Wie Sie Ihre Kinder vor einem der gefährlichsten Innenschadstoffe schützen

Faserplatten, Wandfarben, Lacke und Dämmstoffe können noch Jahre nach dem Einbau schädliche Stoffe ausgasen. Kopfschmerzen, Augenbrennen, Hals-/ Schleimhautbeschwerden, eine erhöhte Allergieneigung sowie ein erhöhtes Krebsrisiko können u.a. die Folge sein. Zu den typischen Verursachern gehören Formaldehyd, flüchtige organische Verbindungen (VOC), Flammschutzmittel oder auch Pestizide im Teppich. Weniger bekannt ist, dass Tabakqualm der gefährlichste und bedeutendste vermeidbare Innenschadstoff ist.

Keinen blauen Dunst?
Da sich die Schadstoffe aus Tabakqualm in Tapeten, Teppichen, Vorhängen und Möbeln festsetzen, bleiben sie auch nach intensivem Lüften noch lange in der Luft und werden eingeatmet, erläutert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. In vielen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass nicht nur Rauchen während der Schwangerschaft bestimmte Risiken für das Kind erhöht, sondern auch das Passivrauchen nach der Geburt: Beispielsweise steigt das Risiko eines plötzlichen Säuglingstodes (SIDS) um das Zwei- bis Vierfache, das Allergierisiko eines Kindes ist deutlich höher, es erkrankt häufiger an Mittelohrentzündungen und das Krebsrisiko ist ebenfalls erhöht.

Was Sie tun können
Wenn Sie den Verdacht haben, Ihre Wohnung oder Ihr Haus könnte schadstoffbelastet sein, können Ihnen z.B. die örtliche Verbraucherberatung, das örtliche Gesundheitsamt oder die für Immissionsschutz zuständige Stelle in Ihrer Landesregierung helfen, einen Sachverständigen zu finden. Auch der eine oder andere Mieterbund berät in dieser Frage. Weitere Informationen bietet das Umweltbundesamt (www.umweltbundesamt.de/).

Wenn Sie vermeiden wollen, dass Ihre Kinder passiv Rauchen, aber es noch nicht sofort schaffen aufzuhören, verringern folgende Tipps das Risiko für Ihr Kind:
  • keinesfalls während der Schwangerschaft und Stillzeit rauchen auch nicht passiv durch den (werdenden) Vater.
  • Räume, in denen sich Ihr Kind gewöhnlich aufhält, und das Schlafzimmer unbedingt 100% rauchfrei halten.
  • Optimal: die gesamte Wohnung rauchfrei halten, da die Schadstoffe auch durch gutes Lüften nicht ganz entfernt werden können; das gilt auch für Gäste.
  • grundsätzlich nicht im Auto rauchen, da die Schadstoffkonzentration hier durch den beengten Raum um ein Vielfaches erhöht ist.

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam: www.gesundes-kind.de/faq/expertenrat.jsp.
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Lassen Sie sich von unserem Vergissmeinnicht-Service an alle wichtigen U-Untersuchungen und Impftermine erinnern.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

Quellen:
Schadstoffberatung Tübingen
(http://www.schadstoffberatung.de/ abgerufen am 13.5.2016)

BZgA: Passivrauchen für Kinder ein hohes Risiko
(www.kindergesundheit-info.de/themen/risiken-vorbeugen/passivrauchen/risiko-passivrauchen/ abgerufen am 13.5.2016)

Veröffentlichung: 01.07.2016 / HTR
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