Zahnen macht nicht krank!

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Ein sorbisches Sprichwort sagt „Zähne kommen und gehen mit Schmerzen“. Tatsächlich erleben die meisten Eltern, dass ihr Baby unruhig bis gereizt ist und häufiger weint, wenn ein neuer Zahn durchbricht. Typisch ist, dass Kinder in dieser Phase vermehrt sabbern, am gereizten Zahnfleisch reiben und etwas erhöhte Temperatur haben. Im statistischen Durchschnitt dauert es ab der Geburt sieben Monate und drei Tage bis die ersten Zähne eines Babys zu sehen sind. Die Spanne ist jedoch weit und reicht von drei Monaten bis zu einem Jahr.

Unangenehm kann vor allem die Zeit werden, in der die Schleimhaut, die über dem neuen Zahn liegt, durchstoßen wird. Das kann ganz unbemerkt geschehen, die Schleimhaut kann aber auch über der Durchtrittsstelle stark gespannt sein, schmerzen und sich röten oder bläulich verfärben.

Was Zahnen wirklich mit sich bringt

Brasilianische Kinderärzte und Zahnärzte sichteten mehr als tausend Studien zu der Frage, welche Symptome mit dem Zahnen verbunden sind. Rund 70 Prozent aller Babys zeigen laut der Studie beim ersten Zahndurchbruch Symptome. Am häufigsten sind Rötungen des Zahnfleisches, Unruhe und vermehrter Speichelfluss. Ebenfalls häufig sind Durchfall, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Schnupfen, vereinzelt auch Veränderungen der Haut im Gesicht sowie Erbrechen. Wenn mehrere Zähne gleichzeitig durchbrechen, treten mehr Beschwerden auf. Zahnen wird tatsächlich häufiger von einer leichten Temperaturerhöhung begleitet, jedoch nur selten von Fieber über 38 Grad Celsius. Deshalb ist es wichtig, auch mit Kindern, deren Zähne durchbrechen, bei höherem Fieber oder anderen schwerwiegenderen Beschwerden einen Kinder- und Jugendarzt aufzusuchen.

Was Babys wirklich beim Zahnen hilft

Zahlreiche Mythen ranken sich noch aus dem Mittelalter um das Zahnen, seine Begleiterscheinungen und wie man es Babys erleichtert. So diente beispielsweise eine Bernsteinkette früher als Amulett gegen Hexerei. Heute weiß man, dass Kinder sich damit strangulieren können oder an den Steinchen ersticken, falls die Kette reißt. Als sichere Hilfsmittel werden von Fachleuten empfohlen:

  • mit Wasser gefüllte und gekühlte Beißringe (nicht aus dem Tiefkühlfach!),
  • glatte Spielsachen ohne Kanten zum darauf Herumkauen,
  • massieren der Zahnleiste des Babys mit dem Finger,
  • Zahnungsmittel aus der Apotheke (Vorsicht vor Alkohol).

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam. Empfehlen Sie uns weiter!

Lassen Sie sich von unserem Erinnerungsservice an alle wichtigen U-Untersuchungen und Impfungen für Ihr Kind erinnern.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team


Quellen:
Pressemeldung der Stiftung Kindergesundheit Zähnekriegen macht nicht krank!
https://idw-online.de/de/news725349; zuletzt abgerufen am 13.03.2020

Massignan C. et al (2016): Signs and Symptoms of Primary Tooth Eruption: A Meta-analysis. Pediatrics 137:e20153501
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26908659; zuletzt abgerufen am 13.03.2020

 

Veröffentlichung: 27.03.2020 / HTR
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