Früherkennungsuntersuchungen - Gesundheitsvorsorge für Ihr Kind

Die Früherkennungsuntersuchungen sind wichtige Bausteine der Gesundheitsvorsorge für Ihr Kind. Die regelmäßigen Untersuchungen bei Ihrem Kinder- und Jugendarzt bzw. Ihrer Ärztin bieten die Chance, Auffälligkeiten in der kindlichen Entwicklung und Erkrankungen frühzeitig erkennen und behandeln zu können.

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Schwerpunkte der Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche sind die Überprüfung der altersgemäßen Entwicklung und die Früherkennung von Erkrankungen, um falls erforderlich eine rechtzeitige Behandlung oder gezielte Förderung in die Wege leiten zu können. Einige Erkrankungen sind bereits bei Säuglingen erkennbar, andere Störungen werden erst ab einem bestimmten Alter auffällig. Darauf sind Zeitpunkte und Inhalte der einzelnen Vorsorgen abgestimmt. Für das Wohl Ihres Kindes ist es wichtig, alle Untersuchungstermine zeitgerecht wahrzunehmen. Auch bei Frühgeborenen sollten die Untersuchungszeiträume eingehalten werden.

Bei chronischen Erkrankungen oder einer Behinderung Ihres Kindes werden die Untersuchungen an die individuelle Situation angepasst.

Fallen Ihnen Besonderheiten bei Ihrem Kind auf oder sorgen Sie sich um seine gesunde Entwicklung, sollten Sie sich auch unabhängig von den Vorsorgeuntersuchungen an Ihren Kinder- und Jugendarzt bzw. Ihre Ärztin wenden.

 

Erweitertes Früherkennungsprogramm

Das gesetzlich verankerte Früherkennungsprogramm für Kinder bis sechs Jahren wurde in der aktuellen „Kinder-Richtlinie“ durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) überarbeitet und erweitert.

Neu aufgenommen wurde eine zusätzliche Untersuchung von Neugeborenen auf die Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose. Auch eine Pulsoxymetrie zur Untersuchung auf schwere Herzfehler wird empfohlen.

Die Inhalte der Vorsorgen U1 bis U9 wurden neu gefasst und detaillierter standardisiert. Neben umfangreichen Untersuchungen der körperlichen und geistigen Entwicklung haben psychische und soziale Aspekte einen größeren Stellenwert bekommen als bisher. Ein wichtiger Schwerpunkt sind zudem Informationen zu den empfohlenen Schutzimpfungen.

Aufklärung und Beratung, wie Eltern zu einer gesunden Entwicklung ihres Kindes beitragen können, sind ebenfalls Bestandteil der Früherkennungsuntersuchungen. Der Kinder- und Jugendarzt bzw. die Ärztin berät Sie je nach Alter Ihres Kindes zu Themen wie Stillen und Ernährung, Förderung der Sprachentwicklung oder Unfallverhütung. Darüber hinaus können Eltern bei Sorgen und Fragen zur Entwicklung oder dem Verhalten ihres Kindes ärztlichen Rat einholen.

Werden Erkrankungen oder Anzeichen für Entwicklungsstörungen festgestellt, wird Ihr Kinder- und Jugendarzt bzw. Ihre Ärztin die Behandlungs- und Fördermaßnahmen mit Ihnen besprechen und bei Bedarf weitere Schritte zur Diagnose und Therapie in die Wege leiten.

Die Kosten für die U-Untersuchungen U1 bis U9 sowie für die Jugendgesundheitsuntersuchung J1 werden von den gesetzlichen Krankenkassen getragen, sofern diese im vorgesehenen Zeitraum (innerhalb bestimmter Toleranzgrenzen) durchgeführt werden. Die Impfungen für Ihr Kind sind ebenfalls für Sie kostenlos. Darüber hinaus empfehlen Kinder- und Jugendärzte und Ärztinnen eine U10 und U11 sowie eine J2, die jedoch nicht von allen Krankenkassen übernommen werden.

Dokumentation im "Gelben Heft"

Die Ergebnisse der Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U9 werden von der Kinderarztpraxis im sogenannten „Gelben Heft“ Ihres Kindes detailliert dokumentiert. Seit September 2016 gibt es ein neues Kinderuntersuchungsheft, das an die aktualisierten Inhalte der U1 bis U9 angepasst wurde. Das neue Gelbe Heft enthält einige nützliche Neuerungen auch für Eltern:

  • In einer Elterninformation werden die Untersuchungen und Schwerpunkte jeder U-Untersuchung erläutert.
  • Außerdem gibt es ein Feld, in dem Sie vor jeder Untersuchung Auffälligkeiten bei Ihrem Kind notieren können, die Sie mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin besprechen möchten.
  • In einer herausnehmbaren Teilnahmekarte wird die Durchführung jeder U-Untersuchung ab der U2 bestätigt. Damit können Sie bei Bedarf, beispielsweise bei Eintritt in den Kindergarten, nachweisen, dass Ihr Kind am Vorsorgeprogramm teilgenommen hat und Sie eine Impfberatung erhalten haben - ohne vertrauliche Untersuchungsergebnisse weiterzugeben.

Eltern von Neugeborenen erhalten das Kinderuntersuchungsheft kurz nach der Geburt. Wurden bei Ihrem Kind bereits U-Untersuchungen durchgeführt und zur Dokumentation das frühere Gelbe Heft verwendet, erhalten Sie bis zur U6 zusätzlich das neue Untersuchungsheft. Stehen schon Untersuchungen ab der U7 an, werden Einlegeblätter mit den Ergebnissen in das bisherige Heft eingeklebt. Für die J1 gibt es gesonderte Dokumentationsbögen.

Das Kinderuntersuchungsheft bzw. beide Hefte sollten Sie zusammen mit dem Impfpass gut aufbewahren und zum Arztbesuch mitbringen.

Denken Sie daran, die Termine für Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen rechtzeitig mit Ihrer Kinderarztpraxis zu vereinbaren. Lassen Sie sich mit unserem Erinnerungsservice an alle Früherkennungsuntersuchungen erinnern!

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