Mumps

Krankheitsbild

Mumps äußert sich mit allgemeinem Krankheitsgefühl und Fieber. Charakteristisch ist die Schwellung der Ohrspeicheldrüsen, die auch nur einseitig auftreten kann.

Erkennung und Behandlung

Ärzte erkennen Mumps anhand des typischen Krankheitsbildes. Gesichert wird die Diagnose meist durch eine Blutuntersuchung.

Eine ursächliche Behandlung ist nicht bekannt.

Übertragung und Vorkommen

Die Viren werden beim Sprechen, Husten und Niesen durch Tröpfcheninfektion übertragen. Mumps ist weltweit verbreitet.

Vorbeugung

Nur die Impfung schützt.

Impfstoff

Lebendimpfstoffe zur Injektion stehen als Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung.

 

Unser Rat für Sie:

Achten Sie bei Ihrem Kind auf einen möglichst frühen und vollständigen Impfschutz mit zwei Impfungen. Am besten schauen Sie gleich mal in seinen Impfpass! Wer viel mit kleinen Kindern und Jugendlichen zu tun hat, sollte ebenfalls vor Mumps geschützt sein.

Wenn Sie noch mehr hierzu wissen möchten, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder an die Experten der Universitätsklinik Mainz.

Krankheitsbild
Symptome und Verlauf

Nach der Ansteckung vergehen in der Regel 16 bis 18 Tage bis zum Ausbruch der Krankheit. Sie beginnt mit Fieber, Appetitlosigkeit, Unwohlsein und Kopfschmerzen. Typischerweise schwillt ein bis zwei Tage später eine Ohrspeicheldrüse an. In drei Viertel der Fälle greift die Schwellung auf die andere Ohrspeicheldrüse über. Seltener werden noch weitere Speicheldrüsen von Mumps befallen, unter anderem kann auch die Bauchspeicheldrüse mit betroffen sein. In einem von drei Fällen verläuft die Infektion ohne oder nur mit geringfügigen Krankheitszeichen, so dass die Erkrankung nicht erkannt wird.

Im Rahmen einer Mumps-Erkrankung kann es zu einer Reihe von Komplikationen kommen. So tritt bei bis zu 10 Prozent der Patienten eine Hirnhautentzündung (Meningitis) auf, die zum Glück meist gutartig verläuft. Bei einem von 20.000 Fällen kommt es zu bleibender, in der Regel einseitiger Taubheit. Unter einem Prozent der an Mumps Erkrankten erleidet eine Entzündung des Gehirns (Enzephalitis), die gravierende bleibende Schäden wie eine Verlangsamung der Bewegungen oder ein Krampfleiden verursachen und in Einzelfällen tödlich verlaufen kann.

Etwa ein Viertel der männlichen Patienten, die nach der Pubertät an Mumps erkranken, entwickelt eine Hodenentzündung. Sie heilt meist aus und ist nur selten Ursache für eine Unfruchtbarkeit.

Bei weiblichen Patienten nach der Pubertät kommt es in jedem zwanzigsten Fall zu einer Entzündung der Eierstöcke mit möglichen Folgen für die Fruchtbarkeit der betroffenen Frauen.

Komplikationen sind auch möglich, wenn die Mumps-Infektion ohne geschwollene Speicheldrüsen verläuft.

 

Erkennung und Behandlung

Ärzte erkennen Mumps anhand des typischen Krankheitsbildes. Gesichert wird die Diagnose meist durch eine Blutuntersuchung im Labor, die Antikörper (spezielle Abwehrstoffe des Körpers gegen das Mumps-Virus) nachweist.

Eine wirksame, ursächliche Behandlungsmöglichkeit des Mumps ist bis heute nicht bekannt.

 

Übertragung und Vorkommen

Das Mumps-Virus wird durch Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen und Sprechen übertragen. Auch durch direkten Speichelkontakt kann eine Ansteckung erfolgen. Selten ist eine Übertragung über Gegenstände, an die der sehr ansteckende Speichel gelangt ist. Auch Infektionen ohne Krankheitszeichen sind ansteckend.

Mumps ist auf der ganzen Welt verbreitet. Da in Deutschland unzureichend geimpft wird, kommt es immer wieder zu Ausbrüchen. Im Jahr 2015 wurden knapp 700 Fälle gemeldet.

Häufig erkranken Kinder unter 15 Jahren. Es wird jedoch eine Altersverschiebung beobachtet und zunehmend sind Jugendliche und Erwachsene betroffen.

 

Vorbeugung

Gegen Mumps steht eine Schutzimpfung zur Verfügung.

Impfung
Impfstoff

Die Impfstoffe enthalten abgeschwächte, lebende Mumps-Viren. Mumps-Impfstoff wird heute in Kombination mit anderen Impfstoffen verabreicht: Zusammen mit den Impfungen gegen Masern und Röteln (MMR-Impfstoff) und im Kindesalter gegebenenfalls zusätzlich mit der Impfung gegen Windpocken (Varizellen) (MMRV-Impfstoff). Zur Herstellung werden die Impfviren in speziellen Zellkulturen vermehrt.

 

Anwendung des Impfstoffs

Je nach verwendetem Impfstoff wird dieser unter die Haut gespritzt bzw. in den Muskel.

Die erste Impfung gegen Mumps wird im Alter von elf bis 14 Monaten empfohlen. Für Kinder werden bevorzugt die Kombinationsimpfstoffe gegen Masern, Mumps, Röteln (MMR) und für die zweite Impfdosis auch gegen Windpocken (MMRV) verwendet. MMR-Impfstoffe sind ab einem Alter von zehn bzw. zwölf Monaten zugelassen, MMRV-Impfstoff ab einem Alter von elf Monaten bis zum 13. Geburtstag. Bei erhöhtem Ansteckungsrisiko können MMR(V)-Impfstoffe auch ab einem Alter von neun Monaten verwendet werden.

Jugendliche und Erwachsene erhalten zum Schutz vor Mumps MMR-Impfstoff.

Die zweite empfohlene Mumps-Impfung ist frühestens vier Wochen nach der ersten Impfung möglich, sollte aber spätestens vor dem zweiten Geburtstag gegeben worden sein.

Diese Impfstoffe können gleichzeitig mit den meisten anderen Kinderimpfstoffen verabreicht werden.

 

Wirksamkeit des Impfstoffs

Nach der ersten MMR- oder MMRV-Impfung bilden über 90 Prozent der Geimpften gegen Mumps schützende Antikörper, nach der zweiten Dosis sind es nahezu 100 Prozent.

 

Wer geimpft sein sollte

Die Mumps-Impfung ist eine allgemein, von den Gesundheitsbehörden öffentlich empfohlene Impfung für alle Kinder ab einem Alter von elf Monaten. Bislang ungeimpfte oder unvollständig geimpfte Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zwei und 17 Jahren sollten die Impfung baldmöglichst nachholen lassen.

Auch alle nach 1970 geborenen Erwachsenen mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit sollten sich impfen lassen, wenn sie in Gesundheitsberufen Patienten versorgen oder in Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Kindergärten, Tagesstätten, Krippen) oder in Ausbildungseinrichtungen für junge Erwachsene (z.B. Schule, Berufsschule, Universität) tätig sind.

Ungeimpfte oder in der Kindheit nur einmal Geimpfte bzw. Personen mit unklarem Impfstatus können innerhalb der ersten drei Tage nach einer möglichen Ansteckung noch geimpft werden, um eine Erkrankung eventuell zu verhindern.

Weitere Informationen siehe: "Impfung nach einer möglichen Ansteckung".

 

Wer nicht geimpft werden sollte

Bei schweren angeborenen Krankheiten des Immunsystems (siehe "Impfungen bei Immunschwäche"), während einer Schwangerschaft oder bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Impfstoffbestandteile, wie beispielsweise gegen Neomycin, darf nicht geimpft werden. Bei einer Neomycin-Kontaktallergie muss jedoch nicht unbedingt auf die Impfung verzichtet werden.

Bei einer Allergie gegen Hühnereiweiß darf heutzutage geimpft werden, da der Impfstoff nur geringste Spuren von Hühnereiweiß enthält. Eine Ausnahme besteht jedoch, wenn nach Genuss von Hühnereiweiß schwerste allergische Reaktionen aufgetreten sind. Kinder mit klinisch sehr schwerer Hühnereiweißallergie (z.B. anaphylaktischer Schock nach Genuss von geringsten Mengen von Hühnereiweiß) sollten unter besonderen Schutzmaßnahmen und anschließender Beobachtung (ggf. im Krankenhaus) geimpft werden.

Nach der Impfung mit MMR- oder MMRV-Impfstoff soll eine Schwangerschaft für einen Monat verhütet werden.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter "Besondere Situationen & Erkankungen".

 

Nebenwirkungen des Impfstoffs
Mögliche Lokal- und Allgemeinreaktionen

Nach MMR- oder MMRV-Impfung kann die Impfstelle schmerzen, anschwellen und sich röten. Gelegentlich schwellen die Lymphknoten in der Nähe mit an. Außerdem kann es zu Allgemeinsymptomen wie leichtem bis mäßigem Fieber, Kopfschmerzen, Mattigkeit, Unwohlsein oder Magen-Darm-Beschwerden kommen.

Hautausschlag kann auftreten. In wenigen Fällen wurde nach der Impfung eine "Impfkrankheit" beobachtet, die einer Masern- oder Mumps-Erkrankung ähnelt. Bei Jugendlichen und Erwachsenen (nur sehr selten bei Kindern) können die Gelenke schmerzen.

Alle diese Erscheinungen sind nur vorübergehend.

Mögliche Komplikationen

Nach MMR- oder MMRV-Impfung sind bei einer entsprechenden Veranlagung in seltenen Fällen auch Fieberkrämpfe möglich. Sie bleiben in der Regel ohne Folgen. Dennoch sollte MMRV-Impfstoff bei Kindern mit Hirnschäden oder mit Veranlagung zu Krampfanfällen nur mit Vorsicht angewandt werden. Im Zusammenhang mit "natürlichen" Masern sind solche Fieberkrämpfe jedoch weitaus schlimmer bzw. häufiger.

Das gilt ebenso für Hautblutungen aufgrund einer verringerten Anzahl von Blutplättchen. Nach Impfung wurden sie nur in einzelnen Fällen beschrieben und klingen in aller Regel rasch und folgenlos wieder ab. Patienten mit einer verringerten Anzahl von Blutplättchen oder bei denen es nach vorheriger MMR-Impfung dazu kam sollten jedoch mit besonderer Vorsicht bzw. unter sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung geimpft werden.

Patienten mit schwerer Immunschwäche können nach Masern-Infektion an Masern-Einschlusskörperchen-Hirnentzündung erkranken. Nach Impfung wurde diese Komplikation weltweit nur in Einzelfällen beschrieben.

Sehr selten kann es zu allergischen Reaktionen auf den Impfstoff kommen. Ebenfalls sehr selten werden bei Jugendlichen und Erwachsenen länger anhaltende Gelenkentzündungen beobachtet. Diese sind nach Röteln-Infektion jedoch weitaus häufiger.

Um Verletzungen zu vermeiden, sollte besonders bei der Impfung von Jugendlichen daran gedacht werden, dass es wie auch bei anderen Impfungen aufgrund des Nadelstichs nach oder sogar vor der Impfung zu einer Ohnmacht kommen kann.

Die Nebenwirkungen des MMRV-Impfstoffs entsprechen im Wesentlichen den Nebenwirkungen nach Windpocken-Einzelimpfung und nach MMR-Impfung.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter "Mögliche Nebenwirkungen".

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