Information vor der Impfung

Der Arzt/die Ärztin ist gesetzlich verpflichtet, die zu impfende Person bzw. den anwesenden Elternteil oder Sorgeberechtigten vor einer Schutzimpfung aufzuklären.

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Wird Ihr Kind geimpft, nehmen Sie als Sorgeberechtigte seine Rechte wahr. Jugendliche können selbst in eine Impfung einwilligen, wenn sie die erforderliche Einsichts- und Entscheidungsfähigkeit besitzen; das ist in der Regel ab 16 Jahren der Fall.

Die Aufklärung sollte im Wesentlichen umfassen:

  • Informationen über die Krankheit, die durch die Impfung verhütet werden soll, ihre Risiken und Behandlungsmöglichkeiten
  • welchen Nutzen die Impfung hat − für den Geimpften selbst (also für Sie oder Ihr Kind) und für die Allgemeinheit
  • welche Art von Impfstoff gegeben wird und wie er verabreicht wird
  • wann Sie bzw. Ihr Kind nicht geimpft werden dürfen
  • welche möglichen Nebenwirkungen und Komplikationen nach einer Impfung auftreten können und wie Sie sich nach der Impfung verhalten sollen
  • ab wann Sie sich auf den Impfschutz verlassen können und wie lange er anhält
  • ob und wann für Sie bzw. Ihr Kind Folge- oder Auffrischimpfungen notwendig werden

Die Aufklärung muss rechtzeitig und verständlich durchgeführt werden. Die Information darf unmittelbar vor der Impfung erfolgen, wenn kein Entscheidungsdruck gegeben ist.

Die Aufklärung muss mündlich erfolgen. Wenn Ihr Arzt/Ihre Ärztin Ihnen vorab ein Informationsblatt gegeben hat, lesen Sie dies in Ruhe durch. Sie haben aber dennoch Anspruch auf ein persönliches Gespräch, in dem offene Fragen geklärt werden können. Oberstes Ziel der Impfaufklärung ist es, Sie in die Lage zu versetzen, sich für oder gegen eine Impfung zu entscheiden − auch wenn das Gespräch sehr lange dauern sollte. Scheuen Sie sich also nicht, Ihre Fragen zu stellen.

Das Aufklärungsgespräch wird in der Patientenakte dokumentiert, dann weiß man später noch, worüber gesprochen wurde.

Ihr Arzt/Ihre Ärztin benötigt für Impfungen, die von der STIKO empfohlen werden, keine schriftliche Einwilligung von Ihnen; die Dokumentation der mündlichen Einwilligung in der Patientenakte ist ausreichend.

Entscheiden Sie sich gegen eine Impfung − für sich selbst oder für Ihr Kind −, dann ist Ihr Arzt/Ihre Ärztin wiederum gesetzlich verpflichtet, Sie darüber aufzuklären, welche möglichen Konsequenzen sich daraus ergeben.

Informationen zu verschiedenen Impfungen unter besonderer Berücksichtigung möglicher Nebenwirkungen finden Sie unter "Schutzimpfungen".

08.02.2017 / MK
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