Kostenerstattung

In der Regel brauchen Sie für Impfungen nichts zu bezahlen. Ausnahmen sind unter anderem die Reiseimpfungen. Im Einzelnen sieht die Kostenübernahme wie folgt aus:

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Empfohlene Impfungen für Säuglinge, Kinder und Jugendliche (siehe "Öffentliche Impfempfehlungen") bezahlen in den allermeisten Fällen die Krankenkassen. Das sind die Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten (Pertussis), Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Kinderlähmung (Poliomyelitis), Hepatitis B, Pneumokokken, Masern, Mumps, Röteln und Windpocken, Rotaviren, Meningokokken C sowie Gebärmutterhalskrebs (HPV).

Es ist aber keineswegs selbstverständlich, dass alle im Impfplan enthaltenen, empfohlenen Impfungen von den Krankenkassen getragen werden. Zwar gehören Impfungen seit dem 1. April 2007 zu den Pflichtleistungen der Kassen, aber welche bezahlt werden, entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA). Nachdem die Ständige Impfkommissison (STIKO) eine Empfehlung ausgesprochen hat, bleiben dem G-BA drei Monate Zeit, um darüber zu entscheiden, ob die Kosten dieser Impfung von den Krankenkassen getragen werden sollen oder nicht. Entscheidet sich der G-BA bis dahin nicht oder äußert sich nicht dazu, gilt die STIKO-Empfehlung als Pflichtleistung der gesetzlichen Kassen.

Im Erwachsenenalter bezahlen die Kassen in der Regel alle notwendigen Auffrisch- oder Ergänzungsimpfungen. Das sind im Wesentlichen die Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (Pertussis) sowie noch ausstehende Impfungen gegen Polio, Masern und Röteln. Für alle über 60-Jährigen übernehmen die Kassen die Kosten der Influenza-(Grippe-) und der Pneumokokken-Impfung.

Wenn Sie oder Ihr Kind an einer Krankheit leiden, die für bestimmte Infektionen besonders anfällig macht, wie z. B. Diabetes oder Asthma, dann zahlen die Kassen ebenfalls die notwendigen Schutzimpfungen (so genannte Indikationsimpfungen).

In einigen Berufen sind die Arbeitnehmer erhöhten Infektionsrisiken ausgesetzt. Dazu gehören etwa Pflegekräfte oder Ärzte. In diesen Fällen müssen die Impfungen vom Arbeitgeber bezahlt werden. Dies gilt auch im Falle einer vom Arbeitgeber veranlassten Dienstreise.

Zuzahlungen

Alle Impfungen bis zum 18. Lebensjahr sind von Zuzahlungen befreit.

Auch die meisten Impfungen für Erwachsene sind von der Zuzahlung befreit. Dies gilt normalerweise dann, wenn der Arzt/die Ärztin den Impfstoff in der Praxis vorrätig halten darf. Erhalten Sie allerdings von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin ein Rezept für einen Impfstoff müssen Sie in der Apotheke die Zuzahlung entrichten. Zuzahlungsfrei sind in der Regel:

Zusätzliche Impfleistungen 

Die Ständige Impfkommission weist ausdrücklich darauf hin, dass eine Impfung im Einzelfall sinnvoll sein kann, auch wenn sie nicht im Impfkalender für die gesamte Bevölkerung empfohlen ist.

Viele Krankenkassen erstatten die Kosten solcher Impfungen (Impfstoff und Arzthonorar) ganz oder teilweise als so genannte Satzungsleistung. Dies gilt z.B. für die Impfung gegen Meningokokken B. Impfungen vor Fernreisen werden von einigen Krankenkassen ebenfalls als Satzungsleistung gezahlt. In anderen Fällen müssen Reiseimpfungen von Ihnen selbst gezahlt werden. Fragen Sie im Zweifelsfall bei Ihrer Krankenkasse nach.

Unser Erstattungsformular zum Download hilft Ihnen, die "Impfrechnung" bei Ihrer Krankenkasse einzureichen.

08.02.2017 / MK
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