Zeckenschutz - ja oder nein?

Wer wandert, picknickt oder sich anderweitig in der Natur aufhält, steht im Sommerhalbjahr immer vor der Frage, ob ein Schutz vor Zeckenstichen sinnvoll ist und - wenn ja - welcher.

Kinder springen gerne in Laubhaufen, rennen quer über die Wiese oder holen sich einen Stock aus dem Unterholz. Solche Entdeckungen machen Spaß und sind wichtig für die Entwicklung. Zecken halten sich besonders gerne im Unterholz oder Gebüsch sowie in hohen Gräsern auf. Das gilt sowohl für den Wald als auch für viele Parks und Feldraine. Nahezu weltweit können Zecken Krankheitserreger übertragen, beispielsweise die so genannte Borreliose, gegen die man sich nicht mit einer Impfung schützen kann. Damit ist klar: Schutz vor Zeckenstichen ist auf jeden Fall wichtig, wenn sich Familien in der Natur aufhalten. Tipps zu zweckmäßiger Kleidung, Insektenschutzmitteln und richtigem Verhalten finden Eltern beispielsweise bei der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BZgA; www.infektionsschutz.de dort unter Erregersteckbriefe → FSME)

Wann impfen?
In manchen Gebieten Europas können Zecken auch ein Virus übertragen, das eine gefährliche Nervenentzündung auslösen kann, die so genannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Die Symptome sind beispielsweise Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. Bei schweren Verläufen kann sie Gehirn-, Hirnhaut- sowie Rückmarksentzündungen hervorrufen.
Für Deutschland hat das Robert Koch-Institut kürzlich die Übersichtskarte zu "FSME-Risikogebieten" aktualisiert. Risikogebiete sind vor allem Baden-Württemberg, Bayern, Süd-Hessen, Süd-Thüringen, der Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz und der Saar-Pfalz-Kreis im Saarland. In den meisten FSME-Gebieten beherbergen nur etwa 0,1 bis 5 Prozent der Zecken das Virus. In einzelnen Gebieten ist das Infektionsrisiko jedoch höher.
Eine ausführliche Beschreibung der FSME und der Vorbeugungsmaßnahmen sowie der Risikogebiete innerhalb Europas finden Sie auch unserer Website (www.gesundes-kind.de/schutzimpfung/fsme-info.jsp).

Wen impfen?
Die FSME-Impfung sollte bei Personen durchgeführt werden, die sich in FSME-Gebieten Urlaub machen, dort leben, oder sich aus anderen Gründen dort aufhalten und mit Zecken in Berührung kommen können. Dies gilt vor allem für Geo-Cacher, Spaziergänger, Radfahrer, Jogger, Angler und Camper sowie für Jäger und Wald- und Forstarbeiter. Geimpft werden kann ab dem ersten Geburtstag. Ob für die Impfung für Ihre Familie sinnvoll ist, kann nur in einer ärztlichen Beratung geklärt werden.
Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam: www.gesundes-kind.de/faq/expertenrat.jsp.
Empfehlen Sie uns weiter!

Lassen Sie sich von unserem Vergissmeinnicht-Service an alle wichtigen U-Untersuchungen und Impftermine erinnern auch als iPhone App (www.gesundes-kind.de/recall/anmeldung/default.jsp).

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

Quellen:
Epidemiologisches Bulletin 15/2014 http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/F/FSME/Karte_FSME.pdf?__blob=publicationFile

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Erregersteckbrief FSME (http://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/fsme/#c60454)

Pressemeldung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vom 4. April 2014 (www.impfen-info.de/aktuelles/artikel/die-zecken-sind-los/)

Veröffentlichung: 30.05.2014 / HTR
| |