatsächlich hat schätzungsweise ein Viertel aller Erwachsenen Angst vor Spritzen. Diese Angst wird häufig mit den Impfungen in der Kindheit begründet. Es lohnt also, Impfungen so schonend wie möglich zu gestalten. Seit vielen Jahren wird darüber geforscht, wir fassen die wichtigsten Ergebnisse für Sie zusammen.

Strategien für jedes Alter:
  • Örtlich betäubende Pflaster oder Cremes
  • Ablenkung durch die Eltern mit altersgerechtem Spielzeug, Büchern, Singen, Reden, o.a.
  • Ablenkung durch die Ärztin/den Arzt
  • Schnelle Impftechnik (bei Impfungen in den Muskel)
  • Soweit bekannt einen möglichst schmerzarmen Impfstoff wählen
  • Bei mehreren Impfungen an einem Termin die schmerzhafteste am Schluss geben
Kleine Kinder sollten erst kurz vorher, größere mindestens einen Tag vorher von der Impfung erfahren.

Strategien für Stillkinder:
  • Kind kurz vor der Impfung anlegen bis einige Minuten danach
  • Nicht gestillte Kinder dieses Alters: ein bis zwei Minuten vor der Impfung: 2 ml Zuckerlösung geben
  • ab einem Alter von vier bis sechs Monaten: Das Kind sitzt aufrecht und wird vom Elternteil gehalten, z.B. auf dem Schoß

Strategien ab drei Jahren:
  • Mit dem Kind zusammen planen, auf welche Weise versucht werden soll, den Schmerz zu reduzieren
  • das Kind atmen langsam und tief ein und aus, eventuell für Seifenblasen oder gegen ein Windrädchen
  • Die Haut nahe der Impfstelle wird vor und während der Impfung gerieben, jedoch keinesfalls nach der Impfung

Besonders hilfreich ist es, einige dieser Strategien miteinander zu kombinieren. Einige Strategien sind jedoch wissenschaftlich nicht ausreichend als wirksam belegt:
  • Kühlung der Haut durch Spray oder Kühlkissen (hilft jedoch Erwachsenen)
  • Impfung in den Muskel statt unter die Haut bei Impfstoffen, die beides erlauben
  • Schmerztabletten oder -tropfen

Ganz wichtig: Dem Kind zu sagen, dass eine Impfung "nicht wehtut" ist nicht sinnvoll. Dadurch verlieren Sie sein Vertrauen. Besser sind konkrete Beschreibungen wie: "Es tut etwas weniger weh als wenn du von einem anderen Kind gekniffen wirst".

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam: https://www.gesundes-kind.de/faq/expertenrat.jsp. Lassen Sie sich von unserem Vergissmeinnicht-Service an alle wichtigen U-Untersuchungen und Impftermine erinnern jetzt auch gratis als iPhone App (https://www.gesundes-kind.de/recall/anmeldung/default.jsp).

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Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team


Quellen:
Kanadische Leitlinie zur Schmerzreduktion bei der Injektion (CMAJ, December 14, 2010, 182 (18), E843-855)

Veröffentlichung: 20.01.2013 / HTR
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